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Industriespionage: Deutsche Wirtschaft unzureichend geschützt

Geschrieben am 08-09-2009

Frankfurt am Main (ots) - Rund drei Viertel der deutschen
Unternehmen verfügen über keinerlei Abwehr gegen Industriespionage.
Soweit sie überhaupt eine Sicherheitsorganisation unterhalten,
handelt es sich dabei in der Regel um den klassischen Werkschutz mit
Wachleuten und Taschenkontrolle, der modernen Spionagemethoden
hilflos gegenüber steht. Dieses Resümee zieht der Präsident des
Deutsch-Asiatischen Wirtschaftskreises (DAW, www.daw-ev.de), Konsul
Bodo Krüger, aus der DAW-Konferenz "Internationale Finanz- und
Wirtschaftskrise - Hochkonjunktur für Wirtschafts- und
Wettbewerbsspionage" im Frankfurter Messeturm. Auf der Veranstaltung
hatten Maxim Worcester, Senior Manager Advisory Forensic bei der
Wirtschaftsberatungsgesellschaft KPMG, und Dr. Peter Roell, Präsident
des ISPSW Institut für Strategie- Politik- Sicherheits- und
Wirtschaftsberatung in Berlin, aus den "Nähkästchen der
Industriespionage" geplaudert. Der ehemalige Präsident des
Bundesnachrichtendienstes (BND) und derzeitige Staatssekretär im
Bundesministerium des Innern, Dr. August Hanning, schätzt die
Schäden, die der deutschen Wirtschaft jährlich durch
Wirtschaftsspionage entstehen, auf etwa 20 Mrd. Euro. Die
Arbeitsgemeinschaft für Sicherheit in der Wirtschaft (ASW) beziffert
den entstandenen Schäden allein im letzten Jahr auf 30 Mrd. Euro.

"Deutsche Unternehmen sind im Hinblick auf Sicherheit traditionell
risikoavers. Es ist kein Managementthema und wird bestenfalls reaktiv
statt präventiv behandelt", sagt Spionage-Experte Maxim Worcester.
Das macht es den Angreifern in der Regel leicht, an geheime
Informationen wie Firmenstrategien, Kostenschätzungen,
Preisstrukturen, Bieterverfahren, Lieferanten und Auftragnehmer sowie
Patente, Produkte, Methoden und Prozesse zu gelangen. Als besonders
gefährdet stufen die Experten Großunternehmen mit internationalen
Interessen ein, aber auch innovative mittelständische Firmen, bei
denen das intellektuelle Eigentum ein Hauptprodukt darstellt. Vor
allem Know-how auf dem Hightech-Sektor ist bei Wirtschaftsspionen
gefragt.

USB-Geräte bezeichnet der KPMG-Sicherheitsfachmann als
"unsichtbare Gefahr", um vertrauliche Informationen aus einer Firma
zu entwenden. In Kugelschreibern, Armanduhren oder Schlüsselanhängern
versteckt können die USB-Speicher bis zu 2 Gigabyte an Daten
aufnehmen und bleiben in der Regel bei Taschenkontrolle unentdeckt.
Da praktisch jeder moderne Computer über einen USB-Anschluss verfügt,
lassen sich die Daten mit Leichtigkeit heimlich überspielen.
USB-Sticks sind zudem beliebte Werbegeschenke; kaum jemand vermutet,
dass sie mit unsichtbarem "trojanischem Angriffscode" bestückt sein
können und einmal am PC angesteckt alle Daten des Computers per
Internet an eine fremde Stelle übermitteln. Stift und Uhr bergen ein
weiteres Risiko: Einige Modelle erlauben unauffällig
Sprachaufzeichnungen von bis zu 20 Stunden. "Nur die wenigsten
Unternehmen untersuchen ihre Besprechungsräume regelmäßig auf
umherliegende Gegenstände", sagt Maxim Worcester.

Der Einsatz der modernen Spionageinstrumente ist auch deshalb so
leicht, weil der größte Abfluss vertraulicher Informationen
schlichtweg intern erfolgt: durch unzufriedene Beschäftigte,
freiberufliche Mitarbeiter, Praktikanten und Dienstleister mit
ungehindertem Zugang zu den internen Systemen. Rund 20 Prozent aller
Schädigungen erfolgt durch Interne, während die viel zitierten
Hackerangriffe von außen nur zu 15 Prozent am Informationsabfluss
beteiligt sind, hat die DAW-Konferenz zutage gefördert.

Den größten Schwachpunkt in der Unternehmenssicherheit stellt
entgegen landläufiger Meinung nicht die Informationstechnologie dar,
sondern der menschliche Faktor, also die Mitarbeiter, sind sich die
auf der DAW-Konferenz aufgetretenen Sprecher einig. Bei gut einem
Drittel aller Spionagefälle wird ein Beschäftigter angeworben - eine
Gefahr, die in der derzeitigen Wirtschaftsflaute mit ungewisser
Arbeitsplatzsicherheit besonders hoch ist. In beinahe einem Viertel
der Vorfälle werden Besprechungen abgehört, Mitarbeiter auf Messen
ausgefragt oder die Firmenkommunikation belauscht. Über Social
Networks wie Xing, LinkedIn oder Facebook wird es den Angreifern
häufig leicht gemacht, Kontakte zu Beschäftigten aufzubauen und die
Beziehung anschließend zu manipulieren, um an vertrauliche
Informationen zu gelangen. "Auf Social-Engineering-Angriffe ist
praktisch kein Unternehmen in Deutschland auch nur annähernd
vorbereitet", befürchtet DAW-Präsident Bodo Krüger.

Der Deutsch-Asiatische Wirtschaftskreis e.V. (DAW) hat es sich zur
Aufgabe gemacht, Wirtschaftsfreundschaften zwischen den Ländern
Asiens und Deutschland zu vermitteln. Hierzu unterhält der DAW
Repräsentanzen in zehn asiatischen Ländern und arbeitet eng mit den
Konsulaten zusammen, die das Tor zu wirtschaftlichen Beziehungen in
Asien darstellen. Neben der Großindustrie versteht sich der DAW vor
allem als Wirtschaftsbrücke der mittelständischen Wirtschaft in
Deutschland, die nach konkreter Hilfestellung beim Auf- und Ausbau
ihres Geschäfts in Asien sucht. Dabei legt der DAW den Schwerpunkt
auf persönliche Beziehungen, die zu lukrativen Geschäften führen.
"Der einzige Weg, einen Freund zu gewinnen, ist der, selbst einer zu
sein", erklärt DAW-Präsident Bodo Krüger.

Originaltext: Deutsch-Asiatischer Wirtschaftskreis e.V. (DAW)
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/69420
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_69420.rss2

Pressekontakt:
Weitere Informationen: Deutsch-Asiatischer Wirtschaftskreis e.V.
(DAW),
z. Hd. Herrn Alexander Alles, Johanna-Melber-Weg 4, 60599 Frankfurt
am Main, Tel. +49 69 62700606, E-Mail: daw@daw-ev.de, Web:
www.daw-ev.de

PR-Agentur: euro.marcom dripke.pr, Tel. +49 611 973150, E-Mail:
team@euromarcom.de


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