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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Green IT

Geschrieben am 12.03.2008 - [Nächster Artikel]

Bielefeld (ots) - Größer, schneller, weiter, immer umweltbewusst
heißt die Devise. Natürlich hat der PS-starke Bolide in der Garage
einen Katalysator, erfüllt der schrankgroße Doppeltürenkühlschrank in
der Küche die Energieeffizienzklasse A und tritt der per Jet
angereiste Urlauber auf den Balearen ökobewusst in die Pedale. Da
muss die Frage erlaubt sein: Wären Kleinwagen, 150-Liter-Kühlschrank
und Urlaub an der Nordsee nicht ökologischer - geht es uns um eine
saubere Umwelt oder vorrangig um ein sauberes Gewissen? Oft sind
höhere Leistung, mehr Komfort oder Prestige nur für den Preis einer
größeren Umweltbelastung zu bekommen; das Verhältnis auszubalancieren
bleibt jedem selbst überlassen.
Die Industrie hat erkannt, dass viele Menschen bereit sind, für
umweltfreundliche Produkte tiefer in die Tasche zu greifen und will
diesen Trend (aus-)nutzen. Auch die Computermesse CeBIT ist auf den
Zug aufgesprungen, nennt das Vehikel »Green IT« und beschleunigt
kräftig Richtung »saubere Umwelt«.
Neben reichlich medienwirksamem Rummel ist allerdings noch nicht viel
passiert. Informationstechnologie (IT) und Telekommunikation
produzieren etwa zwei Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes. Von den
bis zu 50 Millionen Tonnen Elektronikmüll landet nur ein kleiner Teil
in den Recyclinganlagen.
Erneut soll Technologien Abhilfe schaffen, zum Beispiel
energieffizientere Chipsätze und leichter recycelbare Bauteile. Was
die Industrie in Hannover feierte, ist aber in den Köpfen noch nicht
angekommen. Der Handel verkauft seine Produkte weiter über Leistung
und Preis. Fujitsu Siemens setzt schon seit einiger Zeit auf
stromsparende und wiederverwertbare Computer. So spart ein »Grüner
PC« etwa ein Drittel der Stromkosten, verbraucht statt 120 bis 130
Watt wie ein herkömmliches Gerät nur 80 Watt. Bislang sehen die
IT-Verantwortlichen auf Kunderseite aber vorrangig den höheren
Anschaffungspreis - obwohl sich die Mehrausgabe rechnet, für Firma
und Umwelt.
Umdenken sollte auch der umweltbewusste Verbraucher. Es muss nicht
darauf warten, dass die Industrie das Etikett »Green IT« entdeckt.
Wer nicht mehr Computer kauft als er benötigt (für Textverarbeitung
und Internet braucht's keine 1000-Watt-Maschine mit 22-Zoll-Monitor),
wer Daten wo immer möglich durch Kabel schickt statt sie per Funk zu
übertragen und lieber den Netzschalter betätigt statt des
Stand-By-Knopfes, schont Umwelt und Geldbeutel. Auch muss man nicht
auf jeden Zug aufspringen, auch wenn dieser ordentlich unter Dampf
steht: Das Beispiel HD-DVD macht vorsichtig.
Jetzt gilt es, die Unternehmen auf die Probe zu stellen, die mit dem
Umweltschutz kokettieren, um dem Anwender ihre Systeme anzudienen.
Mit dem bloßen Etikett »Green IT« als Trostpflaster fürs ökologische
Gewissen dürfen wir uns nicht zufrieden geben. Nicht überall, wo
»grün« draufsteht, ist Öko drin. Wenn genügend Kunden hartnäckig nach
Stromverbrauch und Wiederverwertbarkeit fragen, wird die Industrie
beides beachten.

Originaltext: Westfalen-Blatt
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/66306
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_66306.rss2

Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Nachrichtenleiter
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 - 585261
 
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