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Schwelle zum Wohneigentum - eine Frage der Region / Erwerber brauchen in den Metropolen Frankfurt und München fast das doppelte Durchschnittseinkommen

Geschrieben am 07.04.2008 - [Nächster Artikel]

Berlin (ots) -

- Querverweis: Bildmaterial wird über obs versandt und ist
abrufbar unter http://www.presseportal.de/galerie.htx?type=obs -

- In manchen ostdeutschen Landkreisen reicht dagegen weniger als
die Hälfte

Durchschnittliche Einkommensbezieher sind in Deutschland bei
stabilen Immobilienpreisen und niedrigen Zinsen eher denn je in der
Lage, eigene vier Wände zu erwerben. Aber das gilt nicht überall. Wie
das Berliner Forschungsinstitut empirica im Auftrag der
Landesbausparkassen (LBS) errechnet hat, muss man z. B. in Frankfurt
und München typischerweise fast doppelt so viel wie das dortige
Durchschnittseinkommen zur Verfügung haben, um die Hürde ins
Wohneigentum zu nehmen. In den meisten Regionen sind dagegen schon
mittlere Einkommen völlig ausreichend. In manchen Ost-Landkreisen,
aber auch in Sankt Wendel (Saarland) und Kronach (Nordbayern) braucht
man nur die Hälfte des Durchschnittseinkommens, in Sonneberg
(Thüringen) genügt sogar ein gutes Drittel (siehe Grafik).

Wie LBS Research mitteilt, hat empirica verfügbare Daten der
Einkommens- und Verbrauchsstichprobe des Statistischen Bundesamtes
mit aktuellen Informationen aus seiner Preisdatenbank für
Einfamilienhäuser verknüpft. Der Wohneigentumserwerb ist für die
Berliner Forscher in der jeweiligen Region dann machbar, wenn bei
einem Eigenkapital in Höhe eines Jahresnettoeinkommens die
Finanzierungsbelastung (bei Zins und Tilgung von insgesamt 7,5
Prozent pro Jahr) 35 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens nicht
übersteigt. Wegen der enormen Immobilienpreisunterschiede liegen die
so errechneten monatlichen Mindesteinkommen für Eigenheimerwerber
zwischen 950 Euro im Landkreis Prignitz und über 7.300 Euro im
Landkreis Starnberg - das ist fast das Achtfache.

Die Auswertung zeigt darüber hinaus, dass diese Unterschiede für
Kaufinteressenten vor Ort weniger deutlich ausfallen, weil auch die
typischen Einkommen von einer Region zur anderen abweichen. Deshalb
ist auch in Starnberg nicht einmal der größte Zuschlag auf das lokale
Durchschnittseinkommen gefordert. An der Spitze liegen vielmehr
Frankfurt, Garmisch-Partenkirchen, München und Freiburg. Dort sind
zwar die Immobilienpreise niedriger als rund um den Starnberger See,
aber noch deutlicher gilt dies für den Wohlstand des jeweiligen
Bevölkerungs-Querschnitts. Im Ergebnis ist in diesen vier Städten
bzw. Landkreisen ein Mindesteinkommen erforderlich, das mehr als 80
Prozent über dem ortsüblichen Durchschnitt liegt.

In den meisten Teilen Deutschlands liegt das Mindesteinkommen zum
Erwerb eines typischen Eigenheims nach Auskunft von LBS Research
unterhalb des ortsüblichen Durchschnittseinkommens. Grundlegend
anders - und damit deutlich schwieriger für normale
Eigentumsinteressenten - ist die Situation in großen Teilen
Südbayerns (mit dem Voralpenland), in Südbaden bzw. dem Bodenseeraum
sowie in den Ballungsräumen Rhein-Ruhr (bis nach Bonn), Rhein-Main
und Rhein-Neckar sowie Stuttgart. Nördlich der Mittelgebirge braucht
man mehr als ein durchschnittliches Einkommen dagegen nur in
Berlin/Potsdam, Hannover und Hamburg sowie in einigen
Ostsee-Küstenregionen Schleswig-Holsteins und
Mecklenburg-Vorpommerns.

Während in den allermeisten Landkreisen auch nach diesen Zahlen
die Wohneigentumsbildung für Durchschnittsbezieher kein großes
Problem darstellt, wird in mehr als der Hälfte der fast 120
kreisfreien Städte für ein typisches Eigenheim ein teils deutlich
überdurchschnittliches Einkommen benötigt. Wie die LBS-Experten
hinzufügen, hilft dann meist nur ein überdurchschnittliches
Eigenkapital, z. B. nach Schenkung oder Erbschaft. Allerdings
brauchten immerhin in 50 kreisfreien Städten in Deutschland Erwerber
ohnehin nicht mehr als ein durchschnittliches Einkommen. Unter den
zwölf größten Städten mit über einer halben Million Einwohner trifft
dies auf Bremen zu - zugleich die Metropole, die mit über 35 Prozent
die mit Abstand höchste Wohneigentumsquote aufweist.

Dies zeigt nach Angaben von LBS Research, dass sich eine
vorausschauende Baulandpolitik, die auf ausreichend verfügbares
kostengünstiges Bauland setzt, im Ergebnis eindeutig auszahlt. Städte
haben es also selbst in der Hand, Familien mit Kindern als Bürger an
ihre Kommune zu binden und zugleich durch eine hohe
Wohneigentumsquote dafür zu sorgen, dass möglichst wenig Menschen von
Altersarmut bedroht sind.

Die gesamte Liste von empirica mit insgesamt rund 440 kreisfreien
Städten und Landkreisen findet sich im Internet unter:
www.lbs.de/microsite-presse/lbs-research/schwelle

Originaltext: Landesbausparkassen
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/35604
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_35604.rss2

Pressekontakt:

Ivonn Kappel
Bundesgeschäftsstelle Landesbausparkassen
Referat Presse
Tel.: 030-20225-5398
Fax: 030-20225-5395
E-Mail: ivonn.kappel@dsgv.de
 
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