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Frist für Vorregistrierung läuft ab / Einzigartiges System für weltweiten Austausch von Stoffdaten / Viele Probleme bei der Umsetzung von REACH - beim VCI erhalten Chemieunternehmen Hilfe und Beratun

Geschrieben am 17-11-2008

Frankfurt/Main (ots) - Trotz intensiver Vorbereitung der Branche
auf die EU-Chemikalien-Verordnung REACH haben viele Chemieunternehmen
in Deutschland Probleme, die Vorgaben umzusetzen. Häufige Ausfälle
und Überlastung der Informationstechnik auf Seiten der Europäischen
Chemikalienagentur (ECHA) in Helsinki haben vor allem in den letzten
Wochen die Unternehmen daran gehindert, ihre Stoffe bei der Behörde
vorregistrieren zu lassen. Das sechsmonatige Zeitfenster für die
Vorregistrierung schließt sich am 1. Dezember 2008 um Mitternacht.
"Deshalb haben wir vor zwei Wochen die zuständigen Bundesminister und
EU-Kommissar Verheugen über die unhaltbare Situation informiert und
um eine schnelle Lösung gebeten", betonte Dr. Gerd Romanowski, Leiter
der Abteilung Wissenschaft, Technik und Umwelt im Verband der
Chemischen Industrie (VCI) vor der Presse in Frankfurt.

Die Intervention des VCI in Brüssel und Berlin hat sich
ausgezahlt: Die Chemikalienagentur hat inzwischen ein Update des
IT-Systems in Betrieb genommen, das stabiler und schneller laufen
soll. Bis Mitte November sind bei der Behörde in Helsinki über 50.000
verschiedene Stoffe vorregistriert worden, die in einer Menge von
mehr als einer Tonne pro Jahr in der EU produziert oder importiert
werden. Insgesamt haben bislang fast 15.000 Unternehmen aus allen
Mitgliedstaaten der EU über 1 Million Vorregistrierungen eingereicht,
gut ein Drittel davon stammt allein aus Deutschland. Bis spätestens
zum Jahreswechsel muss die ECHA die vollständige Liste aller
vorregistrierten Stoffe auf ihren Internetseiten veröffentlichen.

Unternehmen, die die notwendigen Informationen für ihre Substanzen
bis zum 1.12.2008 nicht übermittelt haben, riskieren ihre
Geschäftsgrundlage. Denn danach gilt unmittelbar das Prinzip: "Ohne
Daten kein Markt." Die REACH-Verordnung schreibt vor, dass in einem
solchen Fall Herstellung oder Import eines Stoffes erst dann erlaubt
sind, wenn die vollständigen Registrierungsunterlagen eingereicht
worden sind, die sehr viel mehr Daten und umfangreiche Angaben von
den Unternehmen erfordern. Mit der fristgerechten Vorregistrierung
eines Stoffes bei der ECHA wird ihnen dagegen der Anspruch auf die
gesetzlich garantierten Übergangsfristen von bis zu zehn Jahren für
die eigentliche Registrierung gewährt.

Aber nicht nur mit den administrativen Schwierigkeiten der
Chemikalienagentur haben die Unternehmen zu kämpfen. Die Verordnung
an sich stellt mit ihrem komplexen Regelwerk - vor allem für
mittelständische Firmen - eine enorme Herausforderung dar. Allein die
technischen Anleitungen der ECHA für die Sicherheitsbewertung eines
Stoffes umfassen über 2.000 Seiten. "Wir unterstützen unsere
Mitglieder intensiv dabei, mit der Umsetzung klarzukommen. Denn nur
dann erreicht REACH sein Ziel nicht nur auf dem Papier, sondern auch
in der betrieblichen Praxis", betont Romanowski.

REACH-Service-Plattform: Profunde Informationen, kompetente
Beratung Herzstück der Umsetzungshilfen des Chemieverbandes zu REACH
ist ein Online-Portal, das alle Mitglieder exklusiv und ohne
zusätzliche Kosten nutzen können. Dort finden die Firmen nicht nur
spezielle Leitlinien oder Checklisten, die auf der Arbeit der
zuständigen Fachgremien des VCI basieren. Sie erhalten auch direkte
und konkrete Hilfe bei individuellen Fragen. "Es war uns ein
besonderes Anliegen, die Inhalte unserer REACH-Plattform praxisnah
und für den Mittelstand verständlich aufzuarbeiten. Dabei werden die
unterschiedlichen Informationsbedürfnisse von Herstellern,
Importeuren und Anwendern explizit berücksichtigt", so Romanowski.
Jüngstes Projekt des VCI in diesem Zusammenhang ist ein Praxisführer,
der auch kleine Unternehmen in die Lage versetzen soll,
Stoffsicherheitsbewertungen einfach durchzuführen und die Ergebnisse
an die Kunden zu kommunizieren. Bis Ende des Jahres will der VCI mit
Unterstützung des Öko-Institutes in Freiburg diesen Führer
erarbeiten.

SIEFreach: Kommunikationsforum zur gemeinsamen Nutzung von Daten
Wenn ein Unternehmen einen Stoff vorregistriert hat, wird es
automatisch Teilnehmer eines so genannten "Substance Information
Exchange Forum" - kurz SIEF. In diesen Foren sollen die Firmen, die
den gleichen Stoff vorregistriert oder registriert haben, ihre Daten
austauschen. Das soll dazu beitragen, unnötige Tests und Studien zu
vermeiden. Wie dieser Informationsaustausch ablaufen soll, bleibt
allerdings den Unternehmen selbst überlassen. "Dafür gibt es keine
Hilfe von der ECHA, obwohl es sich dabei keineswegs um eine triviale
Aufgabe handelt", betont Romanowski. Gemeinsam mit anderen nationalen
Chemieverbänden und dem europäischen Dachverband in Brüssel hat der
VCI deshalb eine weitere IT-Plattform etabliert. Sie trägt die
Bezeichnung "SIEFreach" und soll den Datenaustausch für alle
Teilnehmer so kostengünstig und praktikabel wie möglich machen. Nach
Angaben des VCI ist diese online-Plattform das weltweit einzige
Angebot, das solche Arbeiten in Zusammenhang mit der
Chemikalienverordnung unterstützt. Da REACH auch für Importeure gilt,
steht diese Plattform, die höchste Standards in Bezug auf die
Datensicherheit erfüllt, nicht nur Unternehmen in der EU, sondern
Unternehmen aus aller Welt offen. Firmen, die dieses Angebot nicht
wahrnehmen, müssen die notwendige Zusammenarbeit und Kommunikation
mit anderen SIEF-Teilnehmern selbst organisieren, was mit erheblichem
Aufwand verbunden ist.

Originaltext: Verband der Chemischen Industrie e.V.
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/12523
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_12523.rss2

Pressekontakt:
Manfred Ritz
VCI-Pressestelle
Telefon: 069 2556-1550
E-Mail: ritz@vci.de


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