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Die Rückkehr der Urlaubsstimmung? / Hotels in Europa lassen Krisenjahr hinter sich - Deloitte-Studie prognostiziert langsame Erholung

Geschrieben am 07-12-2009

München (ots) - Europas Tourismus- und Hotelleriebranche hat ein
hartes Jahr hinter sich. Angesichts der weltweiten Wirtschaftskrise,
steigender Arbeitslosenzahlen und der um sich greifenden
Schweinegrippe verzichteten Verbraucher auf Reisen und blieben zu
Hause, aber auch Geschäftsleute reisten entweder gar nicht oder nur
zweiter Klasse. Dies zeigt die Deloitte-Studie "HospitalityVision
European Performance Review 2009 - Uphill Struggle", auf Grundlage
der Branchenstatistik STR Global. Anfang 2009 brachen die Ausgaben
europäischer Hotelgäste um bis zu 31,3 Prozent ein. Der Ertrag pro
Zimmer (revPAR) europäischer Hotels fiel, getrieben von Rückgängen
bei Belegungszahlen und Preisen, um 16,8 Prozent. In fast allen
Städten Europas sanken die Besuchs- und Übernachtungszahlen,
Fluglinien und Reisedienstleister verzeichneten Buchungsrückgänge.
Doch das Jahr der Verluste geht dem Ende entgegen - und das neue
verspricht laut Studie Aussicht auf Besserung. Die Wirtschaft beginnt
sich zu erholen, seit Kurzem steigt das Verbrauchervertrauen wieder
und die Buchungs- und Umsatzrückgänge flachen ersten Berichten
zufolge wieder ab.

"Die Aussichten der Tourismuswirtschaft sind nicht mehr so düster
wie noch Mitte des Jahres. Wir sehen überall Anzeichen einer
Erholung, Länder wie Deutschland, Frankreich und England haben die
Rezession hinter sich gelassen. Trotzdem werden die Nachwirkungen der
Krise noch eine Weile zu spüren sein und die Nachfrage weiter schwach
bleiben - es wird dauern, bis die Hotels steigende Gewinne vermelden
können", erläutert Benjamin Ploppa, Senior Manager Hotellerie bei
Deloitte.

Europa uneinheitlich

Die Krise hat Europas Hotels unterschiedlich hart getroffen.
Besonders starke Einbußen mussten die Länder Osteuropas hinnehmen; in
Tschechien, Estland, Lettland, Litauen, Rumänien, Russland und der
Slowakei brach der revPAR zum Teil um über 30 Prozent ein. In der
Eurozone schnitt Irland mit minus 22,5 Prozent am schlechtesten ab,
gefolgt von Spanien mit etwas mehr als minus 20 Prozent -West- und
Mitteleuropa kamen etwas besser davon. In Frankreich ging der revPAR
um 13,5 Prozent zurück, in Deutschland um 12,5 und in Großbritannien
sogar nur um 10 - viele Engländer machten Urlaub zu Hause und
stützten den heimischen Hotelmarkt ein wenig.

Nur zwei Städte mit Zuwachs

Fast alle europäischen Städte litten darunter, dass sich
Verbraucher kaum noch Kurzausflüge in Europas Metropolen leisten
wollten. Nur zwei Reiseziele konnten wachsende Belegungszahlen melden
- in Glasgow und in Edinburgh stieg die Hotelauslastung um 0,7
Prozent. Alle anderen Städte verzeichneten Rückgänge, den kräftigsten
musste Düsseldorf hinnehmen. Hier ließ der revPAR um 33,3 Prozent
nach, was jedoch vor allem auf das starke Messejahr 2008 zurück zu
führen ist. In Barcelona ging der Wert um 30,5 Prozentpunkte zurück,
in Dublin und Madrid 23,9 bzw. 22,5. Auch Top-Destinationen wie
London, Venedig oder Paris verloren; Letztere erreichte mit 74
Prozent immerhin noch die höchste Hotelauslastung im Städtevergleich
(Hamburg belegt Rang zwei mit 71,2 Prozent).

Deutscher Markt durchwachsen

Deutsche Hoteliers mussten Einbußen hinnehmen, denn in Deutschland
blieb die Nachfrage über die drei ersten Quartale schwach: Der revPAR
sank um 12 Prozent auf durchschnittlich 47 Euro und mit einem
durchschnittlichen Zimmerpreis von 79 Euro gehören diese Werte zu den
europaweit niedrigsten. Grund hierfür ist nicht nur allein der
Nachfragerückgang, sondern auch die Angebotsentwicklung, da in
zahlreichen deutschen Städten in den letzten Jahren neue Hotels
entstanden, was den Kapazitätsüberhang verstärkte. Doch es gibt nicht
nur schlechte Nachrichten: Hamburg, Berlin, Frankfurt und Köln
verzeichneten verhältnismäßig geringe Auslastungsrückgänge, von
diesen gehören die Hanse- und die Bundeshauptstadt mit 71,7 bzw. 67,6
Prozent zu den Führenden des europaweiten Auslastungsvergleichs.

"Der deutsche Hotelmarkt ist zwar geschrumpft. Aber er hat mit die
besten Aussichten auf eine baldige Erholung: Vielen Befragungen und
Studien zufolge steigen Aufträge und Umsätze deutscher Unternehmen
bereits seit dem vorletzten Quartal wieder an. Diese Entwicklung hat
schon begonnen, auf Geschäftsreisen und Erste-Klasse-Flügen
durchzuschlagen: Die Lufthansa meldete beispielsweise eine
Buchungszunahme von Juli auf August. Trotzdem wird die Krise ihre
Spuren hinterlassen. Vor allem junge Gäste, die von der Rezession
geprägt wurden, werden Verhaltensweisen und Einstellungen nachhaltig
ändern. Sparsamkeit, Einfachheit und geringere Markentreue sind
Veränderungen, auf die sich die Hotellerie in Zukunft wird einstellen
müssen", erläutert Benjamin Ploppa.

Hotelauslastung und revPAR ausgewählter Städte Europas:

Stadt Landes- Auslastung revPAR
währung (in Landeswährung)
2009 2008 Abw. 2009 2008 Abw.

Antwerpen EUR 58,8 65,8 -10,6% 49 62 -21,4%
Athen EUR 57,7 67,6 -14,8% 71 95 -25,4%
Barcelona EUR 64,4 70,1 -8,1% 73 94 -22,5%
Berlin EUR 67,6 69,3 -2,4% 54 60 -9,6%
Brüssel EUR 61,6 69,1 -10,7% 63 78 -19%
Budapest HUF 53,5 65,1 -17,9% 10.495 12.833 -18,2%
Kopenhagen DKK 63,3 70,1 -9,7% 506 630 -19,7%
Dublin EUR 64,3 69,8 -7,8% 57 74 -23,9%
Düsseldorf EUR 55,8 62,5 -10,7% 47 71 -33,3%
Edinburgh GBP 76,8 76,3 0,7% 62 64 -4,2%
Florenz EUR 59,2 62,6 -5,5% 87 102 -14,4%
Frankfurt EUR 57,6 61,1 -5,8% 62 69 -10,9%
Genf CHF 60 70,3 -14,6% 205 264 -22,3%
Glasgow GBP 75,5 75 0,7% 48 48 -1,1%
Hamburg EUR 71,7 73,1 -2% 66 71 -7,3%
Istanbul TRY 64,4 72,3 -11% 191 210 -9%
Köln EUR 59,3 63,7 -7% 53 63 -15,6%
Lissabon EUR 59,2 65 -9,3% 49 59 -17,6%
London GBP 79,8 80,2 -0,6% 90 98 -7,6%
Manchester GBP 68 70,9 -4,1% 45 54 -15,7%
Moskau RUB 57,8 65,8 -12,1% 3.726 5.364 -30,5%
München EUR 64,6 68,8 -6,1% 59 73 -19,2%
Oslo NOK 63,1 68,7 -8,2% 594 677 -12,2%
Paris EUR 74 78,5 -5,8% 124 144 -13,9%
Prag CZK 56,6 65,6 -13,7% 1.161 1.577 -26,4%
Rom EUR 62,9 66,3 -5,2% 87 103 -15,1%
Stockholm SEK 67,2 70,7 -5% 701 793 -11,7%
Tel Aviv ILS 62,3 79,1 -21,3% 550 616 -10,7%
Venedig EUR 58,6 61,1 -4,2% 153 181 -15,6%
Wien EUR 64 70,7 -9,4% 61 76 -19,6%
Zürich CHF 68,1 74 -8% 145 191 -24%
Quelle: STR Global

Die komplette Studie finden Sie unter
http://www.presseportal.de/go2/consumerbusinessandtransportation zum
Download.

Ende

Über Deloitte

Deloitte erbringt Dienstleistungen aus den Bereichen
Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Consulting und Corporate Finance
für Unternehmen und Institutionen aus allen Wirtschaftszweigen. Mit
einem Netzwerk von Mitgliedsgesellschaften in mehr als 140 Ländern
verbindet Deloitte erstklassige Leistungen mit umfassender regionaler
Marktkompetenz und verhilft so Kunden in aller Welt zum Erfolg. "To
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Deloitte ist dies gemeinsame Vision und individueller Anspruch
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Originaltext: Deloitte
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/60247
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_60247.rss2

Pressekontakt:
Isabel Milojevic
PR Manager
Tel: +49 (0)89 29036 8825
imilojevic@deloitte.de


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