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Im neuen Gesetz fehlt nur ein einziges Wort: »Schmerzmedizin«

Geschrieben am 26-06-2009

Oberursel/München (ots) - Bei der Formulierung einers
Gesetzesentwurfs, der die Approbationsordnung für Ärzte ändert, wurde
offenkundig vergessen, die Schmerzmedizin in die Liste der
verbindlichen Lehr- und Prüfungsfächer für Ärzte aufzunehmen. »Dies
ist ein Skandal und ein Affront gegen Millionen von Menschen in
Deutschland, die unter chronischen Schmerzen leiden«, erklärt Dr.
med. Marianne Koch, Präsidentin der Deutschen Schmerzliga. Die
Patientenorganisation appelliert daher an den Deutschen Bundesrat,
diesem Gesetz in der vorliegenden Form die Zustimmung zu verweigern.

Am 5. Juli 2009 wird im Deutschen Bundesrat das »Gesetz zur
Regelung des Assistenzpflegebedarfs« beraten. Es sieht unter anderem
vor, die Palliativmedizin als Pflichtlehr- und Prüfungsfach im Rahmen
des Medizinstudiums in die Approbationsordnung für Ärzte aufzunehmen.
Dies ist nach Meinung der Deutschen Schmerzliga e.V. ein wichtiger
Schritt.

Als Skandal bezeichnet es die Patientenorganisation jedoch, dass
die Schmerzmedizin bei dieser Änderung nicht berücksichtigt wurde.
»Nicht nur die Palliativmedizin, sondern auch die Schmerzmedizin
gehört unabdingbar in die Approbationsordnung für Ärzte«, erklärt Dr.
med. Marianne Koch, Präsidentin der Deutschen Schmerzliga. Würde das
Gesetz um dieses eine Wort - Schmerzmedizin - ergänzt, könnte dies
die Zukunft von Millionen Patienten mit chronischen Schmerzen
entscheidend verbessern. Koch: »Eine gute Schmerzmedizin kann Leiden
lindern, Lebensqualität verbessern und in vielen Fällen verhindern,
dass wiederkehrende Schmerzen zu einer eigenständigen Erkrankung
werden, der Schmerzkrankheit.«

Obwohl sich die Deutsche Schmerzliga zusammen mit anderen
Schmerzorganisationen und der Koalition gegen den Schmerz seit
nunmehr 20 Jahren für das inzwischen unbestrittene Recht von
Schmerzpatienten auf eine adäquate Behandlung einsetzt, wird dieses
Recht zwar in Sonntagsreden gerne betont, aber letztendlich nicht
durchgesetzt, da die Ausbildung der Ärzte auf diesem Gebiet
mangelhaft ist.

Die fatalen Folgen: Eine aktuelle wissenschaftliche Untersuchung
kommt zu dem Ergebnis, dass alleine Rückenschmerzen die deutsche
Volkswirtschaft mit jährlich 48 Milliarden Euro belasten. Das sind
2,2 Prozent des Bruttosozialprodukts. »Der Preis ist hoch, den
Gesellschaft und Wirtschaft für eine mangelhafte Ärzteausbildung in
Schmerzmedizin und die daraus resultierende Unter- und Fehlbehandlung
zu bezahlen haben«, sagt Koch. »Und nicht in Euro und Cent bemessen
lassen sich Schmerzen und Beeinträchtigung der betroffenen
Patienten.«

Darum appelliert die Deutsche Schmerzliga an die
Ministerpräsidenten der Länder, sich bei den bevorstehenden
Beratungen des Gesetzes zur Regelung des Assistenzpflegebedarfs dafür
einzusetzen, dass im § 27 Absatz 1 der Approbationsordnung für Ärzte
nicht nur die Palliativmedizin, sondern auch die Schmerzmedizin in
die Liste jener Fächer aufgenommen wird, die im Rahmen eines
Medizinstudiums gelehrt und geprüft werden müssen. Zwei Drittel der
medizinischen Fakultäten bieten unzwischen ein Curriculum
Schmerztherapie für Studenten an. Es ist allerdings nur ein Wahlfach.
"Es darf nicht sein, dass angehende Ärzte ihr Studium absolvieren
können, ohne zu lernen, wie sie chronische Schmerzen verhindern und
behandeln können", erklärt Marianne Koch. "Die Bundesländer haben es
jetzt in der Hand, die Weichen richtig zu stellen."

Mitglieder der Koalition gegen den Schmerz sind: Deutsche
Gesellschaft für Schmerztherapie e.V. (DGS), Deutsche Gesellschaft
zum Studium des Schmerzes e.V. (DGSS), Interdisziplinären
Gesellschaft für orthopädische und unfallchirurgische Schmerztherapie
(IGOST), Berufsverband der Schmerztherapeuten in Deutschland (BVSD),
Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin e.V. (DGP), Deutsche
Schmerzliga e.V. und die Deutsche Gesellschaft für Versicherte und
Patienten.

Originaltext: Deutsche Schmerzliga e.V.
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/43288
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Pressekontakt:
Pressestelle
ProScience Communications GmbH
Barbara Ritzert
Andechser Weg 17 · 82343 Pöcking
Fon 08157 93 97-0 · Fax 08157 93 97-97
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