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Westdeutsche Zeitung: Opel = von Annette Ludwig

Geschrieben am 27-02-2009

Düsseldorf (ots) - Mit Spannung war der Sanierungsplan für Opel
erwartet worden, von dem das
Überleben des traditionsreichen Autobauers abhängt. Doch das, was
GM-Europa-Chef Carl-Peter Forster gestern präsentierte, war mehr als
dürftig. Opel will sich von GM abkoppeln, aber nicht so ganz, lautete
die
nebulöse Formulierung, die die Grundlage dafür sein soll, dass der
deutsche
Steuerzahler 3,3 Milliarden Euro in die Sanierung des Autobauers
steckt.
Darf sich der Staat auf ein solches Abenteuer einlassen?
Schließlich stecken im Opel-Plan noch eine Reihe weiterer
Unwägbarkeiten,
die die Rettungsaktion zu einem Himmelfahrtskommando machen können.
Der
Mutterkonzern General Motors steht kurz vor der Insolvenz. Wie lange
das
Geld dort noch reicht, ist derzeit völlig offen. Dennoch sind von den
Amerikanern drei Milliarden Euro in Form von Sachwerten und Patenten
zur
Rettung der deutschen Tochter fest eingeplant - ein riskantes
Unterfangen.
Und auch darin steckt ein Skandal: Opel bekommt damit nämlich nur die
Patente an den selbst entwickelten Modellen zurück, die das
Unternehmen vor
Jahren an die US-Mutter abtreten musste.
Hinzu kommt, das Opel selbst keineswegs ein gesundes Unternehmen ist,
das
einzig und allein wegen der drohenden Insolvenz von General Motors
und der
aktuellen Wirtschaftskrise am Rande des Abgrunds steht. Die Marke mit
dem
Blitz kämpft in Deutschland seit Jahren mit sinkenden Marktanteilen.
Das
Image ist trotz einiger guter neuer Modelle immer noch angestaubt.
Und Opel
machte - ebenso wie der Mutterkonzern - im vergangenen Jahr
Milliardenverluste.
Die Finanzkrise und die folgende Rezession haben die Probleme der
Autobauer
weltweit verschärft. Doch richtig ist auch, dass die Branche bereits
ohne
diesen Absturz tief in der Krise steckte. Die Zulassungszahlen in
Deutschland gehen seit Jahren zurück, die Folge sind Überkapazitäten.
Dazu
kommt eine verfehlte Modellpolitik, an der auch Opel zu lange
festgehalten
hat.
Die Risiken, die sich der Staat und letztlich der Steuerzahler mit
einer
Milliarden-Bürgschaft für Opel aufbürdet, sind enorm. Es besteht die
Gefahr,
dass die Rettungsaktion zu einem Fass ohne Boden wird. Oder den
Bereinigungsprozess lediglich verzögert - siehe Holzmann.

Originaltext: Westdeutsche Zeitung
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/62556
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_62556.rss2

Pressekontakt:
Westdeutsche Zeitung
Nachrichtenredaktion
Telefon: 0211/ 8382-2358
redaktion.nachrichten@westdeutsche-zeitung.de


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