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Merck Finck & Co: "Bei uns zittert niemand!" / Privatbankiers verurteilen BILD-Berichterstattung zu mutmaßlichem Steuerbetrug

Geschrieben am 17.02.2008 - [Nächster Artikel]

München (ots) - In einem offenen Brief haben die Privatbankiers
Merck Finck & Co BILD-Chefredakteur Diekmann wegen der
Berichterstattung zur mutmaßlichen Steuerhinterziehung von Post-Chef
Zumwinkel scharf kritisiert. "Jetzt zittern die Reichen!", hatte BILD
im Hinblick auf mögliche weitere Durchsuchungen der Steuerfahnder
getitelt.

"Wer jetzt zittert, das sind nicht 'die Reichen' in unserem Land,
sondern jene, die sich über geltendes Recht und den Einsatz für die
Solidargemeinschaft hinwegsetzen", so Alexander Mettenheimer,
persönlich haftender Gesellschafter und Sprecher der Geschäftsleitung
von Merck Finck & Co, in seinem Brief an Diekmann. "Die
verleumderische Gleichsetzung von 'reich' und 'kriminell', mit der
BILD versucht, seine Auflage zu verkaufen, ist nicht nur ein übles
Propagandastück, sondern auch Gift für unser soziales Gefüge, das von
der Solidarität durch alle gesellschaftlichen Schichten hindurch
lebt."

Niemand wolle das Fehlverhalten Einzelner in Schutz nehmen, betont
Mettenheimer. Die unterschiedslose Polemik gegen alle Leistungsträger
lasse jedoch die unternehmerische Leistung außer Acht, von der die
Gesellschaft insgesamt profitiere: "Nur wer viel verdient, kann der
Gesellschaft auch viel zurückgeben."

* * *

Der Brief im Wortlaut:

Sehr geehrter Herr Diekmann,

betroffen und verärgert habe ich am Samstag Ihre BILD-Schlagzeile
gelesen: "Jetzt zittern die Reichen!" Seit 1870 sind wir am
Finanzplatz München vertreten; unsere Kunden sind vermögende
Privatkunden, Leistungsträger der Gesellschaft also. Ich darf Ihnen
ganz im Vertrauen mitteilen: Unter unseren Kunden zittert niemand.

Wer jetzt zittert, das sind nicht 'die Reichen' in unserem Land,
sondern jene, die sich über geltendes Recht und den Einsatz für die
Solidargemeinschaft hinwegsetzen. Die verleumderische Gleichsetzung
von 'reich' und 'kriminell', mit der BILD versucht, seine Auflage zu
verkaufen, ist nicht nur ein übles Propagandastück, sondern auch Gift
für unser soziales Gefüge, das von der Solidarität durch alle
gesellschaftlichen Schichten hindurch lebt."

Selbstverständlich geht es mir nicht darum, das Fehlverhalten
Einzelner zu entschuldigen oder zu marginalisieren. Und
selbstverständlich gehört kriminelles Verhalten bestraft. Doch
glücklicherweise befinden über Recht und Gerechtigkeit in unserem
Land neben den Boulevardmedien auch noch die Gerichte.

Die eigentliche Misere liegt in meinen Augen in der Nonchalance,
mit der Sie Neid und Missgunst gegenüber 'den Reichen' Vorschub
leisten und an einer Zweiklassengesellschaft basteln, mit den
Leistungsträgern als Prügelknaben. Einzelne Fälle von
Sozialmissbrauch dürfen nicht zur kollektiven Diskriminierung von
Hartz-IV-Empfängern führen; darüber ist man sich - glücklicherweise -
weit gehend einig. Was das andere Ende der sozialen Skala angeht,
scheint man zu einer entsprechend differenzierten Betrachtung nicht
bereit zu sein.

Mit Recht ist - unter anderem von BILD-Mann Blome - bemerkt
worden, dass die Linke aus der 'Personalie Zumwinkel' Kapital
schlage, "weil sie gewinnen, wenn es Deutschland spaltet." Leider
stoßen Sie ins gleiche Horn! Sie setzen mit Ihrer unterschiedslosen
Polemik gegen alle Vermögenden die soziale Kohäsion aufs Spiel, wo
journalistische Ausgewogenheit und die Logik der Sache auch der
anderen Seite Gehör verschaffen sollten.

Es ist ein legitimes Anliegen, hart erarbeiteten Wohlstand zu
wahren und zu mehren. Dafür gibt es leider auch illegale und
unmoralische Methoden, neben der Fülle legitimer Wege. Wenn wir als
Privatbankiers als 'Anwalt der Reichen' sprechen, tun wir dies im
Interesse aller: In der unternehmerischen Tätigkeit - Stichwort:
Schaffung von Arbeitsplätzen - liegt die eigentliche Leistung, die
unsere Gesellschaft trägt. Darüber hinaus wird aus dem Ertrag das
Steueraufkommen erwirtschaftet. Von nur 10 Prozent der
Steuerpflichtigen stammen 53 Prozent des Einkommensteueraufkommens;
nur wer viel verdient, kann der Gesellschaft also auch viel
zurückgeben. Mit an erster Stelle profitieren somit jene, welche die
so genannten 'schwarzen Schafe' am lautesten verurteilen.

Sollte Ihr Marketing dies erlauben, wäre ich Ihnen das nächste Mal
für ein klein wenig mehr Fairness dankbar.

Mit freundlichen Grüßen

Alexander Mettenheimer

Sprecher der Geschäftsleitung

Merck Finck & Co, Privatbankiers

* * *

Originaltext: Merck Finck & Co, Privatbankiers
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/70068
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_70068.rss2

Pressekontakt:
Gregor Rodehüser
Merck Finck & Co, Privatbankiers
Unternehmenskommunikation
Pacellistr. 16
D-80333 München
Tel.: +49 89 2104-1513
Fax: +49 89 2104-1224
E-Mail: presse@merckfinck.de
 
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