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Der Tagesspiegel: Shell Nigeria zahlte 2005 rund 1,2 Milliarden Dollar Steuern an den Staat

Geschrieben am 14.05.2006 - [Nächster Artikel]

Berlin (ots) - Die Korruptionsbekämpfer von Transparency
International listen Nigeria in ihrem jüngsten Jahresbericht als das
dritt-korrupteste Land der Welt. Doch die Zentralregierung in Nigeria
bemüht sich diesem katastrophalen Ruf entgegen zu wirken. Ein
Ergebnis ist die Nigerianische Transparenzinitiative der
Rohstoffindustrie (Neiti). Alle im Land tätigen Ölkonzerne melden
Neiti sämtliche Zahlungen an die Regierung, von Steuern und Lizenzen
bis hin zu den Ölmengen, die über gemeinsame Unternehmen mit der
staatlichen Ölgesellschaft, an die Regierung gehen. Gleichzeitig
meldet die Zentralbank sämtliche Zahlungseingänge.
Da die Zentralregierung in Nigeria verhältnismäßig schwach ist,
ordnete Präsident Olusegun Obasanjo zudem an, dass sämtliche
Zahlungen an Bundesstaaten und Lokalregierungen veröffentlicht werden
müssen. 2005 ist das erste ordentliche Berichtsjahr für Neiti, auf
Obasanjos Wunsch hin, sind die sechs Jahre zuvor ebenfalls untersucht
worden. Der Gesamtbericht liegt nun vor. Die größte Überraschung: Für
einige Jahren meldete die Zentralbank höhere Eingänge, als die
Ölkonzerne Zahlungen. Nur 2002 weichen die beiden Zahlen in die
andere Richtung ab.
An diesem Montag legt die nigerianische Shell den ersten umfassenden
Transparenzbericht über das Jahr 2005 vor. Aus dem Bericht, der dem
Tagesspiegel vorliegt, geht hervor, dass Shell Nigeria 1,2 Milliarden
Dollar Steuern und Lizenzen gezahlt hat. Wegen des anhaltend hohen
Ölpreises lagen die Einnahmen des Staates aber deutlich höher, weil
die staatliche Ölgesellschaft bei Rohölpreisen über zehn Dollar
allein die höheren Gewinne einstreichen kann. Davon haben auch die
Provinzregierungen profitiert. Zwischen Januar und Oktober 2005
überwies ihnen die Zentralregierung 6,8 Milliarden Dollar, ein gutes
Drittel davon floss in die Staaten des Niger-Deltas, wo Shell das Öl
gewinnt.
Alan Detheridge, Vize-Präsident von Shell, bewertet die Initiative
als "ersten Schritt auf dem langen Weg zu guter Regierungsführung".
Shell legt aber nicht nur die Zahlungen an die Regierungen offen,
sondern berichtet auch über Entwicklungsprojekte mit Dörfern im
Niger-Delta oder das Programm, mit dem das Abfackeln des Gases aus
den Öllagerstätten beendet werden soll. Nicht alles ist erfolgreich.
Detheridge sagte dem Tagesspiegel: "Ich würde mich unwohl fühlen,
wenn ich eine Transparenzinitiative befürworte und gleichzeitig die
Probleme, die wir haben, nicht in den Bericht aufgenommen würden."

Die Informationen und Zitate sind bei Nennung der Quelle von
sofort an zur Verwendung frei. Sollten Sie noch Fragen haben, wenden
Sie sich bitte an den Tagesspiegel, Politikredaktion, Telefon:
030/26009-389. Wir schicken Ihnen den gesamten Hintergrund zur
Transparenzinitiative mit, weil die Zitate und Informationen aus dem
Shell-Bericht allein schwer einzuordnen wären.

Originaltext: Der Tagesspiegel
Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=2790
Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_2790.rss2

Rückfragen bitte an:
Der Tagesspiegel
Chef vom Dienst
Thomas Wurster
Telefon: 030-260 09-419
Fax: 030-260 09-622
cvd@tagesspiegel.de
 
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