Dass der damalige Siemens-Vorstandschef von Pierer schon 2003 von schwarzen Kassen im Konzern gewusst haben soll, ist keine Überraschung. Er war also im Bilde - völlige Ahnungslosigkeit über kriminelle Machenschaften im eigenen Haus gereicht einem so mächtigen Wirtschaftslenker auch nicht gerade zum Vorteil. Interessant ist der Zeitpunkt der Aufdeckung der Mitwisserschaft: Zwei Wochen vor der nächsten Aufsichtsratssitzung. Warum gerade jetzt und nicht früher? Und: Wem nützt das? Fast hat es den Anschein, als wolle der neue Siemens-Vorstand der im Schmiergeldfall Siemens ermittelnden US-Börsenaufsicht SEC die Schuldigen auf dem Silbertablett servieren, um die Strafe für den Konzern in erträglichen Grenzen zu halten. Das schließt straf- oder zivilrechtliche Schritte gegen Ehemalige ein. Die Baustellen im Unternehmen bleiben derweil. Im Windschatten der juristischen Aufarbeitung, die Ende Mai beginnt, lässt sich der Konzern womöglich viel geräuschloser umbauen.
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