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"Die Krise verpflichtet uns, unseren Weg neu zu planen" / Kolpingwerk Deutschland würdigt Sozialenzyklika als weitsichtigen Maßstab für die Zukunft

Geschrieben am 08-07-2009

Köln (ots) - "Diese Enzyklika ist ein unübersehbarer Meilenstein
der katholischen Sozialverkündigung", urteilt Ottmar Dillenburg,
Bundespräses des Kolpingwerkes Deutschland. Anlässlich der
Veröffentlichung von "Caritas in veritate" unterstreicht er gemeinsam
mit dem Bundesvorsitzenden des Kolpingwerkes Deutschland, Thomas
Dörflinger MdB, den weit über die gegenwärtige Finanz- und
Wirtschaftskrise hinaus reichenden Anspruch des päpstlichen
Lehrschreibens. In einer Erklärung hebt die Spitze des katholischen
Sozialverbandes insbesondere den Brückenschlag von klassischen
sozial- und wirtschaftsethischen Fragen zu bioethischen
Herausforderungen hervor. Eine zukunftsfähige Globalisierung sei nur
dann möglich, wenn sie in umfassender Weise dem Leben diene, so
Dillenburg und Dörflinger. Dafür setze Benedikt XVI. auf den Menschen
als verantwortlichen sozialen, wirtschaftlichen und politischen
Akteur, wie auch schon Adolph Kolping eine Gesinnungsreform zum
Ausgangspunkt seines sozialreformerischen Werkes gemacht habe.

Die Erklärung im Wortlaut:

Mit seiner ersten Sozialenzyklika "Caritas in veritate" liefert
Papst Benedikt XVI. vor dem Hintergrund einer epochalen Finanz- und
Wirtschaftskrise eine weit darüber hinausweisende christliche
Zeitansage, und dies entgegen einer der katholischen Kirche bisweilen
angelasteten kulturpessimistischen Einstellung in einer "eher
zuversichtlichen als resignierten Grundhaltung" (CiV 21). Benedikt
XVI. stellt heraus: "Die Krise verpflichtet uns, unseren Weg neu zu
planen." (CiV 21) Dazu wählt er einen bislang vernachlässigten
Ansatzpunkt zum Verständnis der in ökonomischen Kategorien nur
unzureichend gewürdigten Krise, indem er zum Maßstab einer
zukunftsfähigen Globalisierung erhebt, inwiefern sie in umfassender
Weise dem Leben dient. Nach allen Krisenanalysen und eiligen
politischen Rezepten, die wir in den letzten 12 Monaten gelesen und
gehört haben, gelingt Benedikt XVI. so ein substanziell neuer Beitrag
zu dieser Diskussion. Er verknüpft klassische sozial- und
wirtschaftsethische Themen mit bioethischen Positionen, da ihnen ein
gemeinsamer Kern an Herausforderungen innewohne: "Die Offenheit für
das Leben steht im Zentrum der wahren Entwicklung." (CiV 28)

Damit einher geht eine zentrale Aufmerksamkeit für die Menschen in
allen Regionen der Erde, die in rein strukturorientierten politischen
Analysen und Rezepten buchstäblich unter Wert gehandelt werden.
"Daher muss sich der Appell nicht an das Mittel, sondern an den
Menschen richten, an sein moralisches Gewissen und an seine
persönliche und soziale Verantwortung." (CiV 36) Es geht es um eine
Gesinnungsreform des modernen Menschen, die inmitten der
Industriellen Revolution des 19. Jahrhunderts auch Adolph Kolping zum
Ausgangspunkt seines sozialreformerischen Werkes gemacht hat, um
"rechtschaffene Menschen [...], die in ihrem Gewissen den Aufruf zum
Gemeinwohl nachdrücklich leben" (CiV 71). Wer sich an dieser Stelle
beschwert, dass dies keine politisch operationalisierbaren Rezepte
seien, dem sei nicht nur gesagt, dass die katholische Kirche sich
nicht die ureigene Kompetenz der legitimen politischen Akteure
anmaßen will und kann, sondern auch als eine zentrale Lehre der
vergangenen Monate, dass die beste Politik und Ökonomie nicht ohne
sittlich gefestigte Persönlichkeiten auskommt.

Auch wenn es auf Dauer für die von Benedikt XVI. skizzierten
Herausforderungen nicht reicht, wie schon Johannes XXIII. vor fast 50
Jahren eine nicht näher bestimmte "echte politische Weltautorität"
(CiV 67) zu fordern, so ist doch ihre Erwähnung für die politisch
wachen Christen Signal genug, dieser Forderung mit konkretisierenden
Vorschlägen weiteren Nachdruck zu verleihen. Dies sollte nicht in
einer oberflächlichen Weise geschehen, in der die Enzyklika von
Akteuren inner- und außerhalb der Kirche auf vermeintliche Deckung
mit Positionen abgeklopft wird, die man ja schon immer vertreten
habe. Vielmehr gilt es sich auf die prophetische Kraft des Textes
einzulassen und seine aufrüttelnden Gedanken in Diskussionen,
gesellschaftliches Engagement und politisches Handeln einfließen zu
lassen. Das Kolpingwerk Deutschland ist dankbar und stolz, an dieser
Aufgabe als Teil der Kirche in Deutschland mitwirken zu können.

Originaltext: Kolpingwerk Deutschland gGmbH
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/52043
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_52043.rss2

Pressekontakt:
Kolpingwerk Deutschland
Heinrich Wullhorst
Pressesprecher
Kolpingplatz 5-11
50667 Köln
Tel: (0221) 20701-241
Mobil: (0172) 5604303
E-Mail: heinrichwullhorst@kolping.de
Homepage: www.kolping.de


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