(Registrieren)

Datenschutz: DDV bezieht Stellung zu den aktuellen Forderungen / Verband stellt seine Position innerhalb der Diskussion um Datenschutz dar

Geschrieben am 21-08-2008

Wiesbaden (ots) - Mit großer Sorge verfolgt der Deutsche
Dialogmarketing Verband DDV die aktuelle Diskussion zu den
kriminellen Vorfällen des Datendiebstahls und der ungesetzlichen
Nutzung dieser Daten. Der Verband warnt davor, einen strafbaren
Vorfall wie im aktuellen Fall zum "Regelfall" zu erklären. Patrick
Tapp, Vizepräsident Public Affairs und Verbraucherdialog:
"Datenmissbrauch ist kriminell und durch bestehende Gesetze bereits
verboten und sanktioniert. Die Regelungen zum Datenmissbrauch sind im
Bundesdatenschutzgesetz unmissverständlich dargelegt und darüber
hinaus bereits jetzt sehr konsequent." So sieht das
Bundesdatenschutzgesetz schon heute für den Fall unbefugter
Datennutzung eine Geldbuße von bis zu 250.000 Euro vor. Wer für diese
unzulässige Nutzung Geld nimmt, wird als Straftäter eingestuft und
kann zu bis zu zwei Jahren Haft verurteilt werden.

Die Sichtweise des DDV wird auch von bekannten Datenschützern wie
beispielsweise Hans-Peter Bull gestützt. Der erste Datenschützer in
der Geschichte der Bundesrepublik machte gestern in der "Süddeutschen
Zeitung" deutlich, nicht neue Gesetze seien nötig, sondern eine wache
Aufsicht und ein klares Risikobewusstsein. Eine Missbrauchsgefahr
allein rechtfertige kein Totalverbot einer an sich
sozialverträglichen Praxis.

"Es läuft entschieden etwas aus dem Ruder, wenn jetzt der Eindruck
erweckt wird, das Adressgeschäft per se sei fragwürdig.Straftäter,
die nach illegaler Datennutzung dies anschließend geoutet haben,
werden gerade von den Medien wie Helden gefeiert und tummeln sich auf
Pressekonferenzen einträchtig neben Verbraucherschützern - und alle
Unternehmen einer Wirtschaftsbranche, die sich z.B. in unserem
Verband zertifizieren und damit unabhängig kontrollieren lassen,
werden derweil pauschal mit ihrer Dienstleistung unter
Generalverdacht gestellt." so Tapp gestern in Wiesbaden. Der Verband
hatte vergangene Woche im Fall des aktuellen Datenmissbrauchs
Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Mönchengladbach erstattet.
Der DDV fordert dringend Wirtschaft, Politik und Verbraucherschutz an
einen Tisch, um nach der Klärung der bekannt gewordenen Fälle diese
gemeinsam sauber zu analysieren und sachlich mögliche Schwachstellen
zu identifizieren. Tapp: "Es geht jetzt darum, Lösungen zu finden,
die tatsächlich geeignet sind, kriminelles Tun zukünftig noch
nachhaltiger zu verhindern." Ein marktschreierischer Wettbewerb und
sich überbietende Rufe nach Verboten dienten mehr dem Eigenmarketing
und würden der Situation nicht gerecht. "Wir können es nicht
zulassen, das Kriminelle, die Wirtschaft und Verbraucher beschädigen,
als Vorwand dazu dienen, Kundeninformation und Werbung zu untersagen.
Wir vermissen entschieden eine differenzierte und der Situation
angemessene Darstellung", macht Patrick Tapp deutlich.

Die Positionen des DDV zu den momentan diskutierten Forderungen
aus Politik und Verbraucherschutz:

a) Datenschutz soll im Grundgesetz verankert werden

Das ist seit dem Volkszählungsurteil des Bundesverfassungsgerichts
vom 15.12.1983 bereits gegeben: Seither anerkannt ist das "Grundrecht
auf informationelle Selbstbestimmung" als Ausfluss des allgemeinen
Persönlichkeitsrechts (Art.2 GG) und der Menschenwürde (Art.1 GG).

b) Verschärfung des BDSG

Potenzielle Straftäter interessiert es nicht, ob 250.000 oder
500.000 Euro im Gesetz stehen, wenn der heutige Strafrahmen schon
nicht einmal annähernd ausgeschöpft wird. Der DDV fordert, bevor
Verschärfungen diskutiert werden, erst einmal das Sanktionsdefizit zu
beseitigen.

c) Unternehmen dürfen Daten nur noch verschlüsselt vorhalten.

Der Datentransport von Unternehmen A zum Unternehmen B erfolgt
regelmäßig verschlüsselt. Was die verlangte Verschlüsselung im
Unternehmen selbst angeht, so gibt das BDSG in § 9 (technische und
organisatorische Maßnahmen) und in der Anlage zu § 9 schon aktuell
einen detaillierten Maßnahmenkatalog der innerbetrieblichen
Datensicherung auf. Der DDV sieht hier eher die Notwendigkeit
strikter Zertifizierung der Unternehmen - durch neutrale und
unabhängige Prüfer, wie es der DDV für Mitglieder seiner
Adress-Councils eingeführt hat.

d) Weitergabe personenbezogener Daten bedarf EV

Dies wäre eine Beschneidung der Werbefreiheit, eine Blockade der
gesamten werbungtreibenden Wirtschaft und verstößt gegen die Garantie
der Berufsfreiheit und Berufsausübungsfreiheit des Artikel 12 des
Grundgesetzes. Die Balance zwischen den Schutzinteressen des
Verbrauchers und den Interessen der Wirtschaft ist im aktuellen
Bundesdatenschutzgesetz durch eine Vielzahl in den letzten Jahren
hinzugekommener Widerspruchs-, Auskunfts- und Informationsrechte des
Verbrauchers angemessen geregelt. Dieses Gleichgewicht darf nicht
kippen.

Der Deutsche Dialogmarketing Verband ist der größte nationale
Zusammenschluss von Dialogmarketing-Unternehmen in Europa und einer
der Spitzenverbände der Kommunikationswirtschaft in Deutschland.

Originaltext: Dt. Dialogmarketing Verband e.V.
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/56536
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_56536.rss2

Pressekontakt:
Nanah Schulze, Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit DDV,
Telefon: 06196/7666593, 0172 / 9046008,
E-Mail: n.schulze@ddv.de, www.ddv.de


Kontaktinformationen:

Leider liegen uns zu diesem Artikel keine separaten Kontaktinformationen gespeichert vor.
Am Ende der Pressemitteilung finden Sie meist die Kontaktdaten des Verfassers.

Neu! Bewerten Sie unsere Artikel in der rechten Navigationsleiste und finden
Sie außerdem den meist aufgerufenen Artikel in dieser Rubrik.

Sie suche nach weiteren Pressenachrichten?
Mehr zu diesem Thema finden Sie auf folgender Übersichtsseite. Desweiteren finden Sie dort auch Nachrichten aus anderen Genres.

http://www.bankkaufmann.com/topics.html

Weitere Informationen erhalten Sie per E-Mail unter der Adresse: info@bankkaufmann.com.

@-symbol Internet Media UG (haftungsbeschränkt)
Schulstr. 18
D-91245 Simmelsdorf

E-Mail: media(at)at-symbol.de

154330

weitere Artikel:
  • Ausdehnung von Hoya Vision Care in die Tschechische Republik Uithoorn, Niederlande (ots/PRNewswire) - Die Vision Care Division der Hoya Corporation, ein Schlüsselunternehmen am internationalen Markt für Kontaktlinsen, hat heute den Erwerb von Dioptra CZ a.s., einem der führenden Anbieter von Kontaktlinsen in der Tschechischen Republik, der Öffentlichkeit mitgeteilt. Dioptra blickt auf dem Gebiet der Optik auf eine lange, traditionsreiche Erfahrung zurück, die bis in das Jahr 1896 reicht. Hoya und Dioptra arbeiten seit 2000 zusammen im Rahmen einer exklusiven Vereinbarung. Dioptra CZ beschäftigt 32 mehr...

  • Green Sigma hilft beim Energie- und Wassersparen / IBM bietet grünes Beratungkonzept auf der Grundlage von Lean Six Sigma SOMERS, NY, Berlin (ots) - Das neue Beratungskonzept Green Sigma von IBM hilft beim Energiesparen: Das neue Instrument ermöglicht die Steuerung des Energie- und Wasserverbrauchs in allen betrieblichen Abläufen nach Maßgabe von Lean-Six-Sigma-Prinzipien. Damit kann nicht nur umweltfreundlicher und effizienter produziert werden, sondern Green Sigma hilft auch beim Kostensparen. Im Hinblick auf die Leistungsfähigkeit eines Unternehmens gibt es eine Faustregel: Was nicht gemessen wird, kann auch nicht gesteuert werden. Dies gilt für den mehr...

  • Staat will Biomasse-Projekte stärker fördern ETP-Konferenz "Biomasse" 9. und 10. September 2008, Best Western Premier Hotel Regent, Köln Düsseldorf (ots) - Die staatliche Förderung durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und das Kraft-Wärme-Kopplung-Gesetz (KWKG) hat den Bioenergie-Boom noch stärker entfacht. Als Teil des Klimapakets soll Ökostrom in den nächsten Jahren kräftiger gefördert werden und bis 2020 rund ein Drittel der Elektrizität in Deutschland liefern. Vor allem Strom aus Wind und Biomasse profitiert von den staatlichen Zuwendungen. (Handelsblatt, 6. Juni 2008) Mit den wirtschaftlichen Auswirkungen der neuen Gesetze auf bestehende Biomasse-Projekte befassen mehr...

  • Studie: Investitionsbereitschaft in Deutschland hält weiter an Frankfurt am Main (ots) - - Derzeitigen Gründungs- und Investitionsboom führen Privatinvestoren vor allem auf wieder realisierbare Exit-Strategien zurück - Als attraktivste Exit-Strategie gilt der Verkauf an industriellen/strategischen Investor (66 Prozent) - nur sieben Prozent bevorzugen einen Börsengang Weiterhin gute Aussichten für Unternehmensgründungen in Deutschland: Die hohe Bereitschaft in Startup-Firmen zu investieren wird auch in 2008 und 2009 weiter anhalten. Dies ist das Ergebnis des aktuellen "Business Angels Report 2008". mehr...

  • Neues Opinion Paper nennt Erfolgsfaktoren für "Global Leader im Einkauf" / Detecon rät: Einkauf frühzeitig einbinden Eschborn (ots) - Mit einem ganzheitlichen, unternehmensweiten Einkaufsmanagement können Unternehmen nach Aussage von Detecon International den Wertbeitrag ihres Einkaufs um durchschnittlich drei bis fünf Prozent pro Jahr erhöhen. Eine frühzeitige Bedarfsermittlung, transparente und effiziente Beschaffungsprozesse sowie langfristig ausgelegte Lieferantenbeziehungen gehören nach Ansicht der Management-Beratung zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren. "Grundsätzlich gilt es, Bedarfe im Unternehmen so früh wie möglich zu ermitteln", erklärt mehr...

Mehr zu dem Thema Aktuelle Wirtschaftsnews

Der meistgelesene Artikel zu dem Thema:

DBV löst Berechtigungsscheine von knapp 344 Mio. EUR ein

durchschnittliche Punktzahl: 0
Stimmen: 0

Bitte nehmen Sie sich einen Augenblick Zeit, diesen Artikel zu bewerten:

Exzellent
Sehr gut
gut
normal
schlecht