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Mehr Unternehmertum für deutsche Museen / Museen im europäischen Wettbewerbsvergleich - Arthur D. Little-Studie

Geschrieben am 13.05.2008 - [Nächster Artikel]

Wiesbaden (ots) -

* Trends: Abhängigkeit von öffentlichen Subventionen reduzieren,
Eigenfinanzierungsquote erhöhen, unternehmerisches Handeln
erforderlich

* Deutschland hinkt im europäischen Vergleich hinterher -
Frankreich an der Spitze

Angesichts zunehmenden Konkurrenzdrucks sowie Privatisierungs- und
Sparmaßnahmen aufgrund geringerer öffentlicher Subventionen sind
Kultureinrichtungen dazu angehalten, ihre Betriebe zu
professionalisieren. Museen, die unternehmerisch handeln und den
Kunden in den Fokus rücken, werden künftig mehr Mittel erwirtschaften
und sich behaupten. Im europaweiten Vergleich sind der Louvre und das
Centre Pompidou in Frankreich die Spitzenreiter.

Dies ist das Ergebnis einer Studie der internationalen
Unternehmensberatung Arthur D. Little, für die in Europa führende
Museen nach dem Grad ihres strategischen und unternehmerischen
Handelns untersucht wurden.

Museumsinsel Berlin nur auf Platz 9 im Europavergleich -
Franzosen vorne

Gemessen an der Publikumsfrequenz im Jahr 2007 führt der Louvre
mit 8,3 Millionen Besuchern vor dem Centre Pompidou (5,5, Millionen)
sowie der Tate Gallery (5,2 Millionen) und dem British Museum (4,9
Millionen). Die Museumsinsel Berlin (2,2 Millionen Besucher) folgt
als bester deutscher Vertreter erst auf Platz neun. "Hohe
Besucherzahlen allein sagen aber noch wenig über die unternehmerische
Kompetenz der Museen aus", so Stefan Höffinger, Studienleiter von
Arthur D. Little. "Führende Institute haben erkannt, dass auch
Maßnahmen zur Internationalisierung und Multiplikation
Erfolgsfaktoren sind. Hier sind die Franzosen ebenfalls
zukunftsweisend: Der Louvre baut bereits eine Dependance in Abu Dhabi
und das Centre Pompidou in Shanghai".

Museumsbesuche in Deutschland nur durchschnittlich - viele
Museumsmuffel

48 Prozent der Deutschen besuchen zumindest einmal im Jahr ein
Museum oder eine Ausstellung. Damit liegt Deutschland allenfalls im
Mittelfeld, bei den Schweden sind es 62 Prozent und bei den Dänen
sogar 65 Prozent. Mehr als die Hälfte der Deutschen hat somit in den
letzten zwölf Monaten kein einziges Mal ein Museum oder eine
Ausstellung besucht, hier liegt laut Studienautor Höffinger "noch
enormes brachliegendes Potenzial".

Mehr privat - weniger Staat

Neben einem attraktiven inhaltlichen Angebot ist die Erschließung
neuer Erlös- und Ertragsquellen ein weiterer wichtiger Indikator zur
Bewertung der Performance. Die Bedeutung der öffentlichen Hand in der
Kulturförderung geht zurück. Unabhängigkeit von Subventionen und die
Finanzierung der Museen durch eigene Mittel wird immer wichtiger.
"Einnahmequellen aus Geldern, die nicht vom Staat kommen, also aus
Eintrittskarten, Sponsorengeldern, Vermietungen, speziellen
Veranstaltungen und Merchandise werden zu entscheidenden
Anforderungen für die Wettbewerbskraft. Die besten Institute der
Studie wie das Guggenheim Bilbao oder auch die Albertina in Wien
liegen bei Eigenfinanzierungsquoten bis zu 75 Prozent", erläutert
Stefan Höffinger.

"Third Places" als Kultur-Cluster für neue Zielgruppen

Zur Erschließung weiterer Zielgruppen empfiehlt die Studie unter
anderem die Konzeption semi-öffentlicher Räume, sogenannter "Third
Places", in denen sich ein Museum nicht nur als Einzelinstitution
vermarktet, sondern sich als Nukleus eines spannend inszenierten
Gesamtareals versteht. Ein Museum kann damit Kernelement einer ganz
neuen Destination werden. Ideale Voraussetzungen für eine derartige
"Clusterbildung" hätten Kulturareale in München und in Berlin,
setzten diesen Ansatz aber noch nicht konsequent genug um.
Hervorzuheben sei dagegen das Wiener Museumsquartier (MQ), das
jährlich über 3 Millionen Besucher anzieht und mit einer Vielfalt
künstlerischer, kommunikativer und gastronomischer Angebote
begeistert: "Es gilt für die Museen, den Kunden in seiner Gesamtheit
in den Fokus zu rücken. Erfolgreiche Kultur-Cluster wie das MQ Wien
haben bereits erkannt, dass der Museumsbesucher heute als Kunde mit
multidimensionalen Bedürfnissen und nicht 'nur' als reiner
Kunstkonsument betrachtet werden muss", empfiehlt Studienautor
Höffinger.

Über Arthur D. Little:

Arthur D. Little verbindet globale Präsenz mit einer starken
Position im deutschsprachigen Raum. Als klassische Managementberatung
bietet Arthur D. Little seine Leistungen weltweit an. Die
Beratungsleistungen konzentrieren sich auf die Bereiche Strategie &
Organisation, Mergers & Acquisitions, Post Merger Integration sowie
Restrukturierung und Kostensenkung. Weitere Beratungsbereiche sind
Corporate Finance, Customer Management und Marketing, Supply Chain
Management, Information Management und eBusiness, Knowledge
Management sowie Technologie- und Innovationsmanagement. Arthur D.
Little arbeitet umsetzungsorientiert und unterstützt den Klienten in
der Implementierungs¬phase. 75 Prozent der Berater haben vor ihrem
Eintritt bei Arthur D. Little in der Industrie gearbeitet.

Arthur D. Little ist seit Mai 2002 Mitglied im Altran Verbund,
einem weltweiten Netzwerk von hochspezialisierten
Technologieunternehmen. Im deutschsprachigen Raum verfügt die
Unternehmensberatung neben dem Standort Wiesbaden über Büros in
Düsseldorf, München, Wien und Zürich mit insgesamt 280 Mitarbeitern.
Arthur D. Little wurde 1886 von dem MIT-Professor Arthur Dehon Little
in Cambridge (Mass./USA) gegründet und ist damit die erste
Beratungsgesellschaft der Welt.

Originaltext: Arthur D. Little International, Inc.
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/16362
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_16362.rss2

Pressekontakt:
Arthur D. Little GmbH
Marion Sommerwerck
Leitung Marketing & PR Central Europe
Telefon: (0211) 8609-523
E-Mail: sommerwerck.marion@adlittle.com
www.adlittle.de
 
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