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Deutschland fällt bei Pflanzenbiotechnologie weiter zurück / Abstimmung im Bundesrat über die Novelle des Gentechnikgesetzes

Geschrieben am 14.02.2008 - [Nächster Artikel]

Frankfurt am Main (ots) - Mit der morgen im Bundesrat zur
Abstimmung anstehenden Novelle des Gentechnikgesetzes wird
Deutschland endgültig den Anschluss an die USA, Indien oder China
verlieren, die bei der Entwicklung und Anwendung der modernen
Pflanzenbiotechnologie führend sind. "Unter diesen Bedingungen wird
es hierzulande auch in der Zukunft kaum Anbau mit gentechnisch
optimierten Pflanzen geben", betonte der Vorsitzende der Deutschen
Industrievereinigung Biotechnologie (DIB), Dr. Bernward Garthoff.
"Mit dieser Perspektive und ohne die Erfahrungen aus einem
großflächigen Anbau wird auch die Forschung auf diesem Gebiet
hierzulande allenfalls nur noch ein Randthema darstellen."

Dass sich Deutschland als Industrienation mit diesen Regelungen
von einem wichtigen Technologiefeld weitgehend abkoppelt, hält
Garthoff für einen schweren politischen Fehler. Der DIB-Vorsitzende
wies in diesem Zusammenhang auf die Entwicklung der weltweiten
Anbaufläche für gentechnisch veränderte Nutzpflanzen hin. Nach den
neuesten Zahlen hat sich die globale Anbaufläche auch im Jahr 2007
wieder um mehr als 10 Prozent auf nun 114 Millionen Hektar
ausgeweitet. Dies entspricht fast der gesamten europäischen
Ackerfläche von 118 Millionen Hektar.

Die DIB kritisiert vor allem, dass der öffentlich einsehbare Teil
des Standortregisters unverändert bleiben soll. Vor dem Hintergrund
sich häufender Feldzerstörungen, auch auf staatlichen
Versuchsfeldern, kann die Biotechnologieindustrie diese Entscheidung
in keiner Weise nachvollziehen. Bei den Anbauregeln kritisiert die
DIB den wissenschaftlich nicht begründbaren 150-Meter-Mindestabstand
zwischen benachbarten Maisflächen. Dieser Abstand werde dazu führen,
dass die neue Technologie nur für Landwirte mit großen Flächen
wirtschaftlich nutzbar ist. "Die Bundesregierung provoziert mit den
vorgeschlagenen Abstandswerten eine Ost-West-Teilung in der
Landwirtschaft. Der Einsatz gentechnisch veränderter Pflanzen muss
aber für jeden Landwirt praktikabel und wettbewerbsfähig sein",
warnte Garthoff.

Vor diesem Hintergrund appelliert der Vorsitzende der DIB an die
Bundesländer, sich dafür einzusetzen, dass die Potenziale der
Biotechnologie in Deutschland dennoch ausgeschöpft werden können.
Darüber hinaus muss speziell das Versprechen eingelöst werden, die
Abstandsregel und die damit verbundene Haftungsregel spätestens nach
zwei Jahren zu überprüfen und wieder auf eine wissenschaftliche
Grundlage zu stellen.

Originaltext: DIB Dt. Industrievgg. Biotechnologie
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/20949
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_20949.rss2

Pressekontakt:
Manfred Ritz
Telefon: 069 2556 1550
E-Mail: presse@dib.org
 
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