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Neues Deutschland: Schlechte Bad Bank

Geschrieben am 03072009

Berlin (ots) - Dank üppiger Staatshilfen gehören deutsche
Großbanken international zu den Siegern der Krise. Zu dieser
Einschätzung kommt das britische Fachblatt »The Banker«. Weitere
Erleichterung verschafft ihnen das von der Großen Koalition im
Bundestag verabschiedete sogenannte Bad-Bank-Gesetz. Börsen und
Bankenverband zeigten sich erfreut.

Profitieren werden vor allem die Großen. So wird der Deutschen
Bank die Übernahme der Postbank nun von Berlin mundgerecht serviert.
Dazu ist die Bundesregierung bei der Bewertung der schlechten (»bad«)
Wertpapiere der Kreditwirtschaft weit entgegengekommen. Das Risiko
des Staates steigt dadurch um einen weiteren zweistelligen
Milliardenbetrag. Ist der Rubikon einmal überschritten, lebt es sich
als Regierung ganz ungeniert. Auch die privaten Kapitaleigentümer der
Institute, die sich auf der Jagd nach dem leichten Profit verrannt
haben, werden von der Regierung tunlichst geschont. Derweil werden
den grundsoliden öffentlichen Sparkassen weitere Risiken aufgebürdet.

Entlastet von ihren Spekulationsflops, sollen die privaten Banken
wieder mehr Kredite vergeben. Diese Hoffnung der Regierung ist
bestenfalls naiv. Selbst das gesündeste Kreditinstitut wird sich auch
zukünftig weigern, Unternehmen mit unsicheren Aussichten Geld zu
leihen. So werden die Bad Banks als volkswirtschaftliche Null
verpuffen. Diese Null-Lösung hätte der Staat quasi kostenlos haben
können, wenn er die eine Handvoll wirklich gefährdeter Banken hätte
pleitegehen lassen. Dann hätte er Milliarden in die Zukunft der
ganzen Gesellschaft investieren können, statt in die Vergangenheit
einiger weniger Geldgiganten.

Originaltext: Neues Deutschland
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Neues Deutschland
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Telefon: 030/2978-1715


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