Sven-Göran Eriksson nominierte kürzlich den 17-jährigen Theo Walcott für die WM, obwohl der noch nie in der höchsten Spielklasse zum Einsatz kam. Das war ein Ding. Ganz so toll wie der Kollege in englischen Diensten trieb es Jürgen Klinsmann nicht, auch wenn ihm genau so eine Überraschung zuzutrauen wäre. Doch immerhin gelang es auch dem Kalifornien-Schwaben gestern wieder einmal, die Fachwelt zu erstaunen. Wer hatte David Odonkor auf dem Zettel? Und wer glaubte noch an Mike Hankes Chance? War doch eigentlich alles klar mit dem WM-Kader. Es scheint, als gehöre es zur Strategie der Klinsmann-Administration, dass sie regelmäßig einen Wachmacher einstreut und damit demonstrativ das Heft des Handelns übernimmt. Immer wenn es ruhig zu werden scheint, haut "Klinsi" wieder einen raus. Zu Beginn seiner Amtszeit, als er den Titel als Ziel ausgab. Mit der Ernennung Michael Ballacks zum Kapitän. Mit der Treue zu Chelseas Ersatzspieler Robert Huth. Mit der Entscheidung für Torhüter Jens Lehmann und gegen Oliver Kahn. Klinsmann ist unberechenbar. Muntere Wochen kündigen sich deshalb an. An Überraschungen wird es vor und während der WM nicht mangeln. Nur zu!
Originaltext: Rheinische Post Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=30621 Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_30621.rss2