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Börsen-Zeitung: Depression am Aktienmarkt, Kommentar von Christopher Kalbhenn zur aktuellen Stimmun an den Finanzmärkten

Geschrieben am 20-11-2008

Frankfurt (ots) - Die Stimmung an den Finanzmärkten lässt sich nur
noch mit dem Wort Depression beschreiben. Die weiter wegbrechenden
Kurse der Dividendentitel, mehr noch der Absturz der Rendite
zweijähriger US-Staatsanleihen auf ein bisher noch nie gesehenes Tief
von unter 1% sind Folge deprimierender Nachrichten, die derzeit kein
Fünkchen Hoffnung zulassen. Spätestens die Gewinnwarnung und
umfangreichen Produktionsreduzierungen des wie kaum ein anderes
Unternehmen global aufgestellten Chemieriesen BASF zeigen deutlich,
dass die Finanzkrise immer härter auf die Realwirtschaft durchschlägt
und die Welt in eine schwere Rezession hineinschlittert.

Zwar zeigt die historische Erfahrung, dass Aktienmärkte gerade
dann ihr Tief erreichen und sich somit die besten Kaufgelegenheiten
ergeben, wenn die Investoren mit Katastrophenmeldungen überschüttet
werden - so wie umgekehrt Dividendentitel gerade dann zur
Überteuerung neigen, wenn ein positiver Nachrichtenfluss für Euphorie
sorgt. Doch in der aktuellen Krise nutzt diese Erfahrung nichts. Denn
es ist erkennbar, dass sie deutlich schwerer ist als die meisten
Krisen der vergangenen Jahrzehnte und wahrscheinlich noch länger
andauern wird. Zwar wird sich der Aktienmarkt auch dieses Mal bereits
lange vor der Aufhellung der Nachrichtenlage seitens Konjunktur und
Unternehmen zu erholen beginnen. Es gibt jedoch keine Anzeichen
dafür, dass dies schon in den nächsten Wochen geschehen kann.

Vielmehr ist zu befürchten, dass die Aktienmärkte noch weitere
Tiefen ausloten werden. Anlässe, die Schwächeanfälle auslösen können,
wird es in der nächsten Zeit genug geben. So wird die Unsicherheit
über den Zustand von Teilen der Finanzbranche ebenso für Irritationen
sorgen wie weitere Gewinnwarnungen, Produktionskürzungen,
Massenentlassungen und schwache Konjunkturdaten.

Übertrieben sind jedoch Vergleiche mit der großen Depression der
dreißiger Jahre oder der Baisse in Japan, die 1990 begann. Anfang der
dreißiger Jahre konnte das Bankensystem aufgrund der
Golddeckungs-Auflagen nicht mit Liquidität geflutet werden, und es
wurde außerdem noch auf die Fiskalbremse getreten. In Japan wiederum
vergingen nach dem Platzen der Immobilienblase Jahre, ehe sich die
Behörden dazu durchringen konnten, die Schleusen zu öffnen und im
Bankensektor aufzuräumen.

(Börsen-Zeitung, 21.11.2008)

Originaltext: Börsen-Zeitung
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/30377
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Pressekontakt:
Börsen-Zeitung
Redaktion

Telefon: 069--2732-0


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