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Vielfalt statt Monokulturen gegen den Welthunger / Breites Bündnis organisiert Pfingst-Demonstration am 12. Mai gegen Hunger, Agrar-Spekulanten und Gentechnik

Geschrieben am 02.05.2008 - [Nächster Artikel]

Berlin (ots) - Zum Auftakt der Verhandlungen der 9.
Vertragsstaatenkonferenz des Übereinkommens über die biologische
Vielfalt (CBD) rufen 80 Bauern-, Entwicklungs- und
Umweltschutzorganisationen unter dem Motto "Regional - Fair -
Gentechnikfrei" zu einer Demonstration am Pfingstmontag in Bonn auf.
Sie fordern eine radikale Wende in der Agrarpolitik, faire
Lebensmittelpreise, freien Zugang zu Saatgut und Wissen und
Selbstbestimmung bei der Wahl der Lebensmittel und Anbaumethoden. Sie
wenden sich gegen industrielle Monokulturen, Agrar-Sprit und
Billigfleisch-Subventionen, gegen Gentechnikkonzerne, die für die
eigenen Schäden nicht haften wollen und gegen Spekulationen an den
Weltagrar-Börsen, die Millionen Menschen das Leben kosten können.

Auf der Demonstration sprechen unter anderen José Bové
(Frankreich), Vandana Shiva (Indien), Farida Akhter (Bangladesh),
Percy Schmeiser (Kanada), Mamadou Coulibali (Mali), ein Vertreter von
Via Campesina (Brasilien), Ibolya Tamás és Gedó (Ungarn), Maya Graf
(Schweizer Nationalrätin), Ulrich Kelber (SPD, MdB), Dorothee
Lindenkamp (Bäurin), Claudia Warning (Verband der
Entwicklungspolitischen NGOs), Hubert Weiger (BUND), F.-W. Graefe zu
Baringdorf (AbL, grüner Europaabgeordneter) und Benny Haerlin (
"Planet Diversity").

Ab Pfingstmontag verhandeln in Bonn zum Auftakt der CBD 140
Unterzeichnerstaaten des Protokolls für biologische Sicherheit über
internationale Haftungsregeln für Gentechnik-Schäden. Dazu Hubert
Weiger, Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland:
"Wir fordern die Bundesregierung auf, den Schmusekurs mit den großen
Gentechnikkonzernen aufzugeben und sich für verbindliche
internationale Haftungsregeln einzusetzen. Denn in
Entwicklungsländern sind Bauern den möglichen Schäden und
Verunreinigungen ihrer Ernten durch gentechnisch veränderte
Organismen bisher recht- und schutzlos ausgeliefert."

"Die Preisexplosion für Lebensmittel in aller Welt ist nicht die
Folge von Missernten oder Mangel, sondern von Spekulationen und
unfairer Konkurrenz auf den globalen Agrar-Märkten", erklärt Rudolf
Buntzel vom Evangelischen Entwicklungsdienst EED. "Erst wurden
Entwicklungsländer durch Liberalisierung und Dumpingangebote in die
Abhängigkeit von Nahrungsmittelimporten getrieben. Jetzt stehen sie
vor dem Aus: die eigene Landwirtschaft ruiniert, die Importware
unerschwinglich. Das stürzt Millionen in neues Elend und vermeidbaren
Hunger."

"Deutschland und die EU müssen sofort ihre Pläne zur Beimischung
von Agrar-Sprit aufgeben", fordert Stephanie Töwe von Greenpeace.
"Autofahrer dürfen nicht gezwungen werden, mit Autos Lebensmittel zu
verheizen, die den Ärmsten der Welt zum Leben fehlen."

"Der Weltagrarrat hat soeben eine radikale Wende in der
Agrarpolitik gefordert, um künftig eine nachhaltige und faire
Versorgung mit Lebensmitteln zu gewährleisten ohne deren natürliche
und soziale Grundlagen zu zerstören. Die innovative Nutzung und
Verbreitung angepasster Technologien ist dabei der Schlüssel zum
Erfolg. Wir müssen den Energie- und Pestizid-Einsatz herunterfahren,
kleinbäuerliche Strukturen fördern und die lokale Selbstbestimmung in
der Agar- und Ernährungspolitik respektieren", sagt der
Geschäftsführer der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler, Reiner
Braun.

"Der biologische Landbau und andere Formen agro-ökologischer
Landwirtschaft, beweisen gerade in den Ländern des Südens, dass eine
radikale Reduktion von Gift- und Energieeinsatz ohne Verlust an
Nährwert und mit hohem Gewinn für die ländliche Entwicklung möglich
ist"; meint Gerald A. Herrmann, Präsident der Weltvereinigung der
biologischen Landwirtschaft, IFOAM.

"Einige Chemie- und Gentechnik-Konzerne versuchen jetzt mit dem
Elend, das sie selbst mit verursachen, ihr Süppchen zu kochen. Sie
sind nicht Teil der Lösung sondern Teil des Problems. Gentechnik
vernichtet Arbeitsplätze in der Landwirtschaft, führt zu
agrarindustrieller Landwirtschaft, wird vorrangig in Monokulturen für
Futter- und Energiepflanzen eingesetzt, trägt nicht zur
Ertragssteigerung und erst recht nicht zur Ernährungssicherheit bei",
erklärt Friedrich Wilhelm Graefe zu Baringdorf von der
Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft.

"Die entscheidende Frage lautet: Vielfalt oder Monokulturen?",
schließt Benedikt Haerlin von der Zukunftsstiftung Landwirtschaft.
"Vielfalt ist die einzige, seit Millionen Jahren bewährte
Innovationskraft der Natur. Die Monokulturen der industriellen
Landwirtschaft sind ihr schlimmster Feind. Um dem Artensterben und
der Zerstörung der landwirtschaftlichen Vielfalt Einhalt zu gebieten,
reicht es nicht, Saatgut in der Arktis tiefzufrieren oder in
Genbanken zu digitalisieren und zu patentieren. Vielfalt muss leben,
um sich fortzuentwickeln und zu erhalten. Sie lebt und gedeiht nur in
und mit der Vielfalt der Kulturen dieses Planeten: Wir sind die
Vielfalt!"

Weitere Informationen:

zur Demonstration, dem anschließenden Pfingstfestival der Vielfalt
in den Bonner Rheinauen und zur internationalen Konferenz "Planet
Diversity", vom 13. bis 15. Mai mit über 500 Teilnehmern aus 90
Ländern, finden Sie unter www.planet-diversity.org. Hintergründe zu
dieser Pressemitteilung unter www.planet-diversity.org/Mai2

Originaltext: Zukunftsstiftung Landwirtschaft
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/29413
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_29413.rss2

Pressekontakt:
Benedikt Haerlin, 030 27590309
Mone Volke, Planet Diversity, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel: 030 28 48 23 25, Fax: 030 27 59 03 12,
presse@planet-diversity.org
c/o Zukunftsstiftung Landwirtschaft, Marienstr. 19-20, 10117 Berlin
 
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