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Technikrat gegen Fachkräftemangel / - 30.000 offene Stellen für Ingenieure und Informatiker / - VDI fordert Nationalen Technikrat um Schaden abzuwenden / - Umfrage: IT-Deutschland droht Mittelmaß

Geschrieben am 03.03.2008 - [Nächster Artikel]

Hannover/Düsseldorf (ots) - Die Zahl der offenen Stellen für
Ingenieure und Informatiker steigt weiter an. Derzeit gibt es
monatlich rund 30.000 offene Stellen in diesem Bereich, was gegenüber
dem Vorjahr ein Anstieg von über zehn Prozent bedeutet, erklärte der
VDI heute auf der CeBIT in Hannover. "Angesichts der stagnierenden
Absolventenzahlen hat diese auf den ersten Blick erfreuliche
Entwicklung schlimme Nebenwirkungen", sagte VDI-Direktor Dr. Willi
Fuchs. "Denn viele Unternehmen können ihre freien Stellen nicht oder
nur mit Verzögerung besetzen - der Mangel an technischen Fachkräften
lähmt zunehmend den Standort Deutschland." Laut einer aktuellen
VDI-Umfrage befürchtet jedes zweite Mitglied, dass durch den
Ingenieurmangel die Unternehmen ins Ausland abwandern. Jeder vierte
befragte Ingenieur glaubt, dass sich die Position des IT-Standortes
Deutschland bis 2015 verschlechtern wird. "Nokia ist nur das jüngste
Negativbeispiel. Wir müssen diesen Trend stoppen - sonst spielt
Deutschland bei IT- und High-Tech-Produkten bald nicht mehr in der
Bundesliga, sondern in der Bezirksliga", warnte Fuchs.

Nationaler Technikrat soll gegensteuern

Die Bekämpfung des Fachkräftemangels versteht der VDI als eine
gemeinschaftliche Aufgabe von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.
"Wir fordern deshalb die Einrichtung eines Nationalen Technikrates",
so Fuchs. "Dieser soll die Interessen aller Beteiligten bündeln und
schnell verwertbare Ergebnisse, besonders gegen den Fachkräftemangel,
erarbeiten." Handlungsbedarf sei vor allem auf drei Gebieten nötig:
Technikunterricht in Schulen, systematische Weiterbildung in der
Wirtschaft und vereinfachte Zuwanderung für hoch qualifizierte
Arbeitnehmer. Teilnehmer des Rates sollen hochrangige Vertreter aus
Bundes- und Landespolitik sein, sowie führende Vertreter aus
Wirtschaft und Verbänden.

Besonders die Politik stehe in der Pflicht die Maßnahmen
umzusetzen. Gerade was die Schulbildung betreffe, seien Veränderungen
notwendig. "Technik und Informatik müssen stärker in den
Schulunterricht integriert werden", betonte Fuchs. "Technikunterricht
muss zum Pflichtfach werden." Laut einer aktuellen EMNID-Umfrage
stimmten über 80 Prozent der deutschen Bevölkerung dieser Forderung
zu.

Wachstumstreiber Optische Technologien und Nanotechnik

Nach der VDI-Umfrage sehen 40 Prozent der Experten IT-Deutschland
schon jetzt nur noch im Mittelmaß. Trotz dieser kritischen
Einschätzung, hält Fuchs Schwarzmalerei für überzogen: "Noch hat
Deutschland alle Chancen. Besonders bei den Optischen Technologien
und in der Nanotechnik sehe ich großes Potenzial für
Wachstumsmärkte." Allein in den Optischen Technologien, in denen
Deutschland Weltmarktführer ist, soll der Umsatz bis 2015 um jährlich
8,5 Prozent steigen, für Produkte im IT-Bereich gar um 15 Prozent.

Im Bereich der Nanotechnik ist Deutschland in Europa führend.
Schon jetzt sind mindestens 50.000 Arbeitsplätze in deutschen
Unternehmen auf nanotechnologische Entwicklungen gerichtet. "Sie wird
die Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts sein", ist Fuchs
überzeugt. Für IT-Produkte ist sie besonders für die Datenspeicherung
von Bedeutung, zum Beispiel auf Computerfestplatten, MP3-Playern und
Diodenlasern. "Ein Wachstumsmarkt mit großen Chancen. Aber auch hier
droht der Fachkräftemangel das Wachstum zu bremsen. Jetzt ist es
höchste Zeit, dass der Nationale Technikrat die Weichen für eine
erfolgreiche Zukunft stellt."

Originaltext: VDI Verein Deutscher Ingenieure
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/16368
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_16368.rss2

Ihre Ansprechpartner in der VDI-Pressestelle:
Michael Schwartz, Sven Renkel,
Telefon: +49 (0) 211 62 14-2 75, -276
Telefax: +49 (0) 211 62 14-1 56
E-Mail: presse@vdi.de
 
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