(Registrieren)

Ergebnisse der Bepanthen-Kinderarmutsstudie / Kinderarmut hat kein einheitliches Gesicht / Sozialwissenschaftliche Untersuchung zeigt erstmals die Perspektive von sozial benachteiligten Kindern

Geschrieben am 23-03-2009

Köln (ots) -

- Querverweis: Ein Dokument mit einer Fotoauswahl liegt in der
digitalen Pressemappe zum Download vor und ist unter
http://www.presseportal.de/dokumente abrufbar -

Kinder, die in Deutschland in Armut leben, sind in ihren Chancen
erheblich beeinträchtigt. Die heute veröffentlichte
Bepanthen-Kinderarmutsstudie unter wissenschaftlicher Leitung von Dr.
Sabine Andresen, Professorin für Allgemeine Erziehungswissenschaft,
und Susann Fegter, beide Fakultät für Erziehungswissenschaft der
Universität Bielefeld, hat erstmals Erkenntnisse gewonnen, wie sozial
benachteiligte Kinder zwischen sechs und 13 Jahren selbst ihre
Situation wahrnehmen, welche Unterstützung aus ihrer Sicht nötig ist
und was sie als fördernd erfahren. Demnach hat Armut für die Kinder
kein einheitliches Gesicht - sie erleben ihre soziale Benachteiligung
höchst unterschiedlich. Gleichzeitig liefert die Studie Hinweise auf
ein tiefes Bedürfnis der Kinder, dass sie und ihre Familien nicht
stigmatisiert werden. In der Studie werden nicht Defizite von
Kindern, sondern der Mangel an Möglichkeiten und guten
Entwicklungsbedingungen thematisiert.

Das Wichtigste für ein gutes Kinderleben

Erstmals wurden Kinder in der Studie gefragt, was sie unter einem
"guten Leben für alle Kinder" verstehen. Dafür wurde die von der
Philosophin Martha Nussbaum konzipierte "Liste des guten Lebens", die
die Voraussetzungen für ein gutes Erwachsenenleben festhält, in eine
für Kinder verständliche Sprache übertragen. Ergebnis: "Von ihren
Eltern geliebt zu werden", "genug zu essen bekommen", "gute Freunde
und Freundinnen haben" und "immer jemanden zu haben, der sich um sie
kümmert" ist ihnen am wichtigsten. "Das heißt, Kinder wünschen sich
für alle Altersgenossen gute Beziehungen, die Versorgung von
Grundbedürfnissen, aber sie verlangen auch ein Recht auf
Schulbildung, Gewaltfreiheit, Freizeit und medizinische Versorgung",
sagt Andresen.

Die große Bedeutung von Beziehungen zu Eltern, anderen Erwachsenen
und Gleichaltrigen wird auch an anderer Stelle deutlich. Obwohl nach
den für sie "wichtigsten Dingen" befragt, nennen die meisten Kinder
nicht die Playstation oder das Handy, sondern mit knapp 18 Prozent
zuerst Personen wie Familienangehörige und Freunde. Das bedeutet
jedoch nicht, dass materielle Dinge entbehrlich sind. Der Zugang zu
materiellen Ressourcen - sei es die Busfahrkarte oder die
Mitgliedschaft in einem Sportverein - ist elementare Voraussetzung
für soziales Wohlergehen und ermöglicht erst die Teilhabe an der
Gesellschaft.

Kindliche Ressourcen

Die aktuelle öffentliche Diskussion über Kinderarmut konzentriert
sich auf die Defizite und vernachlässigt den Blick auf das, was die
Kinder können. Dabei hat die Mehrheit der Kinder - trotz der
schwierigen Lebensbedingungen - noch großes Vertrauen in die eigenen
Fähigkeiten: 89,2 Prozent glauben, ihr "Leben wird richtig schön",
85,1% denken, dass sie "viele Dinge gut können" und 70,8 Prozent sind
überzeugt, dass sie auch "Probleme lösen können". Diese Angaben zur
Selbstwirksamkeit sprechen für das Potential, das Kinder mitbringen.
"Damit die vorhandenen Fähigkeiten jedoch nicht verloren gehen, ist
auch außerschulische Förderung, so genannte nicht-formale Bildung
unentbehrlich", fordert Andresen. Denn alarmierend ist, dass immerhin
fast elf Prozent bereits im Alter von sechs bis 13 Jahren glauben,
ihr "Leben wird nicht richtig schön".

Heterogenes Bild

Zwar schafft die strukturelle Benachteiligung durch
Arbeitslosigkeit und geringe Qualifizierung der Eltern, durch
schlechtere Chancen im Schulsystem, das Leben in einem bestimmten
Stadtteil oder einen Migrationshintergrund ähnliche Bedingungen für
sozial benachteiligte Kinder, aber die alltäglichen Formen der
Benachteiligung von Kindern unterscheiden sich. Da ist zum Beispiel
Basti , ein elfjähriger Junge, der nicht genügend Zuwendung erfährt
und sich wünscht "dass seine Eltern ihm gegenüber netter sein
sollten". Er legt täglich einen weiten Weg zurück, um in die Arche zu
kommen und fühlt sich dort sicher. Und es gibt Tamika , ein
zwölfjähriges Mädchen aus Vietnam, das am Wochenende regelmäßig im
Imbiss ihrer Verwandten arbeitet, statt einem Hobby nachgehen zu
können, oder die zwölfjährige Rhina4, die sich mehr Geld wünscht,
damit sich auch ihre Mutter etwas leisten kann. "Alle drei Kinder
sind, wenn auch in völlig unterschiedlicher Weise, sozial
benachteiligt", verdeutlicht Andresen. "Basti leidet oft unter seinen
Eltern, die weder mit ihm spielen noch ihn fördern, Tamika hat eine
große Stieffamilie, in der sie sich aufgehoben fühlt, aber sie muss
selbstverständlich am Wochenende - wenn andere Kinder frei haben und
für die Schule lernen können oder einem schönen Hobby nachgehen - für
den Lebensunterhalt mitarbeiten, und Rhina erlebt eklatant den
materiellen Mangel der Familie und die Sorgen und Entbehrungen der
Mutter."

Impulsgeber Arche

Aus Sicht der Kinder besitzt die Arche eine große Bedeutung
hinsichtlich Freundschaft, Fürsorge, Betreuung und Verlässlichkeit.
Wichtige Impulse für die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder bieten
die außerschulischen Bildungsangebote, wie die Arche sie in Form von
Tanzen, Reiten, Ausflügen oder Feriencamps anbietet. "Solche Angebote
kompensieren die strukturelle Benachteiligung von Kindern, die in
Armut aufwachsen, daher macht es Sinn, in diesen Bereich zu
investieren", befürwortet Bernd Siggelkow, Gründer und Leiter des
Kinder- und Jugendwerks "Die Arche e. V.".

Förderprogramm 2009

An die Bedürfnisse sozial benachteiligter Kinder nach Beziehungen
und außerschulischer Bildung knüpft das diesjährige Förderprogramm
der Bepanthen-Kinderförderung an: Ab Juni 2009 werden fünf
Theaterclubs für bis zu 100 Kinder in den Arche-Häusern in
Berlin-Hellersdorf, Berlin-Friedrichshain, Potsdam, Hamburg und
München gegründet. Unter Anleitung von Pädagogen proben die Kinder
einmal wöchentlich ein von ihnen selbst ausgesuchtes Theaterstück.
Außerdem plant Bayer Vital in diesem Jahr eine Spende von 50.000
Euro an die Arche.

Brennpunktthema Kinderarmut

Kinder in Deutschland sind arm, wenn ihre Eltern über ein
Einkommen verfügen, das weniger als 50-60 Prozent des
durchschnittlichen Nettoeinkommens umfasst. Der Deutsche
Kinderschutzbund rechnet mit einem massiven Anstieg der Kinderarmut.
Waren im Jahr 2008 noch 2,5 Millionen Kinder betroffen, sind es
aktuell schon etwa drei Millionen.

Zur Bepanthen-Kinderarmutsstudie

Das Sozialforschungsprojekt wurde von Bayer Vital initiiert, von
der Universität Bielefeld unter Leitung von Professor Dr. Sabine
Andresen und Susann Fegter konzipiert und in Zusammenarbeit mit dem
Kinder- und Jugendwerk "Die Arche e.V." umgesetzt. Die Studie
beschreibt die Perspektive von 200 Arche-Kindern im Alter von sechs
bis 13 Jahren auf Basis von kindgerechten Fragebögen, intensiven
Beobachtungen und Interviews.

Originaltext: Bayer Vital GmbH
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/34011
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_34011.rss2

Pressekontakt:
Weitere Informationen unter www.fuer-eine-heilere-Welt.de

Bayer Vital ist die deutsche Vertriebsgesellschaft der Bayer
HealthCare AG. Sie konzentriert sich auf das Ziel, in Deutschland
innovative Produkte in Zusammenarbeit mit den Partnern im
Gesundheitswesen zu erforschen und Ärzten, Apothekern und Patienten
anzubieten. Die Produkte dienen der Diagnose, der Vorsorge und der
Behandlung akuter und chronischer Erkrankungen sowohl in der Human-
als auch in der Tiermedizin. Damit will das Unternehmen einen
nachhaltigen Beitrag leisten, die Gesundheit von Mensch und Tier zu
verbessern. Mehr über Bayer Vital steht im Internet:
www.bayervital.de

Ihr Ansprechpartner:
Jutta Schulze, Tel. 02203-568 218, Fax: 02203-568 337
E-Mail: jutta.schulze@bayerhealthcare.com

Hinweis für die Redaktionen:
Fotos zu diesem Thema erhalten Sie auf Anfrage oder direkt aus dem
Internet unter www.presse.bepanthen.de zum Downloaden.

Zukunftsgerichtete Aussagen
Diese Presseinformation kann bestimmte in die Zukunft gerichtete
Aussagen enthalten, die auf den gegenwärtigen Annahmen und Prognosen
der Unternehmensleitung des Bayer-Konzerns bzw. seiner Teilkonzerne
beruhen. Verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken,
Ungewissheiten und andere Faktoren können dazu führen, dass die
tatsächlichen Ergebnisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die
Performance der Gesellschaft wesentlich von den hier gegebenen
Einschätzungen abweichen. Diese Faktoren schließen diejenigen ein,
die Bayer in veröffentlichten Berichten beschrieben hat. Diese
Berichte stehen auf der Bayer-Webseite www.bayer.de zur Verfügung.
Die Gesellschaft übernimmt keinerlei Verpflichtung, solche
zukunftsgerichteten Aussagen fortzuschreiben und an zukünftige
Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.


Kontaktinformationen:

Leider liegen uns zu diesem Artikel keine separaten Kontaktinformationen gespeichert vor.
Am Ende der Pressemitteilung finden Sie meist die Kontaktdaten des Verfassers.

Neu! Bewerten Sie unsere Artikel in der rechten Navigationsleiste und finden
Sie außerdem den meist aufgerufenen Artikel in dieser Rubrik.

Sie suche nach weiteren Pressenachrichten?
Mehr zu diesem Thema finden Sie auf folgender Übersichtsseite. Desweiteren finden Sie dort auch Nachrichten aus anderen Genres.

http://www.bankkaufmann.com/topics.html

Weitere Informationen erhalten Sie per E-Mail unter der Adresse: info@bankkaufmann.com.

@-symbol Internet Media UG (haftungsbeschränkt)
Schulstr. 18
D-91245 Simmelsdorf

E-Mail: media(at)at-symbol.de

193250

weitere Artikel:
  • Wie kommuniziert der US-Präsident? Hamburg (ots) - - Querverweis: Bildmaterial ist abrufbar unter http://www.presseportal.de/galerie.htx?type=obs - Die Mitglieder des PR Club Hamburg waren am 19.03.09 zu Gast im US-Generalkonsulat an der Alster, um einen tieferen Einblick in die politische Kommunikation von Barack Obama, speziell in den Wandel von seiner Wahlkampf- in die Regierungskommunikation zu erhalten. Nach einem Grußwort der US-Generalkonsulin Karen E. Johnson diskutierten die Politikberater Dr. Marco Althaus und Heiko Kretschmer mit ihr vor 120 Teilnehmern mehr...

  • Verbraucher-Umfrage: Aspirin ist Schmerzmittel des Vertrauens / Bayer-Marke erhält zum neunten Mal in Folge Pegasus-Award Köln (ots) - - Querverweis: Bildmaterial wird über obs versandt und ist abrufbar unter http://www.presseportal.de/galerie.htx?type=obs - Der Aspirin-Wirkstoff zählt zu den wichtigsten Schmerzmittel-Substanzen in der Apotheke und wird von Fachgesellschaften bei Kopfschmerzen und Migräne empfohlen. Das Vertrauen in die Marke bestätigen jetzt auch die Verbraucher: Die Leser des Magazins Reader's Digest wählten das Präparat mit 34 Prozent zum neunten Mal in Folge zum vertrauenswürdigsten Schmerzmittel. Damit setzt sich Aspirin mehr...

  • SUPER RTL zeigt internationalen Mega-Erfolg "High School Musical" mit Zac Efron und Vanessa Anne Hudgens in den Hauptrollen Sendedatum: Mittwoch, 25. März 2009, um 20.15 Uhr Köln (ots) - Köln, 23. März 2009: Über 170 Millionen TV-Zuschauer auf der ganzen Welt, allein sieben Millionen in Deutschland, zwei Emmys, vier Teen Choice Awards, Platin-Auszeichnungen für den Soundtrack in 18 Ländern: Als der Musikfilm High School Musical 2006 in den USA TV-Premiere feierte, war dies der Startschuss für eine faszinierende Erfolgsgeschichte. SUPER RTL zeigt die romantische Liebesgeschichte, die den beiden Hauptdarstellern Zac Efron und Vanessa Anne Hudgens den Karrieredurchbruch bescherte, am Mittwoch, 25. März um 20.15 mehr...

  • Nur für hart Besaitete: "Switch reloaded" knöpft sich Uri Geller, Hugo Egon Balder und Sonya Kraus vor München (ots) - Bauer Heinrich singt eine brandneue Version vom Schäferlied, Sonya Kraus übt sich in lasziven Moderations-Posen, und Lorielle London verblüfft Uri Geller - in der vierten Staffel von "Switch reloaded" ab Dienstag, 24. März 2009, um 22.10 Uhr auf ProSieben. Amazing! Auf unglaubliche Art und Weise liest Lorielle London (Martina Hill) die Gedanken von Mentalist Jan Becker (Michael Müller). Hat Uri Geller seine Nachfolgerin gefunden? Die Entscheidung fällt in "Switch reloaded"! Peter Nottmeier schlüpft in der vierten Staffel mehr...

  • LIVING AT HOME startet Bookazine-Reihe Auftaktausgabe "Gäste & Feste" erscheint mit hochwertigem Klappcover Hamburg (ots) - Das Wohn- und Lifestylemagazin LIVING AT HOME bringt das hochwertige Sonderheft "Gäste & Feste" auf den Markt (EVT: 30.03.09). Die 160 Seiten starke Ausgabe erscheint als Bookazine, einer Mischung aus Buch und Zeitschrift, und ist damit sowohl im Zeitschriften- als auch im klassischen Buchhandel erhältlich. Die Druckauflage liegt bei 100.000 Exemplaren, der Angebotszeitraum beträgt drei Monate. Das Sonderheft markiert den Start einer neuen Reihe von LIVING AT HOME-Bookazines. Diese greifen jeweils ein spannendes Thema mehr...

Mehr zu dem Thema Sonstiges

Der meistgelesene Artikel zu dem Thema:

Sat1.de mit neuem Online-Spiele-Portal Sat1Spiele.de / SevenOne Intermedia baut Bereich Games weiter aus

durchschnittliche Punktzahl: 0
Stimmen: 0

Bitte nehmen Sie sich einen Augenblick Zeit, diesen Artikel zu bewerten:

Exzellent
Sehr gut
gut
normal
schlecht