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Basler Zeitung: WM-Presseschau - «Das Drehbuch stimmt in meinem Film» (Ausgabe vom Montag, 26.6.06)
Geschrieben am 25.06.2006 - [Nächster Artikel] |
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Basel (ots) - FCB-Keeper Pascal Zuberbühler vor dem WM-Achtelfinal gegen die Ukraine
MARCEL ROHR, Köln
Der statistisch beste WM-Goalie kommt vom FC Basel und strotzt vor dem WM-Achtelfinal gegen die Ukraine in Köln (Montag, 21.00 Uhr) vor Zuversicht und Selbstvertrauen.
Hakan Yakin fährt sich mit den Fingern durchs Haar und schaut aus dem Fenster. «Es ist schon eine unglaubliche Geschichte», sinniert der Spielmacher im ersten Stock des Hotels «Intercontinental» in Köln. Nur weil sich Johan Vonlanthen am Oberschenkel verletzt hatte, rutschte der YB-Profi in das 23-Mann-Kader von Köbi Kuhn. Yakin weilte bereits auf Zypern in den Ferien, als am 25. Mai das Telefon des Nationaltrainers kam. «Ich kam vom Strand direkt auf den Platz. Und jetzt stehe ich in einem WM-Achtelfinal.» Nur ein paar Meter neben Yakin sitzt Pascal Zuberbühler. Ist seine Geschichte nicht ebenso spannend und unglaublich? Was hat er an Kritik lesen müssen über sich vor diesem Turnier. Was hatte er zu leiden nach seiner durchzogenen Saison beim FC Basel, dem verpassten Meistertitel in letzter Sekunde. Und jetzt? Zuberbühler lächelt. «Ich habe die Antwort auf dem Platz gegeben. Das war immer mein Ziel. Denn ich weiss, wie schnell alles im Fussball gehen kann.»
sicher, souverän. Rund 120 Glückwünsche hat er nach dem grandiosen 2:0-Erfolg über Südkorea am Freitag auf seinem Telefon gefunden. Sein 43. Länderspiel in Hannover war sein Bestes, keine Frage. Mit unglaublichen Reflexen verhinderte er mehrere Male ein Goal für die Asiaten. Wie ein Krake mit tausend Armen, so wirkte er in seinem Gehäuse. Sicher. Souverän. Ein «Zubi deluxe» sozusagen, einer, der immer noch kein Gegentor kassiert hat an dieser WM, als einziger Goalie. «In Spielen wie gegen Südkorea», sagt Zuberbühler, «bin ich in meinem Film, ganz für mich. Die WM ist das Grösste in meiner Karriere. Und das Drehbuch stimmt perfekt in meinem Film.» Zuberbühlers Drehbuch sieht vor, dass heute Abend gegen 23 Uhr die Schweiz in den Viertelfinals stehen wird. «Ich bin optimistisch, wir haben noch viel vor in Deutschland.» Es tönt überzeugend, wenn der 197-Zentimeter-Riese spricht.
Doch zuerst also die Ukraine. Sicher kein Team von einem anderen Planeten wie die Brasilianer an einem guten Tag. Die Osteuropäer sind hartnäckig, aufsässig, bissig, und mit einem grossen Namen an vorderster Front gesegnet: Andrej Schewtschenko. Der Diamant der AC Milan, der zu Chelsea wechselt, wirkte zuletzt aber eher müde, doch Zuberbühler unterbricht sofort: «Egal, ob müde oder nicht, er bleibt ein Ausnahmestürmer.»
djourou für senderos. Dagegen hilft in Köln nur volle Konzentration. Und es ist natürlich Pech, dass mit Philippe Senderos der zweikampfstärkste Verteidiger heute nicht mitspielen kann. Der Arsenal-Profi und Torschütze zum 1:0 am Freitag hat sich eine Schulter-Luxation zugezogen. Eine Operation ist nicht nötig, aber die WM ist für den 21-Jährigen vorbei. «Das ist ein Dämpfer», sagt Zuberbühler, «Senderos war wichtig für das Team. Aber es ist eine unserer Stärken, dass wir jeden gleichwertig ersetzen können.» Im Fall von Senderos dürfte es der 19-jährige Johan Djourou sein, der neben Patrick Müller die Abwehrzentrale bilden wird.
Doch bei aller Euphorie und Begeisterung, die durch das Heimatland schwappt, bei allen TV-Rekordquoten und Jubelgesängen landauf, landab das Spiel gegen die laufstarken Südkoreaner hat viel Kraft gekostet. «Die Müdigkeit am Samstag war sehr gross. Nicht in den Beinen, im Kopf», beschreibt es Zuberbühler. Gestern fühlte er sich schon wieder besser und mit jeder Stunde steigt die Spannung, die Vorfreude auf diesen Achtelfinal den ersten seit der WM 1994 in den USA, wo es gegen Spanien eine 0:3-Niederlage abgesetzt hatte. Letztmals in der Runde der besten acht war die Schweiz übrigens an ihrem Heimturnier anno 1954.
«Nun haben wir eine Riesenchance», sagt Zuberbühler entschlossen, «der Weg nach oben steht uns offen. Warum sollen wir gegen die Ukraine nicht gewinnen?»
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Originaltext: Basler Zeitung Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=62558 Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_62558.rss2
Rückfragen bitte an: Basler Zeitung Peter Schibli peter.schibli@baz.ch
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