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Booz Allen Hamilton: China verliert Rolle als Produktionsstandort Nummer Eins

Geschrieben am 05.03.2008 - [Nächster Artikel]

München (ots) - Mehr als die Hälfte der ausländischen Unternehmen
in China gehen davon aus, dass der Produktionsstandort China an
Wettbewerbsfähigkeit einbüßt / Knapp 20% planen Standorte zu
verlagern / Starke Währung und steigende Lohnkosten verantwortlich /
Vietnam und Indien attraktivste alternative Standorte

Die Zeiten, in denen China bei multinationalen Unternehmen
attraktivstes Niedriglohnland und Produktionsstandort war, sind
vorbei. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Untersuchung "China
Manufacturing Competitiveness". Diese wurde gemeinsam von der
internationalen Strategie- und Technologieberatung Booz Allen
Hamilton und der Amerikanischen Handelskammer in Shanghai erstellt.
Mehr als die Hälfte (54%) der in China aktiven, befragten
ausländischen Unternehmen glaubt, dass China seine
Wettbewerbsfähigkeit gegenüber anderen Low-Cost-Ländern einbüßen
wird. Daher plant bereits rund ein Fünftel der Firmen in den
kommenden Jahren Standorte von China in andere Regionen wie Vietnam
und Indien zu verlagern. Die Gründe für den Attraktivitätsverlust
liegen vor allem im Erstarken der chinesischen Währung Renminbi sowie
den steigenden Lohnkosten. "Multinationale Unternehmen und Investoren
müssen ihre gesamte Produktions-Strategie, die sie in den letzten
Jahrzehnten in China verfolgt haben, grundlegend überdenken", so Ron
Haddock, Partner und Chinaexperte bei Booz Allen Hamilton.
"Kostenwandel und Währungsstruktur haben sich substantiell verändert.
Daher müssen Unternehmen ihre Standorte und Unternehmensaktivitäten
in China kritisch auf den Prüfstand stellen."

Starker Renminbi und Lohninflation machen alte Standortvorteile
zunichte

Sieben von zehn der Konzerne nennen das Erstarken der chinesischen
Währung als Ursache dafür, dass Chinas Wettbewerbsfähigkeit als
Standort sinkt. Über die Hälfte der Konzerne sieht die Lohninflation
als wichtigsten Grund. So stiegen die Gehälter bei Managern
durchschnittlich um 9,7% und bei Arbeitern um 7,6%. Während die
Kosten auf der einen Seite steigen, hinkt China auf der anderen Seite
globalen Standards in punkto Standortfaktoren noch immer hinterher.
Die teilnehmenden Unternehmen nennen vor allem die logistische
Infrastruktur, den Zugang zu Technologien, Management-Kapazitäten und
den Schutz geistigen Eigentums als Schwachstellen. Auch die
Mitarbeiterbindung ist laut Umfrage ein großes Problem und für 33%
der Befragten schuld am Verlust der Wettbewerbsfähigkeit.

Vietnam und Indien holen deutlich auf

Unter den 20% jener Firmen, die bereits konkrete Pläne verfolgen,
ihre chinesischen Standorte in andere Länder zu verlagern, geben 89%
an, in China ursprünglich aufgrund der niedrigen Lohnkosten
investiert zu haben. Heute aber seien Lohnniveau und geringe
Steuersätze anderer Länder attraktiv geworden. Vietnam ist
Spitzenreiter unter den alternativen Standorten. 63% der Befragten
nannten den asiatischen Staat als beste Alternative zu China. Für 37%
ist Indien die erste Wahl.

Duale Strategie als Schlüssel zum Erfolg

Die Untersuchung zeigt auch: Profitabel sind vor allem solche
Player, die China sowohl als Produktionsstandort als auch als
Absatzmarkt sehen und sich nicht allein auf einen der beiden Aspekte
fokussieren. Firmen, die den Markt integriert bearbeiten, sind
deutlich erfolgreicher als jene, die sich nur auf eines der Ziele
konzentrieren (29,6% im Vergleich zu 17,8%). Trotz der potentiell
höheren Ertragschancen versucht nur ein Viertel der Firmen,
Produktionsaktivitäten und inländischen Absatz miteinander zu
vereinen.

Mangelnder Transfer wichtiger Erfahrungswerte

Steigende Kosten und eindimensionale Marktbearbeitung bilden
jedoch nicht die einzigen Ursachen, weshalb multinationale
Unternehmen in China unprofitabel arbeiten. Der überwiegende Teil der
Konzerne (drei Viertel) ist nicht in der Lage,
Best-Practice-Strategien in China anzuwenden. Nur 11% stützen sich
auf durchgängig integrierte Planungssysteme wie Enterprise Ressource
Planning (ERP) und Manufacturing Ressource Planning (MRP). Noch
weniger Unternehmen (7%) setzen differenzierte analytische
Inventur-Berechnungs-Tools und -Verfahren ein. Nur 4% wenden
Best-Practice-Strategien im Bereich des Supply Chain Risk Management
an.

Noch scheuen Konzerne Investitionen für Infrastruktur in neuen
Ländern

Derzeit hält die Mehrheit (83%) der Konzerne an ihren chinesischen
Standorten und Aktivitäten fest. 78% planen, den chinesischen
Heimatmarkt als Absatzmarkt weiter zu erschließen. 39% geben dabei
jedoch an, den Aufwand zu scheuen, eine neue Supply Chain in anderen
Low-Cost-Regionen aufzubauen. D.h., nicht Standortvorteile im Reich
der Mitte, sondern die Hemmschwelle, an anderer Stelle zu
investieren, fallen beim Thema Standort momentan noch zugunsten
Chinas aus.

Für Konzerne, die ihre China-Strategie überdenken, kann die
Vorgehensweise erfolgreicher Firmen ein hilfreiches Vorbild sein.
"Unternehmen, die in China am profitabelsten sind, sehen China
inzwischen in einer erweiterten globalen Perspektive und nicht nur
als ein Schwellenland", erklärt Ron Haddock. "Wir nennen diese
Unternehmen 'Globale Integratoren'. Diese haben ihr Engagement vor
Ort in ihre globale Marktplanung integriert." Auf dem Weg zu einer
ganzheitlichen Strategie haben die meisten Investoren in China
allerdings noch einen weiten Weg vor sich.

Zum Studiendesign

Booz Allen und die Amerikanische Handelskammer in Shanghai haben
66 der größten multinationalen Unternehmen in China befragt. Diese
repräsentieren mehr als 10% der 600 größten multinationalen
Unternehmen in China. Dabei wurden Online-Fragebögen, vor Ort Besuche
und Tiefeninterviews eingesetzt. Von den befragten Unternehmen waren
81 % vollständig in ausländischem Besitz, 10% waren Joint Ventures
zwischen multinationalen und chinesischen Partnern und 9 % fielen in
die Kategorie "Sonstige".

Die Branchen der Unternehmen umfassten Konsumgüter, Industrie,
Gesundheit und Werkstoffe, wobei die Umsätze je nach TK
unterschiedlich waren. Die Studie wurde zwischen TK DATE 2007 und TK
Date 2007 durchgeführt. Zu den Herkunftsländern der Unternehmen
zählen die Vereinigten Staaten, Japan und West Europa. Ungefähr 30 %
der Befragten haben über ihre Manufacturing Footprints hinaus
zusätzlich ihre Hauptpräsenz in China, inklusive Repräsentantenbüro,
regionale oder globale Zentralen, Beschaffungszentren und Forschungs-
und Entwicklungszentren.

Über Booz Allen Hamilton

Booz Allen Hamilton ist mit mehr als 19.000 Mitarbeitern und Büros
auf sechs Kontinenten die weltweit führende Strategie- und
Technologieberatung. Das Unternehmen befindet sich im Besitz seiner
rund 300 aktiven Partner. Sieben Büros sind im deutschsprachigen
Raum: Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, München, Stuttgart, Wien und
Zürich. Der Umsatz beläuft sich weltweit auf 4 Mrd. US$, im
deutschsprachigen Raum auf 229 Mio. Euro.

Originaltext: Booz Allen Hamilton
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/44015
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_44015.rss2

Pressekontakt:
Robert Ardelt
Marketing & Communications
Tel. 089 / 54 52 5 529 oder 0170 / 22 38 529
Fax: 089 / 54 52 5 602
Email: ardelt_robert@bah.com
 
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