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Callcenter-Beschäftigte fordern während des Callcenter-Aktionsmonats Vereinigungs- und Verhandlungsfreiheit

Geschrieben am 01-10-2009

Nyon (ots) - Aufschlussreicher neuer Bericht "A world on the
phone" dokumentiert einen Tag im Leben von Callcenter-Beschäftigten
rund um die Welt

Eine Gewerkschaft macht den Unterschied zwischen qualitativ
schlechten, risikoreichen und ausgrenzenden Arbeitsplätzen und einer
sicheren, zufriedenstellenden beruflichen Laufbahn in den Callcentern
der Welt aus, ließ UNI Global Union heute verlautbaren.

Oktober ist der Callcenter-Aktionsmonat und für UNI und ihre
Mitgliedsorganisationen rund um die Welt steht dieses Jahr ein
Unternehmen im Brennpunkt, nämlich Telefónica. Alle Beschäftigten
dieses Unternehmens sollen die Möglichkeit haben, einer Gewerkschaft
anzugehören.

Zusätzlich gab UNI heute einen Bericht heraus, der auf Interviews
mit 12 Callcenter-Beschäftigten aus der ganzen Welt basiert. Der
Bericht bietet Einblick in ihr Arbeitsleben und zeigt, warum
Callcenter-Beschäftigte, die einer Gewerkschaft beitreten und ihre
grundlegenden Rechte einfordern können, viel zufriedener und
letztendlich produktiver sind.

Die meisten Callcenter-Beschäftigten werden streng überwacht und
es wird von ihnen erwartet, dass sie unrealistische Leistungsziele
erfüllen. Zudem verfügen sie kaum über Entscheidungsspielraum bei der
Arbeit, verdienen sehr wenig, haben weder Gewerkschafts- noch
Arbeitnehmerrechte und keinerlei Arbeitsplatzsicherheit.

"Heute starten Callcenter-Beschäftigte rund um die Welt einen
Monat koordinierter Aktionen, um faire Bedingungen bei der Arbeit
durchzusetzen. Hunderttausende von gewerkschaftlich organisierten
Callcenter-Beschäftigten verfügen über menschenwürdige Arbeitsplätze
mit fairen und sicheren Arbeitsbedingungen, aber nicht
gewerkschaftlich organisierte Callcenter-Beschäftigte haben das
nicht", so Marcus Courtney, Leiter von UNI Telekom. "Wir möchten
dafür sorgen, dass jede/r Callcenter-Beschäftigte, wo immer er oder
sie sich auch befindet, die Möglichkeit hat, faire Arbeitsbedingungen
auszuhandeln, also bessere Löhne, sicherere Arbeitsbedingungen, mehr
Arbeitsplatzsicherheit und vor allem auch, am Arbeitsplatz
respektiert zu werden.

Aus einer globalen Studie über die Arbeit in Callcentern,
durchgeführt von Forschern der US-amerikanischen Cornell Universität
im Jahr 2007, ging hervor, dass etwa 70% aller
Callcenterbeschäftigten an Arbeitsplätzen tätig sind, die "wenig oder
sogar sehr wenig Qualität" aufweisen.

Dieses Jahr konzentrieren UNI und ihre angeschlossenen
Gewerkschaften ihre Callcenter-Organisierungsarbeit auf Telefónica,
eines der weltgrößten Unternehmen mit 250.000 Beschäftigen und einem
Umsatzerlös von E60 Mrd. pro Jahr. Das in Spanien ansässige
Unternehmen ist in 25 Ländern weltweit tätig und kündigte kürzlich
an, dass es in 15 weitere Länder in Europa expandieren wird.

Im Jahr 2000 war Telefónica eines der ersten Unternehmen der Welt,
das ein globales Abkommen mit UNI unterzeichnete, das grundlegende
Rechte für alle Beschäftigten des Unternehmens auf der ganzen Welt
gewährleistet.

Doch in Lateinamerika sind viele Beschäftigte von Atento, einer
hundertprozentigen Tochtergesellschaft von Telefónica, nicht
gewerkschaftlich organisiert und die Möglichkeit, einer Gewerkschaft
beizutreten, wird ihnen verweigert.

Zehntausenden von Atento-Beschäftigten wird die
Vereinigungsfreiheit verweigert. In Mexiko beispielsweise wurden
Arbeitnehmer eingeschüchtert, bedrängt und sogar entlassen, weil sie
ihre Gewerkschaft unterstützten. Bei Atento arbeiten über 100.000
Menschen, knapp die Hälfte aller Telefónica-Beschäftigten.

"UNI fordert Telefónica dazu auf, zu der mit dem globalen Abkommen
gemachten Zusage zu stehen, gemäß der allen Beschäftigten des
Unternehmens, ob sie nun in Madrid oder in Mexiko-Stadt arbeiten,
Verhandlungs- und Vereinigungsfreiheit gewährt wird, damit sie faire
Arbeitsbedingungen aushandeln können, ohne vom Management daran
gehindert zu werden", so UNI-Generalsekretär Philip Jennings.

Aber nicht nur in Lateinamerika werden Telefónica-Beschäftigten
die Rechte verweigert. In der Republik Irland mischte sich die
Telefónica-Tochter O2 in das Vereinigungsrecht ihrer Beschäftigten
ein und weigert sich, die Gewerkschaft als Tarifpartner anzuerkennen.

Während des Callcenter-Monats Oktober 2009 fordern UNI und ihre
Mitgliedsorganisationen den Vorstandsvorsitzenden von Telefónica,
Cesar Alierta, dazu auf, in Einklang mit dem mit UNI unterzeichneten
globalen Abkommen zu handeln und dafür zu sorgen, dass die
Arbeitnehmerrechte überall auf der Welt gewahrt werden.

Gewerkschaften in völlig verschiedenen Ländern, wie etwa Irland,
Mexiko, Brasilien, den Vereinigten Staaten, Kolumbien, Kamerun,
Südafrika, Belgien, Tunesien, Frankreich und Australien, werden sich
an dieser internationalen Aktion beteiligen. Für weitere
Informationen über das tägliche Leben von Callcenter-Beschäftigten,
sowohl bei der Arbeit als auch zu Hause, kann der UNI-
Forschungsbericht A World on the Phone heruntergeladen werden, der ab
heute auf unserer Website zur Verfügung steht:
www.callcentreaction.org (Anmerkung: Der Bericht wird ab nächster
Woche auch auf Französisch, Deutsch, Spanisch und Holländisch
verfügbar sein).

Callcenter-Aktionsmonat

UNI Global Union führt jedes Jahr im Oktober einen Callcenter-
Aktionsmonat durch. Wir konzentrieren uns auf die gewerkschaftliche
Organisation von Callcentern rund um die Welt, tauschen unsere
Erfahrungen aus und werden mit vereinten Kräften tätig, um Stärke
aufzubauen und das Leben der Callcenter-Beschäftigten zu verbessern.

UNI Global Union

UNI Global Union ist die globale Gewerkschaft für Fach- und
Dienstleistungsberufe, die 900 Gewerkschaften und 20 Millionen
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in 150 Ländern der ganzen Welt
vertritt. UNI Telekom vertritt 3 Millionen Telekom-Beschäftigte
weltweit.

ots Originaltext: UNI global union
Internet: www.presseportal.ch

Originaltext: UNI Global Union
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/65450
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_65450.rss2

Pressekontakt:

Marcus Courtney, Head of UNI Telecom
UNI Telecom Global Union
Tel. Büro: +41/22/365'21'33
Mobile: +41/79/508'26'33
E-Mail: marcus.courtney@uniglobalunion.org


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