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Weltfrauentag: Frauenarmut in Entwicklungsländern bekämpfen / VENRO fordert mehr Einsatz für Geschlechtergerechtigkeit

Geschrieben am 06.03.2008 - [Nächster Artikel]

Bonn (ots) - Entwicklungspolitik muss sich stärker für
Geschlechtergerechtigkeit einsetzen, dies hat jetzt der Verband
Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen e.V.
(VENRO) anlässlich des Weltfrauentages am 8. März gefordert.

Trotz Fortschritten bei der Umsetzung der
Millennium-Entwicklungsziele (MDG) etwa im Bereich der
Grundschulbildung liege die Umsetzung des MDG 3 für
Geschlechtergerechtigkeit und die Stärkung der Rolle der Frau noch in
weiter Ferne, kritisiert VENRO. Nach wie vor sind Frauen am meisten
von Armut betroffen. Gerade in den ländlichen Gebieten Afrikas leben
sie in extremer Armut und haben weniger Rechte als Männer.

"Vor 100 Jahren sind Frauen auf die Straße gegangen, um mit der
Forderung nach Brot und Rosen soziale Gerechtigkeit, Arbeit, Frieden
und Frauenrechte einzufordern. Heute ist Armutsbekämpfung die
Hauptforderung, die wir als zivilgesellschaftliche Organisationen
vertreten. Nur wenn die Frauenarmut bekämpft wird, kann eine
Reduzierung der weltweiten Armut erreicht werden", erklärt die
stellvertretende VENRO-Vorsitzende Prof. Dr. hc Christa
Randzio-Plath.

Die Gleichstellung der Geschlechter ist eines von acht MDG, die im
Jahr 2000 von Staats- und Regierungschefs aus 189 Ländern
verabschiedet wurden. Ziel der MDG ist es, die weltweite Armut bis
2015 zu halbieren. Frauen gehören in vielen Bereichen allerdings
weiterhin zu den Verlierern: Sie leisten zwei Drittel aller
Weltarbeitsstunden, erhalten aber nur zehn Prozent des globalen
Einkommens und verfügen über nur ein Prozent des weltweiten
Vermögens. Ihre Beschäftigungsverhältnisse sind meistens prekär,
sozial ungesichert und schlecht bezahlt.

Zudem machen Frauen zwei Drittel der Analphabeten weltweit aus und
haben nur einen eingeschränkten Zugang zur Gesundheitsversorgung: Das
Risiko während Schwangerschaft und Geburt zu sterben ist für Frauen
in Entwicklungsländern 40 Mal höher als für Mütter in
Industrieländern. Grund für die besondere Armutssituation von Frauen
sind nicht nur ökonomische Ungleichheiten, sondern auch der mangelnde
Zugang zu Macht- und Entscheidungspositionen.

"Die Bekämpfung von Frauenarmut und die Umsetzung von
Geschlechtergerechtigkeit erfordern daher beides: Die Einbeziehung
der Geschlechterperspektive auf allen Ebenen des
entwicklungspolitischen Handelns und die gezielte Förderung von
Frauen. Nur wenn die Entwicklungspolitik beide Strategien
gleichermaßen beachtet, besteht Hoffnung, das dritte
Millenniumsentwicklungsziel und damit die Gleichberechtigung der
Geschlechter und die Stärkung der Rolle der Frau zu verwirklichen",
so Randzio-Plath.

Originaltext: VENRO e.V.
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/70355
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_70355.rss2

Presseanfragen und Kontakt:

VENRO e.V.
Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Kirsten Prestin
Kaiserstr. 201
53113 Bonn
Tel.: +49/ (0) 228 - 946 77-14, (0)152 - 086 409 95
Fax: +49/ (0) 228 - 946 77-99
E-Mail: k.prestin@venro.org
Internet: www.venro.org
 
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