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Kölner Stadt-Anzeiger: Käßmann: Bin in der Kirche als "Rabenmutter" angegriffen worden Evangelische Landesbischöfin sieht Vielfalt von Mutterrollen als Zugewinn von Freiheit

Geschrieben am 24-07-2009

Köln (ots) - Margot Käßmann, evangelische Landesbischöfin von
Hannover, hat innerkirch-liche Frauen-Klischees angeprangert. "Ich
habe in der Kirche oft damit kämpfen müs-sen, als 'Rabenmutter'
angesehen zu werden, weil ich berufstätig war und bin. Bis hin zur
Frage vor meiner Bischofswahl, ob eine Frau mit vier Kindern dieses
Amt über-nehmen könne. Das habe ich als Angriff erlebt", sagte die 51
Jahre alte Theologin dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Samstag-Ausgabe).
Das in Maria, der Mutter Jesu,
personifizierte Frauen- und Mutterbild der christlichen Überlieferung
tue in seiner Überhöhung "weder Maria gut noch den anderen Müttern",
sagte Käßmann. Bis heute könnten innerkirchliche Rollenbilder
hinderlich wirken. So ließen gerade viele alleiner-ziehende Mütter
ihre Kinder nicht taufen, weil ganz tief in ihnen offenbar die Angst
sitze, ein uneheliches Kind schließe sie aus der kirchlichen
Gemeinschaft aus. "Das möchte ich aufbrechen: Jede Frau ist mit ihrem
Kind bei uns willkommen", so Käß-mann. Sie wolle dazu ermutigen,
Vielfalt als normal anerkennen und als Zugewinn von Freiheit. "Die
alleinerziehende Mutter, die Ledige, die Verheiratete, die Mutter in
einer Patchwork-Familie, die Stief- oder Adoptivmutter - sie alle
stehen für mögliche Formen gelingenden Lebens." Mehr Krippenplätze
sind nach Käßmanns Ansicht entscheidend
dafür, dass sich mehr Frauen in Deutschland für Kinder entscheiden
und gleichzeitig berufstätig bleiben können. "Viele brauchen das für
ihren Lebensunterhalt. Aber für viele ist es auch eine Frage der
Würde und der persönlichen Bereicherung: mit Freude und Leidenschaft
noch etwas anderes zu machen, als Kinder zu versorgen." So gut sie es
auch finde, wenn Frauen sich dem ganz widmen, "sollten wir doch nicht
so tun, als wäre Muttersein das ganze Leben. Das wäre eine Reduktion
der Frauen auf eine einzige Rolle." Sie selbst, so Käßmann, sei froh
gewesen, "als ich von acht bis zwölf eine Ta-gesmutter hatte - und
damit eine Zeit, in der ich nicht allein und ausschließlich Mutter
war."

Originaltext: Kölner Stadt-Anzeiger
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/66749
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_66749.rss2

Pressekontakt:
Kölner Stadt-Anzeiger
Politik-Redaktion
Telefon: +49 (0221)224 2444
ksta-produktion@mds.de


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