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Neues Deutschland: zum schwarz-grünen Kompromiss zu Studiengebühren in Hamburg

Geschrieben am 17.04.2008 - [Nächster Artikel]

Berlin (ots) - Es ist eine Binsenweisheit im politischen Geschäft:
Ergebnisse von Koalitionsverhandlungen entspringen stets den
Einsichten in das Machbare. Die Einigung von Schwarz-Grün in Hamburg
beim Thema Studiengebühren hat dies erneut unter Beweis gestellt.
Statt wie bisher 500 Euro pro Semester sollen Studenten in der
Hansestadt künftig 375 Euro zahlen - aber erst, wenn sie nach dem
Studium mindestens 30 000 Euro im Jahr verdienen. Die Grünen werden
sich zugute halten, dass sie damit Schlimmeres verhindert haben;
immerhin wollten Teile der CDU die Uni-Maut auf bis zu 1000 Euro pro
Semester erhöhen.
Der Kompromiss ist eines der Bauernopfer, das die GAL auf dem Weg
zur Macht zu geben bereit war. Dabei gibt es in der Hansestadt wie in
Hessen durchaus eine Mehrheit im Parlament gegen Studiengebühren.
Doch dann hätte die Parteienkonstellation nicht Schwarz-Grün, sondern
Rot-Rot-Grün lauten müssen.
Ganz ohne politische Fallstricke ist die Sache für die Grünen
dennoch nicht, zehren sie doch noch von ihrem Ruf, Partei der
Nachwuchsakademiker zu sein. Die Konkurrenz links von den Grünen
sollte sich diesbezüglich aber nicht zu viele Hoffnungen machen. Die
Mehrheit der Studierenden entstammt bürgerlichen und finanziell
abgesicherten Milieus; nachgelagerte Studiengebühren werden von den
meisten wohl unter dem Motto »Lieber den Spatz in der Hand als die
Taube auf dem Dach« schulterzuckend akzeptiert werden.

Originaltext: Neues Deutschland
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/59019
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_59019.rss2

Pressekontakt:
Neues Deutschland
Redaktion / CvD

Telefon: 030/29 78 17 21
 
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