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Stifterverband: Schwellenländer werden zum Innovationsmotor der Welt

Geschrieben am 09.04.2008 - [Nächster Artikel]

Essen (ots) -

- Querverweis: Bildmaterial ist abrufbar unter
http://www.presseportal.de/galerie.htx?type=obs -

Rasantes Wachstum der Forschungs- und Entwicklungskapazitäten der
Wirtschaft in China, Brasilien und Co.

Westeuropa nur noch Forschungsstandort Nummer drei

Anteil Deutschlands sinkt auf sechs Prozent

Das Innovationsgeschehen verlagert sich mit rasantem Tempo aus den
traditionellen Technologieschmieden USA, Europa und Japan in
wachstumsstarke Schwellenländer wie China oder Korea. Die Gruppe der
"Aufhol-Länder" konnte zwischen 1995 und 2005 ihren Anteil an den
weltweit im Wirtschaftssektor angefallenen Forschungs- und
Entwicklungsausgaben (FuE) verdoppeln. China, Indien, Korea, Taiwan,
Singapur, die mittel und osteuropäischen EU-Mitglieder, Russland
sowie Brasilien und Mexiko konnten ihren Anteil an den
Welt-FuE-Aufwendungen der Wirtschaft von knapp 12 Prozent auf 24
Prozent steigern. Von den weltweiten Ausgaben in Höhe von 653
Milliarden US-Dollar (bemessen in Kaufkraftparitäten) entfielen 158
Milliarden US-Dollar auf diese Schwellenländer. Sie liegen damit
inzwischen deutlich vor Westeuropa (EU-15). Die rasch zunehmenden
FuE-Aktivitäten der Schwellenländer haben das weltweite
Wissenspotenzial deutlich ausgeweitet: Mit 47 Prozent entfallen fast
die Hälfte der seit 2000 in der Welt zusätzlich aufgebrachten
FuE-Aufwendungen der Wirtschaft auf die Gruppe der Aufhol-Länder.
Deutschlands FuE-Gewicht in der Welt hat in dieser Zeit von acht auf
sechs Prozent abgenommen, nachzulesen in der Publikation
"Forschungslandschaft Deutschland" des Stifterverbandes für die
Deutsche Wissenschaft, die heute veröffentlicht wurde.

Global agierende Unternehmen verlagerten zunehmend FuE-Aktivitäten
nach Asien, um von der stürmischen Ausweitung der wissenschaftlichen
Forschung und des wachsenden Angebots an qualifiziertem Personal
teilzuhaben, analysieren die Autoren. "Die weltweite Entwicklung
bietet für Deutschland aber viel mehr Chancen als Risiken", sagt
Andreas Schlüter, Generalsekretär des Stifterverbandes. Der steigende
Wohlstand öffne der deutschen Wirtschaft neue Märkte für hochwertige
Produkte, zugleich steige die Innovationskraft der Bundesrepublik
dank einer wachsenden technologischen Arbeitsteilung mit den
Schwellenländern, so Schlüter.

Damit Deutschland vom weltweiten Forschungsboom profitiere, müsse
es aber seinen Fachkräftemangel in den Griff bekommen, mahnte
Schlüter. Gerade die hohen Abbrecherquoten in naturwissenschaftlichen
und Ingenieurstudiengängen sieht der Stifterverband mit Sorge. Zum
anderen müssten deutsche Hochschulen deutlich mehr internationale
Studierende anziehen. "Inder oder Brasilianer, die bei uns studieren
und später in ihr Heimatland zurückkehren, nehmen eine wichtige
Brückenfunktion auch für deutsche Unternehmen ein", sagte Schlüter.
Das internationale Hochschulmarketing müsse hierzulande deutlich
verbessert werden. Auch seien die Hochschulen aufgerufen, die
Betreuung ausländischer Studenten zu intensivieren.

Stichwort Kaufkraftparitäten:

Kaufkraftparitäten (KKP) stellen einen Korrekturfaktor dar, um
Verzerrungen durch Wechselkursschwankungen auszugleichen. Die KKP
geben an, wie viel eine Ware, die in den USA einen US-Dollar kostet,
in dem jeweiligen Land (ebenfalls in US-$) kosten würde. In
Industrieländern sind in KKP angegebene Dollar-Werte in der Regel
niedriger, in Entwicklungsländern dagegen höher als die mit
offiziellen Wechselkursen umgerechneten Dollar-Beträge.

Die Veröffentlichung:

Harald Legler, Birgit Gehrke, Heike Belitz, Christoph Grenzmann:
Forschungslandschaft Deutschland - Dynamik, Struktur, Globalisierung
und Regionalverteilung von FuE im internationalen Umfeld Materialien
der Stifterverband-Wissenschaftsstatistik, Heft 16
ISBN-10: 3-922275-24-9

Autoren aus dem Niedersächsischen Institut für
Wirtschaftsforschung, dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung
und der Stifterverband-Wissenschaftsstatistik analysieren darin die
Position Deutschlands im globalen Zusammenhang.

Originaltext: Stifterverband für die Dt. Wissenschaft
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/18931
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_18931.rss2

Bezug und Rückfragen:
Frank Stäudner
Telefon: 0201 8401-158
E-Mail: frank.staeudner@stifterverband.de
 
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