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ANZAG stellt sich auf verlangsamtes Marktwachstum ein

Geschrieben am 08.03.2006 - [Nächster Artikel]

Frankfurt (ots) - (ANZAG) - Das Wachstum im deutschen
Arzneimittelmarkt hat sich deutlich verlangsamt, das AVWG wird die
Entwicklung des Marktvolumens zusätzlich bremsen. Dementsprechend
setzt die Andreae-Noris Zahn AG (ANZAG) verstärkt auf Konzepte, um
die selbstständige Apotheke durch aktive Absatzförderung zu stärken.

Auf der Hauptversammlung zum Geschäftsjahr 2005 (1. September 2004
bis 31. August 2005) in Frankfurt am Main berichtete der ANZAG
Vorstand von einem unverändert harten Wettbewerb im Pharmagroßhandel.
In dieser Situation war die Strategie auf Stabilisierung der
Ertragssituation gerichtet. Der Konzernumsatz erhöhte sich um 16,8
Mio. Euro auf 3,38 Mrd. Euro. Der Jahresüberschuss nach Steuern stieg
um 3,5 Mio. Euro auf 25,6 Mio. Euro.

Aus dem Überschuss soll eine unveränderte Dividende von 1,45 Euro
ausgeschüttet werden - bei einem Börsenkurs zum Bilanzstichtag von
34,55 Euro entspricht dies einer Dividendenrendite von 4,2 %.

Die Investitionen stiegen auf insgesamt 29,5 Mio. Euro. In Rostock
wurde eine neue Niederlassung in Betrieb genommen, in Leipzig ein
zusätzliches Servicecenter aufgebaut. Mit der Beteiligung am
kroatischen Pharmagroßhändler Oktal Pharma d. o. o. hat sich die
ANZAG erstmals außerhalb Deutschlands engagiert. Oktal Pharma ist der
drittgrößte Pharmagroßhändler Kroatiens und erwirtschaftete in 2005
einen Umsatz von umgerechnet 125,1 Mio. Euro, 16 % mehr als im
Vorjahr.

Laut Dr. Thomas Trümper, Vorstandsvorsitzender der ANZAG, sind die
Rationalisierungspotenziale im Pharmagroßhandel weitgehend
ausgeschöpft: "Trotz unseres konsequenten Kostenmanagements und der
Orientierung aller Aktivitäten an der Rendite konnten wir die
steigenden Kosten - z. B. durch die Treibstoffpreise - nicht ganz
abfedern." Das Beitragssatzsicherungsgesetz und das nachfolgende
GKV-Modernisierungsgesetz haben die Marge des Pharmagroßhandels stark
reduziert. Dementsprechend hat das operative Ertragsniveau bei weitem
noch nicht wieder die Größenordnung der Geschäftsjahre 2001 und 2002
erreicht. Trümper: "Trotzdem ist die ANZAG nach wie vor ein
kerngesundes Unternehmen, wie die Eigenkapitalquote von 41,6 %
beweist."

Kritik an Sparmaßnahmen im Arzneimittelbereich

Das Arzneimittelversorgungs-Wirtschaftlichkeitsgesetz (AVWG), das
Anfang April in Kraft tritt, wird bei Apotheken und Pharmagroßhandel
zu erheblichen Ertragseinbußen führen. Die kumulierte Wertschöpfung
von Apotheken und Großhandel wurde durch das GMG und andere Gesetze
von 2002 bis 2005 von 6 Mrd. Euro auf 4,9 Mrd. Euro reduziert - dem
Distributionssystem für Arzneimittel sind innerhalb von 4 Jahren mehr
als 18 % der finanziellen Mittel entzogen worden.

Trümper bezeichnete es als unverständlich, dass jetzt erneut der
Arzneimittelbereich im Zentrum der Sparbemühungen stehen soll. Das
Wachstum im Arzneimittelmarkt sei allein durch neue, hochwertige und
oftmals teure Medikamente verursacht. Innovative medikamentöse
Therapien haben die Heilungschancen bei vielen Krankheiten stark
verbessert: Bei Säuglingserkrankungen ist die Sterblichkeitsrate
zwischen 1965 und 1999 dank neuer Medikamente um 80 % gesunken.
Inzwischen besiegen 60 % der Erkrankten den Krebs und gelten auch
fünf Jahre später als geheilt.

Zu wenig Beachtung finde in der aktuellen Diskussion die Tatsache,
dass Arzneimittel einen unverzichtbaren volkswirtschaftlichen Beitrag
leisten: Innovative Behandlungsmethoden reduzieren die
Krankheitsdauer - und damit die Kosten. Prävention und effektive
Behandlung von Krankheiten senken die volkswirtschaftlichen Schäden
durch Produktivitätsverluste. Der Rückgang chronischer Invalidität
ermöglicht es, dass die Menschen länger im Arbeitsprozess bleiben
bzw. nach Krankheit wieder integriert werden können - dies sei die
Voraussetzung dafür, um die Lebensarbeitszeit wie geplant zu
verlängern. Trümpers Fazit: "Unser Gesundheitssystem hat
grundsätzlich kein Ausgaben-, sondern ein Einnahmenproblem. Es müssen
Lösungen gefunden werden, wie der medizinische Fortschritt auch in
Zukunft finanziert werden kann."


Ausblick: Steigerung der Effizienz

Nach einem starken Schub Anfang des Kalenderjahres 2005 ist das
Wachstum im Arzneimittelmarkt wieder stark abgeflacht: Für das
laufende Geschäftsjahr geht der Vorstand nur noch von einer
Steigerungsrate von rund 4 % aus. Dementsprechend hat es sich ANZAG
für das laufende Geschäftsjahr zum Ziel gesetzt, angemessen am
Marktwachstum zu partizipieren und die Ertragslage zu stabilisieren.

"Unabhängig von der Kostendiskussion erwarten die Patienten, dass
die Versorgung mit Medikamenten und die Beratung in Gesundheitsfragen
weiterhin auf hohem Niveau erfolgt. In dieser Situation ist die Rolle
des Pharmagroßhandels wichtiger denn je," so Trümper zur Zukunft des
Distributionssystems für Arzneimittel. "Die ANZAG versteht sich
gleichzeitig als Partner der pharmazeutischen Industrie und der
Apotheken. Wir werden unsere Leistungen weiter ausbauen - sowohl was
die Effizienz bei der Belieferung als auch was die Förderung des
Absatzes in den Apotheken angeht."


Über die ANZAG

Mit im Geschäftsjahr 2005 umgerechnet 2.221 Vollzeitmitarbeitern
und einem Umsatz von 3,38 Mrd. Euro gehört die Andreae-Noris Zahn AG
zu den führenden Pharmagroßhändlern in Deutschland. Die ANZAG verfügt
mit 23 Niederlassungen und einem Servicecenter über das dichteste
Auslieferungsnetz im Pharmagroßhandel. Seit Anfang 2004 unterstützt
die ANZAG die selbstständigen Apotheken mit dem Zukunftskonzept
vivesco bei der Stärkung ihrer Wettbewerbsfähigkeit unter sich
verändernden Marktbedingungen.


Originaltext: ANZAG Andreae-Noris-Zahn AG
Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=12801
Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_12801.rss2
ISIN: DE0005047005

Kontakt:

Andreae-Noris Zahn AG
Karin Laberenz
Solmsstraße 25
60486 Frankfurt am Main
Tel.: (069) 7 92 03-237
Fax: (069) 7 92 03-342
E-Mail: karin.laberenz@anzag.de
http://www.anzag.de
 
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