Ulm (ots) - Die Radsport-Fans wurden wieder einer Illusion beraubt: Auch Jan Ullrich, der ehrliche Junge, das Idol der Jugend, steht unter Doping-Verdacht. Nichts ist bewiesen, aber die Indizien sind erdrückend. Dass er nicht allein ist, sondern 57 weitere Radprofis und fast 90 andere Leistungssportler von einem spanischen Dealer-Ring bedient wurden, macht die Sache nicht besser. Im Gegenteil. Die betroffenen Teams haben gestern das einzig richtige getan und die Verdächtigen ausnahmslos suspendiert. Das stimmt angesichts des größten Doping-Skandals der Tour de France ein klein wenig hoffnungsfroh. Dennoch wird bei allen anderen Radprofis der Verdacht am Hinterrad mitfahren, dass auch sie mit illegalen Mitteln versuchen, diese fast unmenschlichen Anstrengungen zu bewältigen. Der Radsport steht mehr denn je unter Kollektiv-Verdacht, dafür können sich die Ehrlichen im Feld bei den Betrügern bedanken. Nach Frankreich und Italien werden auch die Spanier demnächst ein Anti-Doping-Gesetz verabschieden. Auch das macht Hoffnung. Damit ist ein weiteres Schlupfloch für internationale Doping-Händler geschlossen. Denn dieser Skandal hat erneut bewiesen: Doping ist nichts anderes als organisierte Kriminalität und der Kampf dagegen gehört in die Hände der Polizei. Die Doping-Kontrollen der Sportverbände reichen dafür längst nicht mehr aus.