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Mittelstand auf Grippeausfälle schlecht vorbereitet

Geschrieben am 21.02.2008 - [Nächster Artikel]

Hamburg (ots) - Knapp jedes fünfte mittelständische Unternehmen
(100 bis 1.000 Mitarbeiter) in Deutschland storniert Lieferzusagen an
seine Kunden, wenn Mitarbeiter krankheitsbedingt ausfallen. So war
ein Teil der Betriebe 2007 nicht in der Lage, Vertragszusagen mit den
verbliebenen Kräften zu erfüllen. Bei Großunternehmen lag die
Stornoquote nur bei sieben Prozent. Der Grund: Fast immer führt das
krankheitsbedingte Fehlen von Mitarbeitern zu einer Zusatzbelastung
der Kollegen. Denn 70 Prozent der Unternehmen teilen die anfallende
Mehrarbeit unter der verbleibenden Belegschaft auf. Mehr als die
Hälfte der Betriebe ordnen Überstunden an, um das zusätzliche
Arbeitsaufkommen zu meistern. Wenn die Arbeitskapazität dennoch nicht
ausreicht, droht Auftragsverlust. Das ist das Ergebnis der Studie
Rationalisierungsrisiken des IMWF Institut für Management- und
Wirtschaftsforschung in Hamburg und handelsblatt.com. 252 Fach- und
Führungskräfte verschiedener Branchen haben an der Befragung
teilgenommen.

Durch die enge Verflechtung der Wirtschaft mit Zulieferverträgen
bekommt die mangelnde Vorbereitung der Unternehmen eine kritische
Komponente. Denn 55 Prozent der befragten Fach- und Führungskräfte
gaben an, von der Zulieferung anderer Unternehmen abhängig zu sein.
Bleibt deren Versorgung durch die Erkrankung einer Vielzahl von
Mitarbeitern im Zuliefererbetrieb aus, droht der Geschäftsstillstand.
56 Prozent der Unternehmen gaben an, bereits zwei Wochen nach
Zulieferungsausfall ihre Geschäftstätigkeit einstellen zu müssen.
Nach drei bis vier Wochen sind es bereits 81 Prozent. Die
Umsatzeinbußen wären erheblich. Bereits nach einer Woche
Lieferausfall rechnen 52 Prozent der Befragten mit einem
Umsatzrückgang bis zehn Prozent oder mehr. Nach zwei Wochen gehen
bereits 76 Prozent von Verlusten in dieser Größenordnung aus.
Besonders stark betroffen wäre nach Angaben der Fach- und
Führungskräften der Vertrieb. Knapp jeder zweite geht von erheblichen
Einschränkungen der Vertriebsaktivitäten aus, wenn die Hälfte der
Belegschaft krankheitsbedingt ausfällt. Auf den Plätzen zwei und drei
kommen Produktion (42 Prozent) und Kundenberatung (38 Prozent).

Trotz der negativen Erfahrungen mit den Auswirkungen
krankheitsbedingt fehlender Mitarbeiter, wird der absolute Ernstfall
Pandemie nur unzureichend vorbereitet. Für den Fall einer
massenhaften Infektion der Mitarbeiter, beispielsweise durch den
Ausbruch einer pandemischen Grippewelle, verfügen nur 14 Prozent über
einen Notfallplan. 58 Prozent der befragten Fach- und Führungskräfte
geben an, überhaupt keine Maßnahmen getroffen zu haben, um die
betrieblichen Abläufe aufrecht zu erhalten. Dabei ist das
betriebliche Gesundheitsmanagement je nach Unternehmensgröße
unterschiedlich ausgeprägt. Das Schlusslicht bilden die
Kleinbetriebe. Hier haben nur neun Prozent der Befragten Maßnahmen
getroffen, um einen massiven Mitarbeiterausfall zu kompensieren. Im
Mittelstand mit bis zu 1.000 Beschäftigen liegt die Planung bei 15
Prozent. Bei den Großunternehmen hat knapp jedes vierte Management
einen Notfallplan verfasst.

Hintergrundinformationen:
Diese Presseinformation basiert auf einer Online-Umfrage, die vom
IMWF Institut für Management- und Wirtschaftsforschung in Kooperation
mit handelsblatt.com durchgeführt wurde. Vom 10. bis 27. Januar 2008
wurden insgesamt 252 Fach- und Führungskräfte aus unterschiedlichen
Branchen befragt.

Über das IMWF - Institut für Management- und Wirtschaftsforschung:
Das IMWF Institut für Management- und Wirtschaftsforschung wurde aus
der Erfahrung heraus gegründet, dass die Ergebnisse
wissenschaftlicher Ausarbeitungen und Marktanalysen für Entscheider
in der Wirtschaft oftmals nicht die hinreichende Praxisnähe und
Relevanz haben. In Folge dessen bleibt die Unterstützung
wissenschaftlicher Institutionen durch Unternehmen oftmals hinter den
Erwartungen der Lehrstühle zurück. Vor diesem Hintergrund versteht
sich das IMWF als Plattform, auf der Kontakte zwischen Wissenschaft
und an fundierter Aufarbeitung relevanter Management- und
Wirtschaftsthemen interessierter Unternehmen geknüpft werden.

Dieses Netzwerk wird wesentlich durch Wilhelm Alms aufgebaut. Er hat
als ehemaliger Vorstandsvorsitzender von Mummert Consulting
vielfältige Erfahrungen mit der Umsetzbarkeit von
Forschungsergebnissen in der Managementpraxis gesammelt und hat es
sich zur Aufgabe gemacht, Brückenschläge zwischen Wissenschaft und
Wirtschaft zu initiieren.

Wenn Sie an diesem Netzwerk partizipieren wollen, freut sich das IMWF
über Ihre Nachricht. Von wissenschaftlichen Partnern wird erwartet,
nachweislich praxisorientierte Forschung leisten zu wollen. Im
Gegenzug hierzu obliegt es den eingebundenen Unternehmen, relevante
Fragestellungen zu formulieren und die Freiräume für die Aufarbeitung
dieser Themen zu gewährleisten.

Weitere Informationen finden Sie unter www.imwf.de

Originaltext: IMWF Institut für Management- und Wirtschaftsforschung GmbH
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/65649
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_65649.rss2

Pressekontakt:
Roland Heintze
Faktenkontor GmbH
Telefon: +49 (0)40 22703-7160
Fax: +49 (0)40 22703-7961
E-Mail: Roland.Heintze@faktenkontor.de
 
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