Main-Post: SPD-Fraktionsvize Kolbow fordert auch vom Dalai Lama Beiträge zum Abbau der Spannungen mit Peking / "Wir müssen intensiver auf die Stabilität Chinas achten"
Berlin / Würzburg (ots) - SPD-Fraktionsvize Walter Kolbow hat in der Debatte um Tibet mehr Rücksicht auf die schwierige innenpolitische Situation in China gefordert. Kolbow, der sich derzeit zu politischen Gesprächen in Peking aufhält, sagte der Würzburger "Main-Post" (Donnerstagausgabe), angesichts der großen sozialen Probleme sehe es die chinesische Führung gegenwärtig als ihre wichtigste Aufgabe an, das Land zusammenzuhalten. "Ich glaube, dass auch wir intensiver auf die Stabilität Chinas achten müssen. Wir sollten die Risiken von Fehlentwicklungen in China nicht unterschätzen". Bei den Unruhen im März sei die Gewaltbereitschaft "teilweise" auch von Tibetern ausgegangen. Die Vorgänge müssten jetzt aufgeklärt werden. Dazu müsse China aber auch ausländische Beobachter in die Region lassen. "Zunächst muss der Abbau von Spannungen im Vordergrund stehen. Dazu muss auch der Dalai Lama seinen Beitrag leisten", betonte der SPD-Außenexperte. Für Deutschland und Europa gelte weiterhin der Grundsatz der Ein-China-Politik. Kolbow berichtete, dass der Empfang des Dalai Lama durch Kanzlerin Angela Merkel im Kanzleramt bei seinen Gesprächspartnern in Peking "nach wie vor übel genommen" werde. Zwar sei die Führung zum Dialog mit Vertretern der Tibeter bereit, doch gebe es gegenüber der Person des Dalai Lama weiterhin "große Reserviertheit und Ablehnung".
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