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VPRT-Präsident Doetz: Einsparpotenziale für mehr Legitimation und Glaubwürdigkeit im öffentlich-rechtlichen Rundfunk nutzen / ARD und ZDF brauchen keine Werbung

Geschrieben am 03.03.2008 - [Nächster Artikel]

Berlin (ots) - Der öffentlich-rechtliche Rundfunk verfügt - auch
ohne Gebührenerhöhung - bereits über Gesamterträge von jährlich rund
8,5 Milliarden Euro. Mit Blick auf die jüngsten Äußerungen von
ZDF-Intendant Markus Schächter wies der Präsident des Verbandes
Privater Rundfunk und Telemedien e. V. (VPRT), Jürgen Doetz, deshalb
heute in Berlin darauf hin, dass die Abschaffung von Werbung und
Sponsoring keineswegs automatisch zu einer Erhöhung der
Rundfunkgebühr führen muss: "ARD und ZDF brauchen keine Werbung, denn
auch die KEF bescheinigt den Anstalten regelmäßig großes
Einsparpotenzial. Wenn die teure Expansion in kommerzielle Märkte
beendet wird und das kostspielige Werberahmenprogramm ebenso wie
Werbeakquisitionen, Vermarktung und Eigenwerbung wegfallen, könnten
erhebliche Summen eingespart werden. Für Einsparungen von rund 6
Prozent würden die Anstalten auf der Habenseite ein Mehr an
Glaubwürdigkeit und Legitimation verbuchen," erklärte Doetz.

Zahlreiche Stimmen in Politik und Öffentlichkeit hätten sich
inzwischen für einen werbefreien öffentlich-rechtlichen Rundfunk
ausgesprochen. Auch aus Sicht der privaten Anbieter gehöre es nicht
zu den Aufgaben der gebührenfinanzierten Anstalten, für Wettbewerb in
kommerziellen Märkten zu sorgen, in den Bieterwettbewerb um die
Übertragungsrechte überwiegend massenattraktiver Events einzusteigen
und der Werbewirtschaft für ihre kommerziellen Interessen
Programmumfelder und Zielgruppen anzubieten, die diese ansonsten
angeblich nicht erreicht, so der VPRT-Präsident. Es sei im Übrigen
eine Mär, dass Werbeeinnahmen oder sonstige Einnahmen aus kommerziell
strukturierten Märkten die Unabhängigkeit des öffentlich-rechtlichen
Rundfunks stärken. Das werde schon an der zunehmenden
Quotenorientierung und Marktausrichtung im Programm von ARD und ZDF
deutlich.

Doetz appellierte an die Politik, nach jahrelangen Debatten um die
Werbefreiheit, nun endlich Nägel mit Köpfen zu machen und neben einer
konkreten Auftragsbeschreibung auch den Mut zur Festlegung eines
öffentlich-rechtlichen Werbeverzichts zu haben. Er forderte: "Der
Grundstein dafür muss jetzt mit dem Ausstieg aus dem Sponsoring
gelegt werden."

Der Präsident machte abschließend deutlich, dass Einnahmen der
Anstalten aus kommerziellen Märkten nicht durch den Verweis auf die
wirtschaftliche Lage der privaten Medienunternehmen gerechtfertigt
werden könnten. Hier würden vollkommen unterschiedliche Dinge
miteinander verglichen, denn umgekehrt bestünde auch keinerlei
Anspruch der privaten Säule des dualen Rundfunksystems, etwa bei
rückläufigen Einnahmen an den krisensicheren Gebührengeldern zu
partizipieren.

Originaltext: Verband Privater Rundfunk und Telemedien e.V. (VPRT)
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/6895
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_6895.rss2

Pressekontakt:
Pressesprecher
Hartmut Schultz, Hartmut Schultz Kommunikation GmbH,
Tel.: 030/39880-101,
Email: schultz@schultz-kommunikation.de
 
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