(Registrieren)

Südwestrundfunk (SWR) Programmhinweise von Freitag, 11.07.08 (Woche 28) bis Freitag, 22.08.08 (Woche 34)

Geschrieben am 11-07-2008

Baden-Baden (ots) - Freitag, 11. Juli 2008 (Woche 28)/11.07.2008

23.30 Nachtkultur
Die Kultur-Illustrierte
Moderation: Markus Brock

unter anderem mit folgenden Themen:
Der Deutschen liebstes Raubein - Götz George wird 70
Die Sommerreportage - Zum Musikmachen in die Wüste Gobi
Nicht tot zu kriegen - Die Renaissance der Postkarte
Die "Seele der Savanne" - Gefühlvolle Tierfotografie

Samstag, 12. Juli 2008 (Woche 29)/11.07.2008

22.20 Frank Elstner: Menschen der Woche

Joey und Kathy Kelly
Im Januar 2009 ist es soweit. Die "Kelly Family" geht wieder auf
Tournee. Was die Fans erwartet, erzählen Joey Kelly und die Älteste
der Kelly-Geschwister, Kathy.

Cleo Kretschmer
Sie erreichte in den 70er- und 80er-Jahren in gut einem Dutzend Film-
und TV-Komödien Kultstatus - meist an der Seite von Wolfgang Fierek
und unter der Regie ihres damaligen Freundes Klaus Lemke. 1998 erlitt
die Schauspielerin eine schwere Gehirnblutung, musste wie ein
Kleinkind wieder laufen und sprechen lernen. Heute ist Cleo
Kretschmer offizielle Schirmherrin des Bayerischen Landesverbandes
für die Rehabilitation der Aphasiker e.V.

Konstanze von Schulthess
Sie ist die jüngste Tochter von Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg,
Ehefrau des Hitler-Attentäters Claus Schenk Graf von Stauffenberg.
Ihre Mutter ist eine der faszinierendsten Frauenfiguren im deutschen
Widerstand und doch weitgehend unbekannt. Historiker haben sie meist
als unwissendes Dummchen am Herd dargestellt. Eine Fehleinschätzung,
so die Tochter, deren Buch eine Liebeserklärung an die Mutter ist,
die 2006 im Alter von 92 Jahren verstarb.

Dr. Josef Joffe
Viele Jahre schrieb er für die "Süddeutsche Zeitung", jetzt ist er
Mitherausgeber der "Zeit" und veröffentlicht im "Tagesspiegel". Dr.
Josef Joffe ist ein Kenner der internationalen Politik und schätzt
ein, wie der amerikanische Präsidentschaftswahlkampf ausgehen wird,
und was das Ergebnis für Europa bedeutet.

Stefanie Tücking
Die Moderatorin der legendären ARD-Musiksendung "Formel Eins" startet
am Dienstag, 15. Juli, um 20.15 Uhr im SWR Fernsehen mit "F.I.T.! -
Freizeit ist Tücking". In der neuen Fitness-Sendung stellt sie
außergewöhnliche Sportarten vor und probiert sie mit Prominenten
selbst aus.

Sonntag, 20. Juli 2008 (Woche 30)/11.07.2008

Geänderten Beitrag beachten!

16.45 (VPS 16.43)
Der Letzte seines Standes?
Der Buchbinder von Kloster Reimlingen
Ein Film von Rüdiger Lorenz

Freitag, 1. August 2008 (Woche 31)/11.07.2008

22.00 Nachtcafé
Gäste bei Wieland Backes
Engel, Geister und Dämonen - alles Hokus-Pokus?

Hausfrauen, die mit Engeln sprechen, Geistliche, die den Teufel
austreiben oder Zeitgenossen, die einen regelmäßigen Umgang mit
Gespenstern pflegen. Alles Hokuspokus? Nein, behaupten die
selbsternannten Experten für alles Übersinnliche und verweisen auf
Umfragen, wonach die überwiegende Mehrheit der Deutschen paranormale
Phänomene für durchaus möglich hält. Alles Scharlatanerie und
Geldmacherei entgegnen jene, die nur an das glauben, was auch
naturwissenschaftlich nachweisbar ist. Woher rührt der weit
verbreitete Glaube an Spuk oder an Kontakte ins Jenseits? Brauchen
wir das Übersinnliche als Gegengewicht zur rational erklärbaren,
zivilisierten Welt? Wann wird die Neugier auf das Unerklärbare
gefährlich?

Die Gäste:
"Ich kann Engel, Geister, Verstorbene und Naturwesen sehen",
behauptet Jana Haas so selbstverständlich, als handle es sich um ihre
Nachbarn. Damit nicht genug: Schon ihre Urgroßmutter heilte durch
Handauflegen. Haas selbst kann sogar innere Organe sehen. Die Engel
wiesen der jungen Immobilienkauffrau früh den Weg, etwas aus diesen
übersinnlichen Fähigkeiten zu machen: Vor zwei Jahren gründete sie
eine Heilerschule am Bodensee, um Menschen mithilfe von Engeln zu
lehren, wie sie selbst mit der "lichtvollen Welt" in Kontakt treten.

Colin Goldner hält das für bewusste Verblödung. Den boomenden
Esoterikmarkt hält er für reine Geldmacherei. Hier würden einfache
Lösungen für eine komplizierte Welt versprochen. Und es kommt noch
schlimmer, warnt der Psychotherapeut und Wissenschaftsautor: "Wer
versucht, seine Probleme mit einem Wochenend-Feuerritual zu lösen,
wird bestenfalls nur sein Geld los. Gefährlich wird es, wenn Menschen
ihre Entscheidungen allein Engelsmedien oder Tarotkarten überlassen.
Oft endet das in der Psychose!"

Lotte Ingrisch fühlt sich kerngesund - sie sieht außerdem Geister
und spricht sogar mit ihnen, wie zum Beispiel mit ihrem verstorbenen
Ehemann, dem Komponisten Gottfried von Einem. Aber nicht nur das:
Wenn die österreichische Schriftstellerin ihren Körper verlässt, wird
sie selbst zum Poltergeist. Dann fliegen Türen auf und zu, Schritte
hallen vom menschenleeren Speicher, und es klopft überall: "Ich kann
unbewusst auf Materie einwirken, habe aber nicht die Kontrolle über
das, was geschieht."

Spuk wie dieser zählt zum Alltagsgeschäft von Prof. Peter Mulacz.
Als Parapsychologe untersucht er außersinnliche Phänomene und dringt
dabei bis in die Grenzbereiche der Wissenschaft vor. Kein Wunder,
dass sich in solchen Sphären nicht alles rational erklären lässt:
"Bei einem Fall von Wasserspuk, als Wasserstrahlen aus einer
trockenen Wand geschossen kamen, könnte eine psychokinetische
Entladung die Ursache gewesen sein." Ein emotionaler Stau als
Erklärung für das seltsame Phänomen.

Übersinnliche Wesen, psychische Kräfte - alles Mumpitz für Jean
Pütz. In seiner "Hobbythek" entlarvte der Techniknarr zum Beispiel
Uri Gellers Löffelbiegetrick als einfaches Kunststück. Bis heute
wartet er auf den Nachweis, dass jemand Kraft seiner Gedanken
Gegenstände beeinflussen kann: "Es gibt drei Hauptkräfte in der
Natur: die Gravitation, die elektromagnetische Kraft und die
Kernkraft. Und darüber hinaus soll mir mal jemand beweisen, dass da
noch mehr wirkt."

Ganz anders Luisa Francia: Sie gilt als Mutter der modernen Hexen
in Deutschland. Ihre magischen Kräfte begleiten sie seit der
Kindheit: Damals verriet sie den Mitschülern, was in der
Klassenarbeit drankommen würde. Heute pflegt sie freundschaftlichen
Kontakt mit guten Geistern, gegen die bösen hängt sie sich
beispielsweise eine Hühnerkralle an die Tür. Jahrzehntelang hat sie
ihre Zauberkräfte ausgebildet und gibt sie in Workshops auch weiter -
immer nach der magischen Regel: "Was du tust, fällt sieben Mal auf
dich zurück!"

Freitag, 8. August 2008 (Woche 32)/11.07.2008

22.00 Nachtcafé
Gäste bei Wieland Backes
Spätes Glück

Eine Frau, die mit 50 erstmals Mutter wird, der ewige Junggeselle,
der im zarten Alter von 80 seine Jugendliebe heiratet, oder die
betagte Rentnerin, die noch einmal ganz von vorne anfangen will: Alle
wollen sie ihr neues, spätes Glück nicht missen. Andere hingegen
rümpfen dabei skeptisch die Nase und fragen, ob denn ein neues Leben
auf die alten Tage unbedingt noch sein muss. Und gar mancher unkt,
dass der Jugendlichkeitswahn in unserer Gesellschaft selbst vor dem
Grabe nicht halt macht. Was macht spätes Glück aus? Brauchen wir eine
Glücksformel für Betagte und Spätgebärende? Müssen wir das Glück
unter Missachtung aller biologischer Grenzen erzwingen, oder ist es
nicht sinnvoller, sich ins Älterwerden zu fügen?

Die Gäste:
Das späte Glück des Schauspielers Reiner Schöne ist 20 Monate alt und
heißt Charlotte-Sophie. Mit 64 Jahren ist Reiner Schöne erstmals
Vater geworden - und aus dem ehemals ruhelosen Weltenbummler wurde
plötzlich ein hingebungsvolles Familientier. "Endlich bin ich
angekommen im Leben und habe heute das, was meine Altersgenossen
schon mit Anfang 20 erlebt haben: Familie und Verantwortung."

Auch Felicitas Schirow steht das Elternglück bevor. Die 50-jährige
Bordellchefin erwartet ihr erstes Kind. Ihr fortgeschrittenes Alter
sieht die Betreiberin des legendären Berliner "Café Pssst!" gelassen:
"Ich sehe mein Alter eher als Vorteil, denn ich habe deutlich mehr
Lebenserfahrung als andere Mütter."

Der Coach und Bestseller-Autor Horst Conen plädiert für den
ständigen Neubeginn im Leben. Er ermuntert dazu, auch in der zweiten
Lebenshälfte den eigenen Gefühlen und Bedürfnissen mehr zu vertrauen
und Träume von einem besseren Leben wahr zu machen. "Veränderungen
halten seelisch und körperlich jung. Man sollte sich immer was
vornehmen, bis zum letzten Atemzug."

Im Leben von Hans Lehrer wurde der Neubeginn zum Programm. Mit
Mitte zwanzig konvertierte der bayerische Landsmann zum Islam und
gründete mit seiner türkischen Ehefrau eine sechsköpfige Familie.
Doch die wahre Erfüllung erfuhr der bayerische Muslim erst 2003 als
er sich zu seiner jahrzehntelang unterdrückten Homosexualität
bekannte. Heute, mit 65 Jahren, lebt er endlich das Leben, das er
schon immer leben wollte und betreibt mit seinem Lebensgefährten eine
Schwulenkneipe in München.

Auch Ilse Lang hat ihre Sehnsüchte von einem erfüllteren Leben
wahr gemacht. "In meiner Ehe war ich das Heimchen am Herd und aus
dieser Zwangsjacke habe ich mich endlich nach 30 Jahren Ehe befreit",
sagt sie. Nach der Scheidung startete die heute 69-Jährige durch und
verfolgte ihre bis dahin unterdrückten unternehmerischen Visionen.
Für ihr großes soziales Engagement von Worms bis Afrika wurde sie vor
Kurzem mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt.

Lore Bethge-Schinzel ist in dritter Ehe nun endlich mit dem Mann
verheiratet, den sie fast 40 Jahre lang liebte und nicht vergessen
konnte. Nach einer zufälligen Begegnung entflammten die Gefühle
füreinander neu, Lore und Heiner verlassen ihre Ehepartner, um diese
späte Liebe zu leben. Auch wenn nicht alle Familienmitglieder das
Glück der beiden teilen, bereut die 71-Jährige nichts: "Ich möchte
anderen Mut machen sich zu verwirklichen und auch die Konsequenzen
durchzustehen."

Donnerstag, 14. August 2008 (Woche 33)/11.07.2008

Nachgelieferten Beitrag für RP beachten!

18.15 Deutschlands beste Weine: Ahr

Freitag, 15. August 2008 (Woche 33)/11.07.2008

22.00 Nachtcafé
Gäste bei Wieland Backes
Der Kampf ums Idealgewicht

Wer kennt das nicht? Ständig sieht man in der Werbung, im
Fernsehen und in Zeitschriften Frauen und Männer, die offensichtlich
ihr Idealgewicht haben und damit schlichtweg gut aussehen. Man selbst
fragt sich, wie die das schaffen. Von wenigen Ausnahmen abgesehen,
die anscheinend optimale Gene mitbekommen haben, bleibt für das Gros
der Menschen, die mit ihrem Gewicht unzufrieden sind, nichts anderes
übrig, als sich in den ewigen Kampf mit den Kilos zu begeben. Dabei
stellt sich natürlich die Frage: Was ist das Idealgewicht? Ist das
der BMI, der Body-Mass-Index? Ist das das Gewicht, mit dem man sich
wohlfühlt, oder womöglich das, wie einen Familie und Freunde kennen?
Oftmals ändern Menschen, die massiv abgenommen und ihr Idealgewicht
erreicht haben, ihr ganzes Leben: Sie verlassen ihren alten Partner
und starten nochmal ganz neu durch. Das Gewicht hat offensichtlich
viel mit Wohlfühlen und dem Selbstbewusstsein zu tun. Wie wichtig ist
das Idealgewicht? Lohnt sich der Kampf um eine bessere Figur? Ist
das Idealgewicht wirklich gut für die eigene Gesundheit? Oder sitzen
wir nur alle einem in den Medien und von der Diätindustrie
propagierten Irrglauben auf? Und wie kann man das Idealgewicht
tatsächlich erreichen?

Die Gäste:
Der Moderator Harry Wijnvoord brachte schon immer ein stattliches
Gewicht auf die Waage. Als er jedoch in eine Lebenskrise geriet,
wurde für ihn das Essen immer mehr zur Ersatzbefriedigung. Er nahm
kontinuierlich zu und erkrankte mit 137 Kilo an Diabetes II. Für ihn
der Grund die Notbremse zu ziehen: Mit eiserner Disziplin stellte er
seine Ernährung erfolgreich um. Heute wiegt er noch 103 Kilo. "Ich
musste umdenken lernen, denn richtiges Essen beginnt im Kopf."

Dass dauerhaftes Idealgewichts viel Disziplin erfordert, weiß auch
Dorothee Schumacher-Singhoff. Die quirlige Modeschöpferin aus
Mannheim legt Wert darauf, eine gute Figur zu machen. In Form hält
sich die Unternehmerin und vierfache Mutter mit Hilfe eines Personal
Trainers, der sie bereits morgens um sechs Uhr in Schwung bringt.
"Wenn ich mich in meiner Haut wohl fühle, dann meistere ich meine
Aufgaben mit mehr Gelassenheit."

Gelassenheit ist auch das Credo von Gisela Enders. Sie hat den
Kampf ums Idealgewicht aufgeben, von Diäten will sie nichts mehr
wissen. Mit einer Konfektionsgröße von 52/54 fühlt sich die
erfolgreiche Geschäftsfrau wohl. Sie macht sich dafür stark, dass
Dicke ihren Körper akzeptieren und lieben lernen sollen: "Es ist doch
absurd, dass ein festgelegtes Idealgewicht vorgegeben wird, jeder
Mensch hat eine andere Veranlagung."

Für Iris Paul-Feußner wurde ihr Übergewicht hingegen zur Qual: Als
sie 170 Kilo auf die Waage brachte, konnte sie sich kaum noch
bewegen. Ihre inneren Organe fingen an zu versagen. Die Ärzte gaben
der damals 36-Jährigen noch ein halbes Jahr zu leben. Die letzte
Rettung war für die Adipositaskranke eine operative
Magenverkleinerung. Seither hat sie rund 100 Kilo abgenommen und ist
gesund. "Mir wurde ein zweites Leben geschenkt, die oberflächliche
Befriedigung durch Essen ist einer tiefen Lebenszufriedenheit
gewichen."

Das Thema Abnehmen ist für Prof. Dr. Olaf Adam keine Problemzone.
Für ihn kann das jeder schaffen, wenn er es will: Die richtige
Kombination aus Kohlehydraten, Fett und Zwischenmahlzeiten, kurz auch
KFZ-Diät genannt, garantiert den Erfolg, dass die Pfunde nur so
purzeln. Viele Prominente haben Dank dieser Ernährungsrichtlinien
nicht nur an Figur gewonnen sondern, auch an der Einsicht: "Jeder ist
seines eigenen Gewichtes Schmied."

Dr. Gunter Frank sieht das ganz anders: Dicke Menschen sind seiner
Meinung nach genauso gesund wie schlanke, wenn nicht sogar gesünder.
Außerdem habe die Natur jedem Menschen seine eigene Figur gegeben.
"Es gibt doch auch keine vorgeschriebene Länge für Nasen." Diäten
sind für ihn verschwendete Zeit, denn die Pfunde kehren zielsicher
zurück. Deswegen plädiert er dafür, sich mit dem eigenen Gewicht zu
versöhnen und dadurch an Selbstsicherheit zu gewinnen.

An der Bar:
Sybille Bühring wollte nicht länger so bleiben, wie sie war. Mit
Hilfe der Weight Watchers und regelmäßigen Treffen von
Gleichgesinnten, gestaltete sie nicht nur ihre Figur, sondern ihr
ganzes Leben neu. Die Mutter von vier Kindern verlor in sechs Monaten
22 Kilo. Heute ist Sybille Bühring beruflich sehr erfolgreich, hat
einen neuen Partner und lebt 700 Kilometer von dem Ort entfernt, in
dem man sie noch als "Dicke" kennt.

Samstag, 16. August 2008 (Woche 34)/11.07.2008

Geänderten Beitrag beachten!

13.30 (VPS 13.29)
Mittelmeer am Oberrhein
Naturparadies zwischen Kaiserstuhl und Vogesen
Ein Film von Tobias Mennle

Samstag, 16. August 2008 (Woche 34)/11.07.2008

Korrigierten Titel für SR beachten!

18.45 Mord auf Sohle acht
Making Of des neuen SR-Tatorts "Das schwarze Grab"
Ein Film von Dietmar Noss

Donnerstag, 21. August 2008 (Woche 34)/11.07.2008

Nachgelieferten Beitrag für RP beachten!

18.15 Deutschlands beste Weine: Mittelrhein

Freitag, 22. August 2008 (Woche 34)/11.07.2008

22.00 Nachtcafé
Gäste bei Wieland Backes
Volksdroge Alkohol

Das Glas Wein zum guten Essen, der Prosecco zum gelungenen
Vertragsabschluss, der Schnaps auf der Skihütte - wer will, findet
täglich viele Gründe, Alkohol zu trinken. Wer sich dem geselligen
Glas verweigert, gilt oft als Spaßbremse. Der Schritt vom fröhlichen
Bier zur heimlichen Sucht ist nur ein kleiner: Rund zehn Millionen
Deutsche trinken zu häufig und zu viel Alkohol, rund drei Millionen
erlitten bereits nachhaltige gesundheitliche Schäden durch
Alkoholmissbrauch und rund vier Millionen trinken täglich am
Arbeitsplatz. 15-Jährige treffen sich zum Kampftrinken, Hausfrauen
verstecken den Schnaps in der Kaffeekanne, ganze Familien werden in
die Co-Abhängigkeit gezogen, wenn der Vater säuft. Während Raucher
sich inzwischen verschämt in der Ecke verkriechen, gilt es als
Kavaliersdelikt mal einen über den Durst zu trinken oder sich bei der
Betriebsfeier nicht mehr im Griff zu haben. Doch wie gefährlich ist
die Volksdroge Alkohol? Sind wir zu tolerant gegenüber Trinkern?
Müssen wir stärker gegen Alkoholmissbrauch vorgehen? Oder ist ein
Glas am Tag gut für die Gesundheit?

Die Gäste:
Der Schauspieler Wolfgang Völz trinkt leidenschaftlich gerne. Ein
schöner trockener Riesling, ein kühles Bier oder ein guter
schottischer Whiskey bedeuten für ihn Genuss, gemeinsames Trinken
gehört für ihn zur Geselligkeit. Bei der Arbeit hat Alkohol für ihn
nichts zu suchen. In der Schauspielbranche sei es jedoch normal, dass
spätestens nach Drehschluss die Korken knallen. Und Wolfgang Völz
sagt von sich: "Ich bin ein Lusttrinker, allerdings in einem Umfang,
in dem meine Frau und ich vom Flaschenpfand in den Urlaub fahren
könnten".

Birgit Neurath hat leidvoll erfahren, wie sie von ihrer
Alkoholsucht allmählich in die Knie gezwungen wurde. Anfangs war es
noch das berühmte Glas Prosecco um runterzukommen. Doch schon bald
brauchte sie ihre tägliche Alkoholration. Verzweifelt versuchte sie,
die Flaschen vor ihrem Mann und den Kindern zu verstecken. Zwischen
den Mehlvorräten und bei den Sommerkleidern im Keller bunkerte sie
ihre Vorräte. Die Physiotherapeutin wurde eine Meisterin im
Vertuschen und Lügen und rutschte dabei immer tiefer in den Sumpf von
Sucht, Schuld und Scham. Erst nachdem sie komplett zusammengebrochen
war, schaffte sie den Neuanfang. Heute lebt sie ein zufriedenes Leben
ohne Alkohol.

Die berauschende Seite des Alkohols kennt Stuart Pigott nur zu gut
- und er will sie auch nicht missen. "Ich bin weinsüchtig" bekennt
der Weinliterat, der aus seiner Leidenschaft einen Beruf gemacht hat:
Auf der Suche nach dem "besonderen Tropfen" bereist er die ganze
Welt. Bei einem Alkoholkonsum von täglich einer Flasche Wein bekennt
der Genusstrinker, dass er die Grenze zum Alkoholismus nicht mehr zu
ziehen vermag. Trotzdem will der Weinpapst auf seine "Droge" auch in
Zukunft nicht verzichten.

Der Suchtforscher Prof. Dr. Karl Mann weiß, wo die Grenzen beim
Alkoholgenuss liegen: Männer sollten täglich nicht mehr als einen
viertel Liter Wein oder einen halben Liter Bier trinken, Frauen nur
die Hälfte. Der Mediziner weiß, dass Alkoholismus keine
Pennerkrankheit ist: "Es kann jeden treffen, vom einfachen Arbeiter
über die Hausfrau und den Priester bis zum Vorstandschef."

Ulla Schmalz ging an der Seite ihres alkoholkranken Mannes beinahe
selbst zugrunde. Sie log für ihn, deckte seine Sucht und musste das
Leiden der Kinder auffangen. Als ihr Mann dann auch noch seinen Job
verlor und sie plötzlich vor einem Schuldenberg stand, war die
Krankenschwester am Ende ihrer Kräfte. Nur noch der Hausverkauf
rettete sie und ihre Kinder vor dem sozialen Absturz. Aus Angst um
ihre Existenz packte sie ihre Koffer und verließ ihren Mann mit den
Kindern. Aus der Ferne musste sie mitanschauen, wie er sich
allmählich seinem Ende entgegentrank: Kurz vor seinem 50. Geburtstag
starb der Familienvater an den Folgen seiner Sucht.

Solche menschliche Tragödien könnten für Jan Jacobs in einer
alkoholfreien Gesellschaft verhindert werden. Denn Alkohol zerstört
seiner Meinung nach das gesellschaftliche Zusammenleben und verändert
die Menschen zu ihrem Nachteil. Aus eigener Erfahrung weiß Jan Jacobs
um die Folgen dieser Sucht: Seine Mutter wurde im Alter
alkoholabhängig und nahm sich das Leben. Der überzeugte
Anti-Alkoholiker setzt sich nicht zuletzt deshalb auch auf
europäischer Ebene für strengere Regelungen im Umgang mit Alkohol
ein.

An der Bar:
Ilonka Polyvas-Peter arbeitet als Streetworkerin auf den Straßen
Passaus und ist täglich mit dem Thema Jugend und Alkohol
konfrontiert. Die Straßensozialarbeiterin beobachtet mit Sorge, dass
es immer mehr Jugendliche gibt, die sich aus reiner Langeweile
regelmäßig und gezielt bis zur Bewusstlosigkeit betrinken. Komasaufen
nennt sich das Phänomen, das sich quer durch alle Schichten zieht und
Jungs wie Mädchen gleichermaßen betrifft. "Für die Jugendlichen ist
es ein Mittel, nichts mehr denken und fühlen zu müssen und somit
einer belastenden Realität entgehen zu können", so die 52-Jährige.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Georg Brandl, Tel.
07221/929-2285.

Originaltext: SWR - Südwestrundfunk
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/7169
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_7169.rss2


Kontaktinformationen:

Leider liegen uns zu diesem Artikel keine separaten Kontaktinformationen gespeichert vor.
Am Ende der Pressemitteilung finden Sie meist die Kontaktdaten des Verfassers.

Neu! Bewerten Sie unsere Artikel in der rechten Navigationsleiste und finden
Sie außerdem den meist aufgerufenen Artikel in dieser Rubrik.

Sie suche nach weiteren Pressenachrichten?
Mehr zu diesem Thema finden Sie auf folgender Übersichtsseite. Desweiteren finden Sie dort auch Nachrichten aus anderen Genres.

http://www.bankkaufmann.com/topics.html

Weitere Informationen erhalten Sie per E-Mail unter der Adresse: info@bankkaufmann.com.

@-symbol Internet Media UG (haftungsbeschränkt)
Schulstr. 18
D-91245 Simmelsdorf

E-Mail: media(at)at-symbol.de

147783

weitere Artikel:
  • T-Mobile Street Gigs: Clueso begeisterte mehr als 500 Konzertbesucher in Solingen / Nächster musikalischer Höhepunkt mit Rock-Band Simple Plan am 18. September in Hessen Bonn (ots) - - T-Mobile Street Gigs: 500 Fans ließen sich von Clueso am Alten Hauptbahnhof in Solingen "mitnehm'" - Nächster musikalischer Höhepunkt mit kanadischer Rock-Band Simple Plan am 18. September in Hessen - Kostenlose Tickets unter www.t-mobile-streetgigs.de Bei der zehnten Live-Show der T-Mobile Street Gigs ging Songwriter und Popmusiker Clueso gestern mit rund 500 Fans auf eine musikalische Reise mitten im Herzen von NRW. Getreu dem Motto "Lass dich mitnehm'" spielte der 28-Jährige Erfurter mit seiner Band mehr...

  • FOXCONN präsentiert Mainboards mit P45 Chipsatz / Unterstützung für neueste Intel Prozessoren und bis zu 16GB Speicher Hamburg (ots) - FOXCONN stellt eine neue Generation von Mainstream-Mainboards vor, die auf dem P45 Chipsatz von Intel basieren. Sie sind für die neuesten Intel® CoreTM 2 Extreme, Core[TM]2 Quad und Core[TM] 2 Duo Prozessoren mit einem FSB von bis zu 1600 (oc) MHz optimiert. Das P45A-S und das P45A versprechen herausragende Leistung und ein sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis. Beide Mainboards bieten die Möglichkeit, bis zu 16GB Dual Channel DDR2 1066/800/667MHz Speicher zu nutzen. Ideal für Videoencoding oder andere Anwendungen, mehr...

  • WDR-Sondersendung "Alles wird teurer - wie kann ich sparen? - mit Jörg Schönenborn und Anna Planken Köln (ots) - WDR Fernsehen, Mittwoch 16. Juli 2008, 20.15 bis 21.45 Uhr live Alles wird teurer - wie kann ich sparen ? Mit Jörg Schönenborn und Anna Planken In der Urlaubszeit gönnen sich die Menschen eigentlich gern etwas Gutes. Doch bei der aktuellen Preisentwicklung ist der Geldbeutel schneller leer als einem lieb ist. Die hohen Energiepreise sind auch im Sommer zu spüren, die immer weiter kletternden Benzinpreise machen Ausflüge zu purem Luxus. Und die Zinsen auf das Ersparte werden von der Inflation aufgefressen. Nach dem erfolgreichen mehr...

  • Presseclub im Ersten mit Volker Herres, "Atomkraft - ja bitte? - Die Kernenergie kommt zurück" Köln (ots) - Das Erste, Sonntag, 13. Juli 2008, 12.00 - 12.45 Uhr Unverhofftes Comeback für die Kernenergie. Die steigenden Energiepreise haben eine Diskussion über verlängerte Laufzeiten der Atomkraftwerke in Gang gesetzt, die bis vor kurzem noch undenkbar war. In Deutschland hatte man mit der Kernenergie eigentlich schon abgeschlossen, da kommt selbst aus der SPD der Ruf nach einer Abkehr vom rot-grünen Ausstiegsbeschluss. Die CDU will die Kernenergie sogar zum Wahlkampfthema machen. Atomkraft - saubere und bezahlbare Energie oder mehr...

  • Expertendossier auf mekonet.de: Früh für das Lesen begeistern Marl (ots) - Früh anzufangen mit der Leseförderung ist das Credo der international profilierten Bibliothekarin Ute Hachmann in ihrem Dossier "Schon Babys können lesen - frühe Sprachförderung mit dem Buch". Sie zeigt in ihrem Beitrag auf mekonet.de auf, wie Eltern und Medienpädagogen Kinder bei der Sprach- und Leseförderung mit Hilfe der Bibliotheken unterstützen können. Ein großes Ziel ist es, Erziehende und Kinder für den Bibliotheksbesuch zu begeistern und Bücher als Alltagsmedium in die Familien einzuführen. Ute Hachmann sieht hier mehr...

Mehr zu dem Thema Sonstiges

Der meistgelesene Artikel zu dem Thema:

Sat1.de mit neuem Online-Spiele-Portal Sat1Spiele.de / SevenOne Intermedia baut Bereich Games weiter aus

durchschnittliche Punktzahl: 0
Stimmen: 0

Bitte nehmen Sie sich einen Augenblick Zeit, diesen Artikel zu bewerten:

Exzellent
Sehr gut
gut
normal
schlecht