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Nutzer Sozialer Netzwerke sind treu - doch beim Geld hört die Freundschaft auf

Geschrieben am 14.04.2008 - [Nächster Artikel]

Frankfurt am Main (ots) - PwC-Studie: 70 Prozent wollen "für
immer" Mitglied in ihrem wichtigsten sozialen Online-Netzwerk bleiben
/ Zahlungsbereitschaft ist schwach ausgeprägt / Werbung wird eher
akzeptiert als Mitgliedsbeiträge

Das Web 2.0 hat seine Nutzer fest im Griff: 85 Prozent der
Deutschen, die oft im Internet surfen und dabei auch Seiten wie
YouTube und Clipfish ansteuern, sind selbst Mitglied in sozialen
Online-Netzwerken, wie aus der Studie "Web 2.0 Soziale Netzwerke -
Modeerscheinung oder nachhaltiges Geschäftsmodell?" der
Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers
(PwC) hervor geht. Dabei sehen die Mitglieder einer Online-Community
ihr Engagement selten als vorübergehendes Hobby, sondern meist als
langfristig angelegte Beziehung. So wollen 70 Prozent der Befragten
zumindest in ihrem wichtigsten sozialen Netzwerk "für immer" bleiben.

Die Akzeptanz der Kommunikationsplattformen ist bei den Nutzern
ohne Frage hoch - solange es nicht an den eigenen Geldbeutel geht.
"Problematisch ist die Erzielung von Umsatzerlösen für die Betreiber
der Plattformen, denn allen Treueschwüren zum Trotz würden nur wenige
Nutzer auch einen Mitgliedsbeitrag an ihre virtuelle Gemeinschaft
entrichten", kommentiert Arno Wilfert, Technologie-Experte und
Partner bei PwC, die Ergebnisse der aktuellen Studie.

Die Studie zeigt, dass die Zahlungswilligen deutlich aktiver im
Netzwerk sind als die Zahlungsunwilligen, eine stärkere Verbundenheit
zu ihrer Plattform zeigen und in Zukunft das Netzwerk auch über ihr
Handy besuchen wollen.

Auch kostenpflichtige Premiumdienste stoßen nur auf geringes
Interesse. Ausnahmen bilden hier vor allem die Nutzer der Plattformen
Xing oder Second Life.

So werden wohl die Geschäftsmodelle von Sozialen Netzwerken meist
auf Werbeeinnahmen ausgerichtet sein müssen. Ein Ergebnis der Studie:
Die Einführung von Werbung würde bei den meisten Nutzern nicht
zwingend zu einer Abkehr von Sozialen Netzwerken führen. 37 Prozent
der Nutzer gaben sogar an, dass sie personalisierte Werbung
akzeptieren würden - was höhere Werbeerlöse durch diese Art der
zielgerichteten Werbung ermöglichen könnte.

Mobile Datendienste insbesondere von Power-Usern gefragt

Die Hoffnungen der Mobilfunkunternehmen, dass soziale Netzwerke
die Nachfrage nach mobilen Datendiensten erhöhen würden, erscheinen
nach den Ergebnissen dieser Studie zu optimistisch: Bezogen auf die
Gesamtheit der Nutzer ist das Interesse eher verhalten, vor allem
wenn eine monatliche Preisschwelle von 5 Euro überschritten würde.

Von den untersuchten Netzwerken hat die Mehrheit bei den befragten
Nutzern einen Bekanntheitsgrad zwischen 50 und 96 Prozent.
Spitzenreiter sind YouTube, Clipfish, MyVideo, MySpace und
StayFriends. Die Top 4 erreichen neben der Bekanntheit gleichzeitig
einen hohen Besuchsanteil - aber einen vergleichweise geringen Anteil
an registrierten Nutzern, was vermutlich daran liegt, dass die
wesentlichen Inhalte dieser Netzwerke auch ohne Registrierung
zugänglich sind. Einen hohen Anteil an registrierten Nutzern
verzeichnen dagegen Netzwerke wie XING, StudiVZ oder StayFriends,
u.a. deshalb weil sie auf langfristige persönliche Kontaktpflege
ausgerichtet sind.

Deutsche Netzwerkangebote sind erfolgreicher

Zahlreiche Netzwerke haben ihren Ursprung in den USA, wurden aber
im deutschen Markt von lokalen Angeboten inzwischen erreicht oder
sogar abgelöst: So rangiert MyVideo bei der Bekanntheit bereits knapp
hinter YouTube. Im Bereich der Business-Netzwerke ist XING auf dem
heimischen Markt deutlich erfolgreicher als LinkedIn und StudiVZ hat
das amerikanische Vorbild Facebook bereits weit hinter sich gelassen,
was Bekanntheit, Besucher und registrierte Nutzer anbelangt.

StudiVZ und SchülerVZ haben auch die Nase vorn, wenn es um die
Besuchshäufigkeit geht. Von den registrierten Nutzern dieser
Netzwerke loggen sich deutlich mehr als die Hälfte immer ein, wenn
sie online sind. Da davon ausgegangen werden kann, dass bei höherer
Besuchshäufigkeit auch die Wahrscheinlichkeit steigt, dass die Nutzer
neue Inhalte zum Netzwerk beitragen, kann dies auch als Indiz für die
Aktivität eines Netzwerks herangezogen werden.

"Eine besondere Überraschung", so Werner Ballhaus, Leiter des
Bereichs Technologie, Medien und Telekommunikation bei PwC, "ist das
ermittelte Durchschnittsalter der registrierten Netzwerk-Nutzer.
Entgegen der landläufigen Annahme, dass internetbasierte Netzwerke
überwiegend von Teenagern genutzt werden, variiert das
Durchschnittsalter in den untersuchten Communities zwischen 23 und 47
Jahren. Natürlich haben SchülerVZ mit einem Durchschnittsalter von 23
und StudiVZ mit 26 die jüngsten Nutzer. Aber dass zahlreiche
Netzwerke überwiegend von älteren Erwachsenen besucht werden, zeigt
deutlich, dass soziale Netzwerke in allen Altersklassen beliebt und
relevant sind."

Die Hälfte aller Nutzer suchen in Netzwerken den Kontakt zu
Personen, mit denen sie ähnliche Interessen verbinden. Jüngere Nutzer
sind mehrheitlich in Netzwerken aktiv, in denen auch ihr
Freundeskreis anzutreffen ist. Immerhin 81 Prozent der 16-24-Jährigen
geben an, dass ihre Freunde im selben Netzwerk sind. Insofern
ersetzen soziale Netzwerke im Web zum Teil andere, klassische
Kommunikationsmittel wie SMS, E-Mail oder Telefon. 69 Prozent aller
befragten Nutzer würden eine von ihrem Netzwerk angebotene
unentgeltliche Sprachfunktion zumindest gelegentlich nutzen, wobei es
hier signifikante netzwerkabhängige Unterschiede gibt. Wilfert:
"Damit kannibalisieren soziale Netzwerke die Geschäftsmodelle der
Anbieter klassischer Telekommunikationsdienste.".

Aktive Nutzer machen Communities wertvoller

Die Attraktivität der Netzwerke hängt nicht allein von der Anzahl
der registrierten Nutzer ab. Wichtig ist auch, wie intensiv sich die
Nutzer durch eigene Beiträge aktiv am Netzwerk beteiligen. Satte 82
Prozent der befragten Nutzer bezeichneten sich als "aktiv", 32
Prozent schreiben sich selbst sogar ein "hohes Aktivitätsniveau" zu.
Die beliebtesten und häufigsten Beiträge sind persönliche Inhalte.
Dazu gehören Angaben zum eigenen Profil, das Hochladen von Fotos, die
aktive Kontaktaufnahme zu anderen Nutzern oder das Schreiben von
Kommentaren, Artikeln in Foren oder in Blogs. Der Studie zufolge wird
die Bedeutung solcher Beiträge gegenüber kommerziellen und
professionellen Inhalten noch zunehmen, der Besucher wird sich immer
stärker zum Produzenten entwickeln.

Die Vielfalt der Nutzerinteressen lässt sich in der Regel nicht
von nur einem Netzwerk abdecken. 71 Prozent der registrierten Nutzer
haben sich deshalb bei mehreren Netzwerken angemeldet. Die Ergebnisse
der Studie zeigen zwar erwartungsgemäß, dass die Registrierungsquote
bei den älteren Nutzern geringer ist, aber sie lassen erwarten, dass
sich die Quote über die Zeitachse an die der 16-24-Jährigen
angleichen wird.

Für die Studie wurden 1004 Personen befragt, von denen 97,8
Prozent täglich oder fast täglich ins Internet gehen. Die Befragung
fand vom 13. bis 22. Februar 2008 statt.

Redaktionshinweis:

Die PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ist
in Deutschland mit 8.390 Mitarbeitern und einem Umsatzvolumen von
rund 1,35 Milliarden Euro eine der führenden Wirtschaftsprüfungs- und
Beratungsgesellschaften. An 28 Standorten arbeiten Experten für
nationale und internationale Mandanten jeder Größe. PwC bietet
Dienstleistungen an in den Bereichen Wirtschaftsprüfung und
prüfungsnahe Dienstleistungen (Assurance), Steuerberatung (Tax) sowie
in den Bereichen Transaktions-, Prozess- und Krisenberatung
(Advisory).

Originaltext: PwC PriceWaterhouseCoopers
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/8664
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_8664.rss2

Pressekontakt:
Karim Schäfer
PricewaterhouseCoopers AG WPG
Corporate Communications / Presse
Tel.: (069) 95 85 - 54 35
E-mail: karim.schaefer@de.pwc.com
 
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