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Verantwortung der Deutschen gilt vorrangig dem eigenen Leben - Beruf und Gesellschaft spielen nur Nebenrollen
Geschrieben am 15.05.2006 - [Nächster Artikel] |
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Wiesbaden (ots) - Verantwortung ist nicht nur ein gesellschaftspolitisches Schlagwort. Acht von zehn Deutschen halten Verantwortungsbewusstsein für eine wichtige Tugend. Allerdings konzentriert sich ihr Engagement der Menschen überwiegend auf den nahen Lebensbereich um Freunde und Familie. Dagegen genießt der Beruf in der Werteskala eine sehr geringe Bedeutung. Nur jeder zwanzigste Befragte begegnet dem eigenen Unternehmen und dessen Kunden mit sehr großer Fürsorge. Insgesamt halten fast sieben von zehn Befragten das Verantwortungsbewusstsein für eine Tugend, die in Deutschland in Vergessenheit geraten ist. Das ergibt die aktuelle Studie "Verantwortung 2006" der DBV-Winterthur in Kooperation mit dem F.A.Z. Institut.
Kinder stehen im Mittelpunkt
Für die Deutschen bedeutet Verantwortung, insbesondere für die Kinder einzustehen. So sehen sich 47,2 Prozent der Bundesbürger gegenüber den eigenen Kindern sowie Enkeln, Nichten und Neffen in der Pflicht. Überraschend: Die Verantwortung für den eigenen Lebenspartner spielt nur für 28,5 Prozent der Befragten eine Rolle. Unterschiede in den Ergebnissen gibt es nur bei einzelnen Untergruppen. So nennen die Verheirateten den Partner als wichtigste Person. Verwitwete und Geschiedene legen ihr Augenmerk in Anbetracht des fehlenden Partners umso mehr auf die eigenen Kinder sowie den Nachwuchs in der nahen Verwandtschaft. Entsprechend positiv fällt die Wertschätzung von Eltern aus, die mit einer Zustimmung von 88,2 Prozent der Befragten ein hohes Verantwortungsbewusstsein auszeichnet.
Nur 1,5 Prozent der Befragten gab an, die meiste Verantwortung für die Gesellschaft zu übernehmen. Die Bürger in Deutschland engagieren sich demnach nur dann in größerem Maße gesellschaftlich, wenn das nähere persönliche Umfeld - die Familie, Freunde und der Beruf - dafür Raum und Zeit lässt. Allerdings lässt das aktuell geringe Engage-ment nicht automatisch auf einen grundsätzlichen Rückgang der Bindung an gesellschaftliche Einrichtungen schliessen. So hat entgegen der Klagen über den Bedeutungsverlust des Ehrenamtes die Bereitschaft zum freiwilligen bürgerschaftlichen Einsatz wieder kontinuierlich zugenommen. Vor allem die jüngeren sind bereit sich einzubringen.
Verantwortung im Berufsleben - Fehlanzeige
Das geringe Maß an Verantwortung, das die Deutschen generell dem eigenen Beruf einräumen, lässt auf einen weit verbreiteten Mangel an Identifikation mit dem Arbeitgeber schließen. Dabei ist die berufliche Situation offenbar vielfach von erheblicher Unzufriedenheit gekennzeichnet.
Aufgeschlüsselt nach Berufsgruppen ergibt sich ein differenziertes Bild. So fällt das Urteil über den Verantwortungsgrad von Ärzten und Pflegepersonal mit 89,2 Prozent sehr gut aus. Nur knapp jeder zehnte Befragte bewertet das entsprechende Bewusstsein des medizinischen Personals als gering oder nicht vorhanden.
Auch Beschäftigten im öffentlichen Dienst wird von 65,4 ein hoher Verantwortungsgrad beigemessen. Dabei unterscheidet sich das Ansehen öffentlicher Einrichtungen zwischen Ost- und Westdeutschen sehr deutlich. Zwei Drittel der Bürger aus den alten Bundesländern schreiben den Beschäftigten im öffentlichen Dienst ein hohes Maß an Verantwortung zu. In Ostdeutschland teilt diese Ansicht nur eine dünne Mehrheit.
Bundesweit gravierend ist der Vertrauensverlust in der Politik: 64 Prozent der Befragten können im politischen Engagement nur geringes Verantwortungsbewusstsein erkennen. Sehr skeptisch äußern sich vor allem Arbeitslose und Selbstständige. Nur die Beamten heben in ihren Antworten mehrheitlich die große Verantwortung der Politiker her-vor. Generell lässt sich der Trend beobachten, dass das Vertrauen der Bürger in die Politiker mit dem Alter langsam abnimmt.
Unternehmen im Zwielicht
Die Unternehmen in Deutschland gehören zur Gruppe, die überdurchschnittlich viel Verantwortung übernehmen muss. Das die Unternehmen dennoch in den Augen der Bevölkerung ihrer Verantwortung kaum gerecht werden, ist zum einen eine Reaktion der Menschen auf den anhaltenden Arbeitsplatzabbau in Deutschland. Zum anderen erklärt sich die Distanz der Bürger mit den Rekordzahlen von Firmeninsolvenzen und der unsicheren Geschäftslage im globalen Wettbewerb.
Hohe Erwartungen in Notlagen
Gut jeder zweite Befragte ruft im Notfall nach der Unterstützung des Staates. Das ist ein relativ geringer Wert. Offensichtlich hat sich die Nachricht von den leeren Staatskassen inzwischen herumgesprochen. Die Erwartung an Einrichtungen, im Notfall Verantwortung für die Befragten zu übernehmen, führt bei den Kirchen zu einem erstaunlichen Bild: Obwohl das Engagement der Bürger in kirchlichen Einrichtungen sehr gering ausfällt, fordert rund ein Drittel der Befragten, dass ihnen die Kirche im Notfall zur Seite steht. Fast jeder zehnte hat diesbezüglich sogar sehr große Erwartungen. Dabei ist die Finanzlage der christlichen Kirchen in Deutschland noch trüber als die der staatlichen Haushalte.
Fangnetz Familie
Den eigenen Kindern (73,7 Prozent) und dem Lebenspartner (71,3 Prozent) trauen die Befragten am ehesten zu, dass sie in Notfällen bereit stehen. Wie bei vielen Punkten der Befragung zeigt sich auch beim Vertrauen in den Partner, dass sich die Grundstimmung hebt, wenn ein solides bis hohes Haushaltsnettoeinkommen ein Leben ohne finanzielle Sorgen ermöglicht.
Überraschend ist, dass sich etwa jeder zweite Bürger weniger auf die eigenen Eltern und sonstigen Angehörigen verlässt. Stattdessen rücken gute Freunde als zuverlässige Anlaufstationen in den Mittelpunkt. Dabei verlassen sich die Menschen im Westen mit 59 Prozent deutlich mehr auf den Freundeskreis als die Befragten im Osten mit 41 Prozent.
Hohe Erwartungen an Versicherungen
Die Versicherungsbranche ist nach Ansicht der Bevölkerung wichtiger Partner in Notfällen. Bürger erwarten von Versicherungsunternehmen, dass sie vertragliche Vereinbarungen einhalten und im Bedarfsfall ohne Komplikationen in Leistung treten. Sie stehen bereits hinter Lebenspartner und eigenen Kindern als Anlaufstelle für Notfälle. Dabei genießen Versicherer besseres Ansehen als Unternehmen allgemein. In der Rangliste der "Helfer" steht sie deutlich vor Eltern, Freunden oder sonstigen angehörigen.
Achillesferse Gesundheit
Das Verantwortungsbewusstsein der Deutschen kennt Grenzen. So fühlt sich beispielsweise ein Gros der Bevölkerung überfordert, wenn es um die eigene Gesundheit geht. Mit einer schweren Krankheit können nur 14,8 Prozent der Befragten umgehen. Ein ähnliches Bild beim Thema Intensivbetreuung: Sobald ein naher Verwandter eingehender Pflege bedarf, fühlen sich 64,8 Prozent der Befragten überfordert und suchen Hilfe bei Dritten.
Die Deutschen sind sich mehrheitlich einig, dass die Eigenverantwortung jedes Einzelnen in Zeiten leerer Staatskassen dringender denn je gefordert ist. Die Folge: Die Versicherungen werden noch vor Staat und Gesellschaft in die Pflicht genommen. Ansprüche an die Leistungsbereitschaft der Versicherungen stellen insbesondere die 30- bis 59-jährigen sowie Familien, die mit mehr als einem Kind in einem Haushalt zusammenleben. Beide Gruppen sind auch die Hauptkunden der Assekuranz.
Hintergrundinformation
Die Presseinformation basiert auf der aktuellen Studie "Verantwortung" von DBV-Winterthur und F.A.Z. Institut. Im Januar 2006 befragte die Cobus Marktforschung aus Karlsruhe 1.000 deutschsprachige Bürger ab 18 Jahren über das Thema Verantwortung im persönlichen Bereich und in der Gesellschaft.
Originaltext: DBV-Winterthur Versicherungen Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=11912 Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_11912.rss2
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DBV-Winterthur Unternehmenskommunikation Dr. Mathias Oldhaver Telefon (+49) 0611 363-2593 Mobil (+49) 0172-67 10 816 presse@dbv-winterthur.de
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