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Ein Verbot von Streubomben ist möglich / In 10 Tagen beginnt die Streubombenkonferenz in Dublin

Geschrieben am 09.05.2008 - [Nächster Artikel]

München (ots) - Beim Spielen während eines Picknicks mit seiner
Familie geschah der schreckliche Unfall, bei dem der zehnjährige
Soraj beide Beine verlor. Es war ein Blindgänger aus Streumunition,
der den afghanischen Jungen so grausam verletzte und seinen Cousin
tötete. "Unsere Familie war nach diesem Unfall nie mehr wie früher.
Jetzt wo ich älter bin ist es für mich schwerer als für andere,
Arbeit zu finden," erzählt Soraj heute. Er gehört zu einer Gruppe von
Streubombenopfern, die von Handicap International zusammengebracht
wurden, um als Betroffene die Internationale Kampagne für ein Verbot
von Streubomben zu unterstützen. Sie alle werden in der kommenden
Woche nach Dublin reisen - dort beginnt am 19. Mai eine Konferenz mit
über 100 Staaten, die Millionen Menschen in von Streubomben
verseuchten Gebieten Hoffnung geben kann. Als Abschluss des so
genannten Oslo-Prozesses soll hier ein Vertrag über ein Verbot von
Streubomben beschlossen werden.

Streubomben bedeuten eine tödliche Gefahr für Zivilisten in 30
Ländern der Welt. 98 % der bekannten Opfer stammen aus der
Zivilbevölkerung, ein Viertel davon sind Kinder wie Soraj.
Streubomben verteilen beim Abwurf ungezielt Hunderte Munitionen über
große Flächen. Darüber hinaus hinterlassen sie bis zu 40 % der
Munitionen als Blindgänger und bedrohen deshalb ähnlich wie Landminen
die Bevölkerung der betroffenen Gebiete noch Jahrzehnte nach einem
Krieg.

Deutschland ist im Oslo-Prozess dabei und wird auch an der
Dublin-Konferenz teilnehmen. Bisher hat die deutsche Regierung ein
Verbot von Streubomben prinzipiell begrüßt. Sie schlägt jedoch vor,
Modelle mit geringeren Blindgängerquoten noch längere Zeit zuzulassen
und bestimmte Waffen ganz vom Verbot auszunehmen. Im Vorfeld der
Dublin-Konferenz wurde erst gestern im deutschen Bundestag über einen
weiter gehenden Antrag von Bündnis 90/Die Grünen diskutiert. Die
Redner der Regierungsparteien, Freiherr zu Guttenberg und Andreas
Weigel, machten dabei beide deutlich, dass die bisherige deutsche
Position vor Dublin noch kritisch überdacht werden müsse. Ein
entsprechender Druck des Parlaments auf die Regierung ist in diesen
Tagen besonders wichtig.

Von Anfang an hat die internationale Kampagne gegen Streubomben,
die Cluster Munition Coalition, den Oslo-Prozess begleitet. Die
Organisationen der Kampagne nehmen an den Konferenzen teil und
informieren Politiker, Medien und Öffentlichkeit ihrer Länder über
die Dringlichkeit eines Verbots von Streubomben. Handicap
International gehört zu den Gründern und führenden Organisationen
dieser Kampagne und engagiert sich in Deutschland als besonders
aktives Mitglied der Streubombenkampagne gemeinsam mit dem
Aktionsbündnis Landmine.de. Handicap International ist als
Hilfsorganisation für Menschen mit Behinderung in über 60 Ländern der
Welt aktiv, u. a. in der Versorgung von Streubombenopfern und in
Projekten zur Räumung von Minen und Streubomben.

Wir werden die Konferenz in Dublin von Anfang bis Ende begleiten
und ständig aktuell auf den Websites www.streubomben.de und
www.handicap-international.de/dublin berichten. Über Handicap
International sind auch Interviews mit Opfern von Streumunition wie
Soraj sowie mit Experten aus der Räumung und Opferversorgung vor und
während der Konferenz möglich. Außerdem ist professionelles
Filmmaterial über Streubomben im Libanon erhältlich.

Originaltext: Handicap International
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/16206
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_16206.rss2

Ansprechpartner für Medien:
- François De Keersmaeker, Geschäftsführer, 0177-55 63 555, bis 18.5.
in München und vom 19. bis 25.5.2008 in Dublin
- Eva Maria Fischer, Kampagnensprecherin, 0175-54 29 899, vom 26. bis
31.5.2008 in Dublin
 
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