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Medien in der Krise - Chance oder Herausforderung für die PR? / Spannende Diskussion bei den sechsten F&H Kamingesprächen

Geschrieben am 07-12-2009

München (ots) - Die Medienlandschaft befindet sich im Umbruch: Die
Medien leiden unter Sparzwängen, Zeitdruck und zusätzlichen Aufgaben.
Gleichzeitig hat das Internet neue Kommunikationswege etabliert. Bei
den sechsten Kamingesprächen der F&H Public Relations GmbH am 1.
Dezember 2009 diskutierte ein hochkarätig besetztes Podium aus
Wissenschaft, Medien und Praxis über Chance und Herausforderung für
die PR in Zeiten eines strukturellen Medienwandels.

Ist die aktuelle Medienkrise eine Anzeigen- oder eine Printkrise?
Wie verändert sie die Beziehung von Journalisten und PR-Fachleuten?
Und wie sieht erfolgreiches Kommunikationsmanagement in Zeiten der
Medienkrise aus? Diese Fragen stellten sich Prof. Dr. Lars
Rademacher, Professor für PR und Kommunikationsmanagement an der
Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation, Nils Seib,
Manager Public Relations bei der LG Electronics Deutschland GmbH,
Christian Blanck, Manager Marketing bei s.Oliver, Sandra Limoncini,
Redakteurin beim Bayerischen Rundfunk und Carl-Eduard Meyer,
Geschäftsführer von news aktuell. Moderiert wurde die
Diskussionsrunde von Helmut von Fircks, Geschäftsführer der F&H
Public Relations GmbH. So verschieden die Bereiche der
Podiumsteilnehmer waren, so unterschiedlich waren ihre Meinungen und
Herangehensweisen zur Fragestellung. Nur in einem waren sich alle
einig: Medien wie Unternehmen müssen in Zukunft offener, neugieriger
und mutiger sein.

Medien in der Krise

Keine Zeit, knappe Budgets, zusätzliche Aufgaben. Zur
Pressekonferenz können die wenigsten kommen. Der Kollege, der letztes
Mal da war - gekündigt. Spricht man derzeit mit Journalisten, bekommt
man immer wieder dieselben Antworten. Die Medien leiden unter der
Finanzkrise wie viele andere Branchen. Sandra Limoncini vom
Bayerischen Rundfunk ist sich sicher, dass die aktuelle Medienkrise
massive Folgen für den Journalismus haben wird. "Immer weniger
Redakteure müssen in immer kürzerer Zeit immer mehr Inhalte
bereitstellen", so Limoncini. Vor dem Hintergrund "verschlankter"
Redaktionen und einer zunehmenden Bedeutung von Online-Medien
verändert sich auch die Arbeitsweise in der PR.

Die Balance zwischen PR und Journalismus bleibt

"So wie die Krise den klassischen Medien zu schaffen macht, trifft
sie auch die PR-Abteilungen der Unternehmen", sagt Nils Seib von LG
Electronics. Auch hier kämpft man mit schrumpfenden Budget- und
Personalkapazitäten. "In Zeiten wie diesen ist ein hohes Maß an
Kreativität notwendig, um erfolgreich zu kommunizieren", so Christian
Blanck von s.Oliver. "Unsere Strategie bei s.Oliver ist es, die
Zielgruppe mit kreativen, medienrelevanten Maßnahmen direkt am PoS
abzuholen, wie unsere aktuelle Weihnachtskampagne mit David Garret
zeigt", erklärt Blanck. "Zugleich setzen wir auf starke Medienpartner
- dabei glauben wir einerseits an große Print-Marken, investieren
aber zunehmend auch in neue Kanäle." Medien und Marken werden enger
zusammenrücken müssen - vor allem maßgeschneiderte Kooperationen und
zielgruppengerechte Geschichten werden in Zukunft erfolgreiche
Kommunikation ausmachen. Auch Nils Seib konstatiert eine Veränderung
der strategischen PR-Arbeit in den letzten Jahren, die sich vor allem
in der steigenden Bedeutung des Online-Bereichs äußert. Die
Konsolidierung am deutschen Print-Markt in Folge der Medienkrise
halten beide Unternehmensvertreter für eine notwendige Entwicklung.
"Deutschland ist in guten Zeiten im Print-Bereich übersättigt
worden", sagt Blanck.

Social Media: Jetzt aktiv werden!

Viele Medienunternehmen haben die technologischen Entwicklungen
der letzten Jahre verschlafen - darin sind sich viele der Sprecher am
Podium einig. "Blackberry und iPhone werden in Zukunft Standard sein
- die klassischen Medien müssen sich den rasanten, technologischen
Entwicklungen anpassen oder sie verlieren ihre Leserschaft", so
Carl-Eduard Meyer von news aktuell, "Die Kernfrage, die es zu
beantworten gilt, ist jene der Wertschöpfung im Internet - hier tappt
die Medienbranche noch weitgehend im Dunkeln." Auch Sandra Limoncini
sieht hier eines der Grundprobleme: "Die klassische Leserschaft von
Printmedien bricht zunehmend weg. Zukünftig werden die Leser sich die
Nachrichten online holen, aber zugleich bereit sein, für gut
recherchierte Reportagen und Hintergrundinformationen zu bezahlen."
Ähnliches gilt für die Unternehmen selbst: "Wer die neuen
Social-Media-Werkzeuge Twitter, Blogs und soziale Netzwerke nicht
beherrscht, wird sich morgen nicht ausreichend Gehör verschaffen
können", dessen ist sich Carl-Eduard Meyer sicher. Bei aller
Online-Euphorie sollen die klassischen Medien nicht außer Acht
gelassen werden - der richtige Mix und die Vernetzung zwischen Online
und Offline wird über erfolgreiche Kommunikation entscheiden.

Medienkrise - eine Kompetenzkrise?

"Dass die Medienkrise keine Chance für jeden ist", weiß Prof. Dr.
Lars Rademacher von der Macromedia Hochschule für Medien und
Kommunikation. "Diese Krise ist vor allem eine Kompetenzkrise. Die
Geschwindigkeit, mit der Innovationen im Kommunikationsbereich auf
uns zukommen, überfordert Unternehmen, Medien und Agenturen. Die Zeit
der herkömmlichen Gemischtwarenläden in der PR-Branche ist vorbei",
glaubt Dr. Rademacher. "Das enorm breite Leistungsspektrum der PR
wird sich in der aktuellen Mediensituation verringern. Höherwertige
Dienstleistungen, höhere Spezialisierung und verstärkte Kooperation
mit Medienanbietern werden in Zukunft gefragt sein. Die
Ausbildungsangebote werden den Entwicklungen z.B. im Social Media
Bereich nicht gerecht", erklärt Rademacher weiter und fordert einen
Schulterschluss von PR-Wirtschaft und PR-Ausbildung.

Ausblicke

Ob Medienkrise oder nicht - in einer Sache sind sich die
Podiumsteilnehmer an diesem Abend einig: Unternehmen wie Medien
müssen die Bedürfnisse ihrer Zielgruppen stärker in den Mittelpunkt
rücken. "In Zukunft wird Flexibilität und gezielte Kundenansprache
auf Unternehmens- und Agenturseite über erfolgreiche Kommunikation
entscheiden", betont Nils Seib. Dasselbe gilt für die Medien:
"Journalisten schreiben immer noch viel zu oft für Journalisten",
sagt Prof. Lars Rademacher, "und dabei müssen sie sich insbesondere
in Zeiten wie diesen stärker an ihren Lesern orientieren." Für mehr
Mut und Neugier bei PR-Fachleuten und Journalisten, gerade in Bezug
auf neue Technologien und Entwicklungen, plädiert Carl-Eduard Meyer.
Am Ende der Diskussion zeichnet sich klar ab, dass sich diese
Notwendigkeit in Zukunft weiter verstärken wird: "Das Internet wird
neue, heterogene Kommunikationskanäle schaffen, die wir uns heute
noch nicht vorstellen können. Dabei werden reale und virtuelle Räume
zunehmend verschmelzen und eine wahre Explosion von neuen
Möglichkeiten und Angeboten mit sich ziehen", so die Prognose von
Prof. Rademacher. "Für Kommunikationsexperten in Unternehmen und
Agenturen gilt es, sich schnell die neuen Kommunikationswege
anzueignen und sich mit den Kommunikatoren im Web
auseinanderzusetzen", fasst Helmut von Fircks zusammen.
"Ausschlaggebend ist dabei auch die Qualität der journalistischen
Arbeit: Ohne glaubwürdige und kritische Medien lassen sich
Botschaften von Unternehmen und Produkten nicht wirksam
kommunizieren. Die Glaubwürdigkeit der Medien ist und bleibt die
Geschäftsgrundlage der Public Relations."

Über F&H

F&H Porter Novelli betreut zahlreiche namhafte nationale und
internationale Klienten. Die inhabergeführte Agentur ist eine
Full-Service-Agentur und bietet ihren Klienten die gesamte Palette
moderner Kommunikationsinstrumente. F&H Porter Novelli gehört zu den
führenden internationalen PR-Agenturen in Deutschland und ist
deutscher Exklusiv-Partner von Porter Novelli, einem der weltweit
größten PR-Agentur-Netzwerke, ein Unternehmen der Omnicom Group.
Weitere Informationen finden Sie unter www.f-und-h.de .

Über Porter Novelli

Porter Novelli ist eine der weltweit führenden PR-Agenturen und in
allen wichtigen Märkten vertreten. Mit Fokus auf Stakeholder und
einem ganzheitlichen medienneutralen Ansatz entwickelt Porter Novelli
effektive Public Relations Programme. Porter Novelli wurde 1972 in
Washington D.C., USA, gegründet und gehört zur Omnicom Group, einem
weltweit führenden Unternehmen für Werbung, Marketing und
Unternehmenskommunikation. Weitere Informationen finden Sie unter
www.porternovelli.com .

Originaltext: F&H Public Relations GmbH München
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/39405
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_39405.rss2

Pressekontakt:
Bianca Veth
Pressereferentin
F&H Public Relations GmbH
Nymphenburger Straße 136
Tel. 089-121 75 320
Fax: 089-12175 197
E-Mail: b.veth@f-und-h.de


Auf der Digital Media Microsite von F&H finden Sie ebenfalls einen
Vodcast zur Veranstaltung. F&H Digital Beat präsentiert News und
Trends aus dem Social Web sowie Insights von F&H Public Relations.
Mehr dazu unter www.digitalbeat.f-und-h.de

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