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Westdeutsche Zeitung: Der VRR braucht einen Neuananfang = Von Christoph Lumme

Geschrieben am 10-12-2008

Düsseldorf (ots) - Der VRR ließ vor Bekanntgabe der Preiserhöhung
via "Bild" warme Worte streuen: Die Steigerung der Ticket-Preise
falle 2009 geringer aus als erwartet, weil der Energiepreisdruck
nachgelassen habe.
Dabei handelt es sich um den Versuch, eine skandalöse Entwicklung
schönzureden. In diesem Jahr stiegen die Preise um 5,5 Prozent, im
nächsten Jahr erneut um 3,4 Prozent. Damit wird nicht nur die
Schmerzgrenze für die Menschen überschritten; die Kostenexplosion ist
in Kombination mit einem unsinnigen Tarifsystem auch zu einer
Standortschwäche der Region geworden. Denn der VRR ist nicht
irgendein Verkehrsunternehmen. Er ist der Verbund, der die Aufgabe
hat, die größte Metropolregion Deutschlands effektiv zu vernetzen.
Rhein-Ruhr ist eine multipolare Mega-Stadt, die im Wettbewerb mit
anderen Ballungsräumen eine gravierende Schwäche hat: das tief
verankerte Kirchturmdenken in den Kommunen.
Statt jedoch diesen Flickenteppich mit einem effektiven Verkehrsnetz
zusammenzunähen, sorgt das teure und ungerechte Tarifsystem des VRR
für zusätzliche Spaltungen. Beispiel: Wer mit der S-Bahn vom Neusser
Hauptbahnhof zum boomenden Düsseldorfer Medienhafen pendelt,
überwindet fünf Kilometer Luftlinie. Für die kurze Fahrt jedoch muss
er ein Ticket der Preisstufe B kaufen - macht nach der Preiserhöhung
für die Hin- und Rückfahrt absurde neun Euro. Das schreckt ab und und
führt dazu, dass das Chaos auf den Straßen noch größer wird.
Zum Vergleich: Wer in Potsdam wohnt und von dort mit der S-Bahn zum
30 Kilometer entfernten Berliner Alex pendelt, zahlt für die Hin- und
Rückfahrt 5,60 Euro. Nur 1,40 Euro mehr als derjenige, der lediglich
eine Strecke innerhalb Berlins zurücklegt. Anders als das
VRR-Systemfunktioniert das Berliner Verkehrsnetz, weil es auf
drastische Preis-Stufen verzichtet und so die Kommunen im Speckgürtel
der Stadt fest umklammert.
Niemand möge das Mobilitätsdesaster des VRR mit Verweis auf klamme
Kassen rechtfertigen. Unstrittig ist, dass die Politik den Nahverkehr
der wichtigsten deutschen Metropolregion kaputtgespart hat und nun
handeln muss. Aber unstrittig ist auch, dass das gesamte
VRR-Tarifsystem einen Neuanfang braucht.

Originaltext: Westdeutsche Zeitung
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/62556
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_62556.rss2

Pressekontakt:
Westdeutsche Zeitung
Nachrichtenredaktion
Telefon: 0211/ 8382-2358
redaktion.nachrichten@westdeutsche-zeitung.de


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