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Volkswagen droht Millionenklage / Israel Chemicals kündigt rechtliche Schritte gegen VW an / Auch israelische Banken setzen Volkswagen AG unter Druck

Geschrieben am 19-01-2009

Tel Aviv / Berlin (ots) - Nach der Aufkündigung ihres Joint
Ventures mit der Israel Chemicals Ltd. gerät die Volkswagen AG unter
erheblichen Druck. Israel Chemicals Ltd. droht mit der Einleitung
rechtlicher Schritte, sollte sich die Volkswagen AG weiterhin ihrer
finanziellen Verantwortung entziehen und das Unternehmen "Dead Sea
Magnesium" dadurch in den Konkurs treiben. Auch drei israelische
Großbanken haben sich zwischenzeitig an die Volkswagen AG gewandt.

In unmissverständlichen Briefen an den Finanzvorstand der
Volkswagen AG, Hans Dieter Pötsch, haben drei israelische Großbanken,
allesamt Kreditgeber der Dead Sea Magnesium Ltd., die Volkswagen AG
aufgefordert, ihren Verpflichtungen hinsichtlich der Absicherung und
Rückzahlung dieser Kredite nachzukommen.

Einhellig verweisen alle drei israelischen Gläubigerbanken darauf,
dass die Entscheidung der Volkswagen AG, sich als Anteilseigner (35%)
aus der Partnerschaft mit der Israel Chemicals Ltd. (65%) zurück zu
ziehen, nicht nur gegen die vertragliche Grundlagen des Joint
Ventures, sondern auch gegen vertragliche Vereinbarungen mit den
Kredit gebenden Banken verstoße.

Der einseitige und unrechtmäßige Rückzug der Volkswagen AG
entbinde den Wolfsburger Autokonzern in keiner Weise von seiner
Mitverantwortung als Kreditnehmer.

Die Gewährung der Kredite für Dead Sea Magnesium sei auf Grundlage
einer anteiligen Haftungszusage beider Joint Venture-Partner, also
auch der Volkswagen AG, erfolgt. Entsprechend stehe die Volkswagen AG
unanfechtbar in der Pflicht.

Anlass für die in den letzten Tagen bei der Volkswagen AG
eingegangenen Schreiben der Kredit gebenden israelischen Banken war,
neben der einseitigen und überraschenden Aufkündigung des Joint
Ventures seitens der Volkswagen AG, auch die strikte Weigerung der
Volkswagen AG, ihren Verpflichtungen zur anteiligen finanziellen
Deckung des Defizits des Joint Ventures nachzukommen. Der von
israelischer Seite eingeklagte Streitwert beläuft sich auf insgesamt
rund 80 Mio. US-Dollar.

Israel Chemicals Ltd. setzt Ultimatum für gütliche Einigung

Israel Chemicals Ltd. hat der Volkwagen AG unterdessen nochmals
ihre Bereitschaft zu Gesprächen für eine gütliche Übereinkunft
angeboten, dies allerdings mit einem Ultimatum verbunden, das Anfang
Februar ausläuft.

Sollte sich die Volkswagen AG bis dahin nicht zu einer Rückkehr an
den Verhandlungstisch entschlossen haben, sehe man sich gezwungen,
rechtliche Schritte einzuleiten, so die Anwälte von Israel Chemicals
Ltd. in einem Schreiben, das ebenfalls in diesen Tagen an die
Vorstände der Volkswagen AG, Prof. Dr. Martin Winterkorn und Hans
Dieter Pötsch gegangen ist.

Neben der anteiligen Rückzahlung laufender Kredite sowie der
Deckung der über die Jahre aufgelaufenen Cash Flow Defizite fordert
Israel Chemicals Ltd. auch eine anteilige finanzielle Verpflichtung
der Volkswagen AG für die Kosten, die im Falle des drohenden
Konkurses von Dead Sea Magnesium sowie der damit einhergehenden
Schließung des Werkes am Toten Meer verbunden seien.

Ausstieg der Volkswagen AG per Brief und ohne jede Begründung

Ohne jede Vorankündung und ohne Nennung von Gründen hatte die
Volkswagen AG die Partnerschaft mit Israel Chemicals Ltd. am 1.
Dezember 2008 aufgekündigt und wenige Tage später auch das
Aktienpaket, das die Volkswagen AG an Dead Sea Magnesium Ltd. hielt,
zurück gesandt, verbunden mit der Aufforderung, den Gegenwert der
Aktien auf ein Konto in Wolfsburg zu überweisen.

Noch zwei Wochen davor, am 12. November 2008, hatte sich die
Volkswagen AG bei einem Treffen in Israel klar für eine Fortsetzung
des Joint Venture ausgesprochen, entsprechende Finanzpläne für die
kommenden zwölf Monate gebilligt und sich auch gegenüber den
finanzierenden israelischen Banken dazu verpflichtet, ihren Anteil an
der Deckung laufender Defizite des Joint Ventures zu übernehmen.

Israel Chemicals Ltd. wies die einseitige Aufkündigung umgehend
zurück. Die aktuelle Situation des Joint Ventures mitsamt des
insolventen Status und der Unfähigkeit ohne die Unterstützung der
beiden Anteilseigner zu existieren, gäben der Volkswagen AG kein
Recht, zu diesem Zeitpunkt und in dieser Form den Joint Venture
einseitig aufzulösen und sich von ihrem Teil der gemeinsam
eingegangenen, finanziellen Verbindlichkeiten loszusagen.
Insbesondere dann nicht, wenn die Begleichung der aufgelaufenen
Defizite offen blieben, die beide Anteilseigner anteilig zu
begleichen haben.

Mit 35 Prozent der Anteile ist die Volkswagen AG einer von zwei
Partnern an der Dead Sea Magnesium Ltd., einem
Gemeinschaftsunternehmen zur Gewinnung von Magnesium aus dem Toten
Meer. Die restlichen Anteile (65 %) an dem Magnesiumwerk hält die an
der Börse in Tel Aviv gelistete Israel Chemicals Ltd.

Der Vertrag für den Joint Venture wurde von Dr. Ferdinand Piech -
seinerzeit Vorstandsvorsitzender, mittlerweile Vorsitzender des
Aufsichtsrats von Volkswagen - im Jahr 1995 unter der
Schirmherrschaft des damaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl sowie des
seinerzeit amtierenden israelischen Premierministers Yitzhak Rabin
unterzeichnet. Sowohl wirtschaftlich als auch politisch verkörperte
der Joint Venture den Aufbruch in eine neue Ära und wurde insofern
als zentrales Symbol für eine vertrauensvolle, deutsch-israelische
Beziehung verstanden und behandelt.

***

Über Dead Sea Magnesium Ltd.:

Dead Sea Magnesium Ltd. ist ein 1996 gegründetes Joint Venture von
Israel Chemicals Ltd. (besitzt 65 % der Aktien) und Volkswagen AG
(besitzt 35 % der Aktien). Die Firma mit Sitz in Beer-Sheva, Israel
beschäftigt 380 Arbeitnehmer und produziert rund 30 Tausend Tonnen
Magnesium pro Jahr. Dead Sea Magnesium ist auf die Produktion von
Magnesium mit höchstem Qualitätsstandards vor allem für die
Aluminium- und die Autoindustrie spezialisiert. Umfangreiche
Solaranlagen ermöglichen die Gewinnung der Mineralien aus dem Wasser
des Toten Meeres.

Über Israel Chemicals Ltd.:

Israel Chemicals Ltd. ist ein weltweit führender Dünger- und
Spezialchemiekonzern. Das Unternehmen produziert rund ein Drittel des
weltweiten Produktionsvolumens an Brom und etwa neun Prozent des
Kaliumkarbonats. In Europa ist Israel Chemicals Ltd. ein führender
Anbieter von Düngemitteln und ein wichtiger Lieferant von
Spezialdüngern. Als führender Hersteller und Anbieter von Phosphaten
ist das Unternehmen Weltmarktführer für reine Phosphorsäure und einer
der wichtigsten Anbieter von Spezialphosphaten.

Israel Chemicals Ltd. (ICL) besteht aus drei Kernsegmenten: ICL
Fertilizers, ICL Industrial Products und ICL Performance Products.
Die Hauptproduktionsstandorte des Unternehmens befinden sich in
Israel, Europa, USA, Süd-Amerika und China. In Deutschland hat das
Unternehmen Werke in Ludwigshafen, Ladenburg und Bielefeld und
beschäftigt rund 1.400 Angestellte. Die weltweiten Standorte werden
durch globale Marketing-Leistungen und Logistiknetzwerke flankiert.
Israel Chemicals Ltd. profitiert von seinen Exklusiv-Konzessionen zur
Gewinnung von Mineralien aus dem Toten Meer, einer reichhaltigen
Quelle von kostengünstigem, hochqualitativem Kaliumkarbonat, Brom,
Magnesiumchlorid und Natriumchlorid. Das Unternehmen baut zudem
Phosphatgestein aus der Negev Wüste in Israel ab sowie Kaliumkarbonat
und Salz aus seinen Minen in Spanien und Großbritannien.

ICL ist an der Tel Aviver Börse (Tel Aviv Stock Exchange)
gelistet.

Originaltext: Israel Chemicals Ltd.
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/73977
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_73977.rss2

Pressekontakt:
Fleishman-Hillard Germany - Public Affairs / Government Relations
Mirjam Rosenstein
Tel.: 030 59 00 433 12
mirjam.rosenstein@fleishmaneurope.com


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