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Bundestag beschließt Steuerermäßigung für Erdgas als Kraftstoff bis 2018 / Positives Signal für Tankstellenausbau und Motoreninnovation
Geschrieben am 06.07.2006 - [Nächster Artikel] |
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Berlin (ots) -
Die Entscheidung des Bundestags, die Dauer der Steuerermäßigung für Erdgas als Kraftstoff bis 2018 festzusetzen, stößt auf verhaltene Zustimmung der Gaswirtschaft und der Automobilindustrie. "Damit hat der Gesetzgeber ein entscheidendes Signal für die Fortsetzung des Ausbaus des Erdgastankstellennetzes in Deutschland gegeben. Ein kürzerer Zeitraum wäre das Aus für die zukunftsweisende Technik gewesen", kommentierte Dr. Ulrich Müller, verkehrspolitischer Sprecher des Bundesverbandes der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft e. V., den in der vergangenen Woche gefassten Beschluss. "Der Horizont 2018 bietet der deutschen Gaswirtschaft, die rund 250 Millionen Euro für den Ausbau in die Hand nimmt, die notwendige Investitionssicherheit, um das gesetzte Ziel von 1.000 Erdgastankstellen zu realisieren."
Der Ausbau des Erdgastankstellennetzes ist auch die notwendige Voraussetzung für die Nutzung von regenerativ erzeugtem Bioerdgas als Kraftstoff. Das aus Biogas gewonnene Gas kann als Beimischung oder in Reinform in Erdgasfahrzeugen genutzt werden und verringert die gesamten Treibhausgas-Emissionen eines Fahrzeugs um nahezu 70 Prozent - mehr als jeder andere verfügbare Biokraftstoff. Ein mit Bioerdgas betriebener, siebensitziger Opel Zafira 1.6 CNG hätte so die Treibhausgas-Emissionen eines Zwei-Liter-Autos. Bioerdgas ist durch das aktuelle Energiesteuergesetz als Biokraftstoff der zweiten Generation bis 2015 vollständig von der Energiesteuer befreit. Die deutsche Gaswirtschaft hat sich verpflichtet, bis 2020 in ihrem Leitungsnetz bis zu 20 Prozent des als Kraftstoff verwendeten Erdgases durch Bioerdgas zu ersetzen.
Auf völliges Unverständnis stieß dagegen die Entscheidung, Flüssiggas als Kraftstoff (Autogas/ LPG) bei der Mineralölsteuer bis 2018 zu begünstigen. Flüssiggas entsteht als Abfallprodukt bei der Raffination von Erdöl und unterscheidet sich chemisch vollständig von Erdgas. Die CO2-Emissionen eines Flüssiggasfahrzeugs entsprechen denen eines Dieselfahrzeugs. Da es keine effizient herstellbaren Biokomponenten für Flüssiggas gibt, ist die langfristige Förderung dieses Kraftstoffes eine umweltpolitische Sackgasse. Während serienmäßige Erdgasfahrzeuge bereits heute das für 2008 von der Politik geforderte Ziel eines CO2-Ausstoßes von 140g/km erreichen, sind Flüssiggasfahrzeuge davon noch deutlich entfernt. Die Steuerermäßigung für Flüssiggas wird aus Sicht der Gaswirtschaft erneut auf den Prüfstand kommen, wenn das gesetzte CO2-Ziel verfehlt wird. Dann wird die vom Leiter der Konzernforschung der Volkswagen AG, Prof. Jürgen Leohold, am 21. Juni 2006 in Berlin erhobene Forderung nach der Einführung eines auf CO2-Effizienz und Nachhaltigkeitskriterien basierenden Kraftstoff-Besteuerungsmodells wieder laut werden.
Mehrere Unternehmen der Automobilindustrie haben inzwischen angekündigt, die Entwicklung von serienmäßigen Erdgasfahrzeugen weiter voranzutreiben, da sie im Markt eine zunehmende Akzeptanz finden. Für die derzeit in der Markteinführung befindlichen Modelle Volkswagen Touran EcoFuel und Caddy EcoFuel liegen bereits nach kurzer Zeit mehrere Hundert Bestellungen vor. Auch bei Opel sind für den neuen Zafira 1.6 CNG, dessen Auslieferung im August startet, bereits knapp 2.000 Bestellungen eingetroffen. So wird der Bestand an Erdgasfahrzeugen in 2005 abermals um 40 Prozent auf rund 55.000 anwachsen. Die für 2008 angekündigte nächste Generation von Fahrzeugen mit Erdgasturboladern verspricht dann noch mehr Leistung bei gleichen Emissionen. Bis 2012 können bei den derzeitigen Planungen rund 500.000 Erdgasfahrzeuge auf Deutschlands Straßen fahren.
Weitere Informationen zum Thema Erdgasfahrzeuge erhalten Interessierte unter der telefonischen Infoline 01802 - 234500 (0,06 Euro pro Gespräch) oder im Internet unter www.erdgasfahrzeuge.de.
Originaltext: BV. d. Dt. Gas- u. Wasserwirtschaft BGW Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=52586 Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_52586.rss2
Für weitere Presseauskünfte und Rückfragen:
Scheben Scheurer & Partner Agentur für Kommunikation GmbH Herr Michael Ehring Kalscheurener Straße 6, 50354 Hürth bei Köln Telefon: 02233/96341-88 Fax: 02233/96341-67 E-Mail: m.ehring@ssp-kk.de
Die Pressemeldung steht im Internet-Service für Journalisten zum Download zur Verfügung. Adresse: www.erdgasfahrzeuge.de
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