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Betrug im Gesundheitswesen: KKH deckt über 1.000 Fälle auf / Schadenshöhe liegt im Jahr 2008 bei über einer Million Euro

Geschrieben am 18-02-2009

Hannover (ots) - Die Kaufmännische Krankenkasse (KKH) sieht beim
Kampf gegen Betrug und Manipulation im Gesundheitswesen weiterhin
großen Handlungsbedarf. "Gerade auch angesichts steigender Kosten im
Gesundheitswesen ist es alarmierend, dass die Krankenkassen jährlich
um Milliarden Euro betrogen und dadurch ihre Versicherten unnötig
belastet werden", sagt KKH-Vorstandschef Ingo Kailuweit. Insgesamt
entstehen nach Schätzungen durch kriminelles Fehlverhalten jährlich
Schäden zwischen sechs und 20 Milliarden Euro. Allein die KKH hat im
Jahr 2008 Schäden in Höhe von über einer Million Euro aufgedeckt und
mehr als 400.000 Euro bereits wieder hereingeholt.

Über 1.000 Betrugsfälle aufgedeckt

"Wir konnten im Jahr 2008 insgesamt 1.042 neue Fälle aufgreifen
und bearbeiten", so Kailuweit. Mit 279 Fällen stehen die
Krankengymnasten und Physiotherapeuten an der Spitze der
Betrugsliste. 233 Fälle entfallen diesmal auf Ärzte. 105 Fälle hat
die KKH im Bereich der Häuslichen Pflege bearbeitet. Es folgen
Apotheken (54 Fälle), Optiker (54 Fälle), Zahnärzte (52 Fälle) und
Hilfsmittelbereich (48 Fälle). "Gesetzgeber, Behörden, Krankenkassen
und alle anderen Akteure sind dringend gefordert, diese kriminellen
Machenschaften mit aller Kraft zu unterbinden", sagt Kailuweit.

Die KKH ist seit Jahren Vorreiter im Kampf gegen Manipulation und
Korruption. Insgesamt gehen derzeit zehn Ermittler Verdachtsmomenten
im Gesundheitswesen nach. Seit 2001 hat die KKH auf diese Weise 7.257
Fälle aufgedeckt, von denen sich derzeit noch 1.480 Fälle in
laufender Bearbeitung befinden.

Bei den finanziellen Schäden sind die Optiker mit über 200.000
Euro Spitzenreiter. Es folgen die Ärzte mit rund 112.000 Euro und die
Apotheker mit knapp 112.000 Euro.

Universitätsstudie gibt umfassenden Überblick

Um Betrug und Manipulation zukünftig besser vorbeugen zu können,
hat die KKH eine empirische Studie der Universität Hannover für den
Zeitraum 2007/2008 initiiert. Damit liegt erstmals eine umfassende
Ausarbeitung zu diesem Thema vor, die Möglichkeiten für gezielte
Präventionsstrategien aufzeigt. "Die Untersuchungsergebnisse machen
deutlich, dass sich die Prävention verbessern lässt, wenn in der
gesetzlichen Krankenversicherung im Abrechnungsbereich durchgängig
ein hohes Kontrollniveau eingehalten wird", sagt der Verfasser der
Studie, Professor Dr. Bernd-Dieter Meier, Kriminologe an der
Juristischen Fakultät der Leibniz Universität Hannover. "Notwendig
sind eine stärkere personelle Ausstattung der
Fehlverhaltensbekämpfungsstellen, die Intensivierung der
Zusammenarbeit mit den anderen Kassen und den Kassenärztlichen
Vereinigungen sowie ein konsequentes Vorgehen bei der
Anzeigeerstattung."

Zahlreiche Fachleute sprechen sich angesichts dieser Entwicklung
für mehr Transparenz im Gesundheitswesen aus. "Es hilft nicht, Ärzte,
Patienten und Krankenkassen gegeneinander auszuspielen", sagt
Wirtschaftskriminalist Uwe Dolata, Lehrbeauftragter für Compliance
und Fachmann für Korruption und Wirtschaftskriminalität. "Ein erster
wichtiger Schritt wäre, sämtliche Abrechnungsmodi offenzulegen und
sich auf die Transparenz zu stürzen, den Todfeind der Korruption."

Bereits zum dritten Mal juristische Fachtagung bei der KKH

Die dritte Fachtagung der KKH zum Betrug im Gesundheitswesen
findet erstmals an zwei Tagen statt - vom 18. bis 19. Februar 2009.
Richter, Staatsanwälte, Wissenschaftler, Rechtsanwälte sowie
Vertreter von Krankenkassen und Verbänden diskutieren in Hannover
über Strategien für erfolgreiche Ermittlungen, neue wissenschaftliche
Erkenntnisse und die Besonderheiten im Sozialrecht. Verschiedene
Foren befassen sich mit Themen wie Berufsethik und Streitbeilegung
auf informellem Weg durch Mediation. Insgesamt nehmen rund 180
Fachleute an der Tagung in der KKH-Hauptverwaltung in Hannover teil.
Die erste Fachtagung fand im September 2006 statt, die zweite im
Februar vergangenen Jahres.

Die Kaufmännische Krankenkasse (KKH) ist Deutschlands viertgrößte
bundesweite Krankenkasse mit rund zwei Millionen Versicherten. Sie
gilt als Vorreiter für innovative Behandlungsmodelle in der
gesetzlichen Krankenversicherung. Mehr als 4.300 Mitarbeiter bieten
einen exzellenten Service, entwickeln zukunftsweisende
Gesundheitsprogramme und unterstützen die Versicherten bei der
Entwicklung gesundheitsfördernder Lebensstile. Exklusiver
Kooperationspartner der KKH ist die Allianz Private
Krankenversicherung. Zum 1. April 2009 fusioniert die KKH mit der BKK
Allianz zur KKH-Allianz. Das jährliche Haushaltsvolumen beträgt über
vier Milliarden Euro. Hauptsitz der KKH ist Hannover.

Originaltext: Kaufmännische Krankenkasse - KKH
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/6524
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_6524.rss2

Pressekontakt:
KKH - Kaufmännische Krankenkasse
Pressesprecherin: Daniela Friedrich
Karl-Wiechert-Allee 61
30625 Hannover
Telefon: 0511 2802-1610
Fax: 0511 2802-1699
E-Mail: presse@kkh.de
Internet: www.kkh.de


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