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Jetzt erschienen: zeo2 Magazin für Umwelt, Politik und Neue Wirtschaft Heft 01/2009

Geschrieben am 11-12-2008

Berlin (ots) - Heft 4 des von der Deutschen Umwelthilfe (DUH)
herausgegebenen Umweltmagazins zeo2 erschienen - Schwerpunktthema der
Ausgabe: "Rauchzeichen aus Peking: CO2-Weltmeister China in der
Klimafalle" - Der Chef des Weltklimarats IPPC, Rajendra K. Pachauri
im Interview über Klimapolitik in Krisenzeiten und den
Hoffnungsträger Barack Obama - Mit Beiträgen u. a. von Andreas Troge
(Umweltbundesamt, UBA), Gerd Billen (Verbraucherzentrale
Bundesverband, vzbv) und Ottmar Edenhofer (Potsdam Institut für
Klimafolgenforschung, PIK) - ... und über den verzweifelten Versuch,
das nördliche Breitmaulnashorn vor dem Aussterben zu retten -
Leseproben und Abonnement unter www.zeozwei.de

Exklusiv
IPCC-Chef Pachauri im zeo2-Interview:
Die Wirtschaft beleben und gleichzeitig dem Klima helfen
Der Vorsitzende des Weltklimarats IPCC, Rajendra K. Pachauri, fordert
die politischen Führer der Welt angesichts der Finanz- und
Wirtschaftskrise auf, die Chancen des Klimaschutzes für grüne Jobs
und nachhaltige Zukunftsinvestitionen zu nutzen. Im Interview mit dem
Umweltmagazin zeo2 rät der indische Wissenschaftler, jetzt erst recht
mit Investitionen in Windkraftwerke, Solartechnik und andere
Erneuerbare Energien die Wirtschaft zu beleben. So könnten
Arbeitsplätze geschaffen und gleichzeitig Klimaschäden vermieden
werden. Die Menschen dürften die Lektionen der Vergangenheit nicht
vergessen, warnte Pachauri mit Blick auf den im Sommer bis auf 147
Dollar pro Barrel gestiegenen Ölpreis und die in allen Ländern
spürbaren Auswirkungen des Klimawandels. Beide Lektionen, wünscht
sich der oberste Klimaschützer der Welt, "werden die Menschen
hoffentlich im Kopf behalten, wenn sie sich in den nächsten Monaten
daran machen, zu handeln."

Große Hoffnungen setzt Pachauri in Barack Obama. Wenn der künftige
US-Präsident die Führerschaft im weltweiten Klimakampf übernehmen
wolle, dann "macht das einen gewaltigen psychologischen Unterschied,
der auf die ganze Welt ausstrahlt", sagte Pachauri im Gespräch mit
zeo2: "Wir können diese Führungsrolle Obamas gut gebrauchen, das wird
neue Hoffnung schaffen." Der IPCC-Vorsitzende ist überzeugt, dass die
USA schon im nächsten Jahr auf der Weltklimakonferenz in Kopenhagen
einen dann unterschriftsreifen Kyoto-Nachfolgevertrag unterzeichnen
werden, er sei an diesem Punkt "absolut optimistisch!" Von den
Deutschen erwartet der Klimawissenschaftler, dass sie ihre
Führungsrolle im Klimaschutz nicht aufgeben: "Ich hoffe, Sie behalten
diesen Schwung und können so andere Teile der Welt motivieren."
Derzeit wird im polnischen Poznan über die weltweite Klimapolitik
verhandelt.

***
Prof. Ottmar Edenhofer, der stellvertretende Direktor des Potsdam
Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und an der TU Berlin der
erste Lehrstuhlinhaber für Klimaökonomie Europas, warnt die
Bundesregierung in einem Namensbeitrag für zeo2 davor, von ihren
Klimaschutzzielen abzuweichen. "Wer der Wirtschaft auf die Beine
helfen will, muss die Investitionsquote erhöhen und Mittel in die
richtigen Projekte lenken: Ausbau des europäischen Stromnetzes,
Demonstrationskraftwerke für solarthermische Stromerzeugung,
Kohlekraftwerke mit der Abscheidungstechnologie CCS, Projekte zur
Elektromobilität und schließlich die Sanierung des Wohnungsbestandes.
Das alles wären mutige Schritte in die richtige Richtung." Damit, so
Edenhofer, würde sich Klimaschutz umstandslos mit aktiver
Konjunkturpolitik verbinden lassen. Die Umweltorganisationen warnt
der Klimaökonom davor, angesichts der Wirtschaftskrise auf sinkende
CO2-Emissionen zu spekulieren. "Die Emissionen steigen wieder an,
sobald sich die Konjunktur erholt, auch das ist eine Lehre aus den
Ölpreiskrisen der 70er Jahre."

***
Der Vorstand des "Verbraucherzentrale Bundesverband", Gerd Billen,
fordert die neue Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) in
einem zeo2-Kommentar auf, ihren Aktionsradius zu erweitern.
Insbesondere müsse sie sich auch in die Energiepolitik einmischen,
deren Ergebnisse jeder einzelne Verbraucher direkt in seinem
Portemonnaie spüre. Vehement kritisiert Billen in dem Beitrag die vom
Kabinett im Rahmen ihres Konjunkturpakets beschlossene Form der
Kfz-Steuerbefreiung. Sie sei "grob unvernünftig". Billen: "Hier
werden Sprit fressende Ladenhüter zusätzlich gefördert und falsche
Akzente gesetzt." Diejenigen, die ohnehin genug Geld hätten, um sich
große Limousinen oder einen Geländewagen zu kaufen, würden unter dem
Strich sogar stärker belohnt, als diejenigen, die einen
umweltfreundlicheren Klein- oder Mittelklassewagen kaufen.
Billen erwartet von der Seehofer-Nachfolgerin zudem, dass sie die
Lebensmittel-Ampel zügig auf den Weg bringe. Die Ampel-Kennzeichnung
habe in der Bevölkerung eine breite Akzeptanz und sollte schnell
installiert werden, um "die ungesunden Zucker- und Fettfallen im
Lebensmittelregal zu enttarnen", schreibt Billen in der aktuellen
Ausgabe des Umweltmagazins.
***
Das Umweltbundesamt in Dessau will künftig Kupferpräparaten im
Pflanzenschutz seine Zustimmung im Zulassungsverfahren verweigern.
Der Präsident des Umweltbundesamtes in Dessau, Prof. Andreas Troge,
kritisiert in einem Namensbeitrag für das Umweltmagazin zeo2 die
nicht mehr länger tolerierbaren Folgen des Kupfer-Einsatzes, der
gerade im ökologischen Wein- und Landbau weit verbreitet sei. Das zur
Pilzbekämpfung versprühte Schwermetall, so Troge, reichere sich in
den Böden an und schädige durch "die schleichende Vergiftung"
Bodenleben und Fruchtbarkeit. "Sind diese nachteiligen Wirkungen der
Kupferpräparate auf den Naturhaushalt noch vertretbar?", fragt Troge
und gibt dann selbst die Antwort: "Ein klares Nein!"
Der UBA-Präsident analysiert in seinem Beitrag auch die rasanten
Veränderungen des Pflanzenschutzes durch den Klimawandel, aber auch
durch die neue Gesetzgebung in der EU. Die Klimaveränderung forciere
den Anbau neuer Kulturen und begünstige Erreger wie Schildzecken,
Gnitzen oder Tigermücken, auf die der Pflanzenschutz noch nicht
eingestellt sei. Die veränderte Gesetzeslage werde künftig dafür
sorgen, dass die Bundesrepublik auch Pestizide akzeptieren müsse, die
in anderen EU-Ländern zugelassen worden seien und dort vielleicht
nicht mit der gleichen Sorgfalt geprüft wurden, warnt Troge.
***
In der Wildnis ist das nördliche Breitmaulnashorn ausgestorben.
Weltweit leben noch exakt acht Tiere - in Gefangenschaft. zeo2
berichtet über drei Berliner Tierärzte, die glauben, die Art mit
modernster Tiermedizin noch retten und wieder auswildern zu können.
Doch Tierschutz-Organisationen und Zoos winken ab. Stattdessen sollen
die beeindruckenden Dickhäuter zurück nach Afrika - mit ungewissen
Aussichten für ihr Überleben.
***
Schwerpunkt der vierten Ausgabe der im Frühjahr 2008 gegründeten
Zeitschrift ist die Energie- und Umweltsituation in der Volksrepublik
China, dem Land mit dem weltweit größten Ausstoß von Kohlendioxid.
China habe damit die USA in der Nationen-Wertung überholt. Bei
näherem Hinsehen zeige sich aber, dass im "Powerhaus der
Weltwirtschaft" ein Großteil der chinesischen Emissionen von den
alten Industrieländern verursacht werde, deren Konzerne heute fast
durchweg auch in China produzieren - auf der Basis eines stark von
der Kohle dominierten Energiemix'. "Wir haben ein großes Stück
unseres ökologischen Fußabdrucks nach China verlagert, jetzt sehen
wir das Ergebnis", zitiert zeo2 den britischen Greenpeace-Direktor
John Sauven. Bei einer Fortschreibung des gegenwärtigen Trends werde
das Reich der Mitte bis 2030 mehr Kohlendioxid in die Atmosphäre
blasen als alle Industrienationen zusammen.

Über zeo2
Mit der Deutschen Umwelthilfe e. V. (DUH) als Herausgeberin startete
das neue Umweltmagazin zeo2 Ende April 2008. Unter dem Titel "zeo2 -
Magazin für Umwelt, Politik und Neue Wirtschaft" will sich das Blatt
analytisch, politisch wach aber auch unterhaltsam an eine Leserschaft
wenden, der die globalen, nationalen und regionalen Umweltthemen
unter den Nägeln brennen.

Als journalistische Macher und Chefredakteure des neuen Magazins
hat die DUH Manfred Kriener und Marcus Franken gewonnen, zwei der
profiliertesten Umweltjournalisten in Deutschland. Der Titel zeo2
führt augenzwinkernd das leicht abgewandelte Kürzel des Klimakillers
Kohlendioxid im Namen und damit den Dreh- und Angelpunkt aller
Zukunftspolitik.

Mehr Informationen und Leseproben ab sofort unter www.zeozwei.de.
zeo2 erscheint vierteljährlich. Abonnement im Lastschriftverfahren
für 12 Euro/vier Ausgaben unter: zeo2-Vertrieb - DUH
Umweltschutz-Service GmbH - Fritz-Reichle-Ring 4 - 78315 Radolfzell -
Fax (07732) 9995-77 oder abo@zeozwei.de oder www.zeozwei.de/abo.

Originaltext: Deutsche Umwelthilfe e.V.
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/22521
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_22521.rss2

Pressekontakt:
Dr. Gerd Rosenkranz, Leiter Politik& Presse, Hackescher Markt 4,
10178 Berlin, Mobil: 0171 5660577, Tel.: 030 2400867-21, F
ax: 030 2400867-19, E-Mail: rosenkranz@duh.de


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