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In Hessen startet die Chemie-Tarifrunde "Der Aufschwung ist bei den Chemiebeschäftigten angekommen"

Geschrieben am 13.02.2008 - [Nächster Artikel]

Wiesbaden (ots) - Am 26. Februar beginnen die Tarifverhandlungen
für die etwa 90.000 Beschäftigten der hessischen Chemie im Kur- und
KongressCenter Bad Homburg. Die Industriegewerkschaft Bergbau,
Chemie, Energie Hessen/Thüringen (IG BCE) hat heute eine Erhöhung der
Entgelte von 7 Prozent gefordert. Darüber hinaus möchte sie über
tarifvertragliche Regelungen zur Ausbildung und flexible Instrumente
zur Gestaltung der Lebensarbeitszeit verhandeln.

Angesichts dieses Forderungskatalogs rechnet Dr. Axel Schack,
Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes HessenChemie, mit
schwierigen und langwierigen Verhandlungen. Anders als die
Gewerkschaft gehen die Arbeitgeber nämlich keineswegs davon aus, dass
sich die positive gesamtwirtschaftliche Entwicklung auch 2008
fortsetzen wird. Nach einem soliden Wirtschaftswachstum 2006 (+2,9
Prozent) und 2007 (+2,5 Prozent) gehen die meisten
Forschungsinstitute, und auch die Bundesregierung, für 2008 von einem
Wachstum unter 2 Prozent aus.

Nach dem guten Jahr 2007, auch für die hessische Chemie, zeichnet
sich für 2008 eine deutliche Abflachung des Konjunkturverlaufs ab.
Reale Risiken sind dabei aus Sicht des Verbandes der weiterhin sehr
hohe Ölpreis, der auf Rekordniveau stehende Eurokurs, die
US-Immobilien- und Kreditkrise sowie eine sich insgesamt
abschwächende Weltkonjunktur. "Dieses Risiko-Umfeld, das sich auch
bereits auf die Aktienmärkte niedergeschlagen hat, muss bei den
anstehenden Tarifverhandlungen unbedingt berücksichtigt werden",
fordert Schack.

"Die Entgeltforderungen dürfen auf der anderen Seite nicht
rückwärtsgewandt begründet werden. Denn die Chemiebeschäftigten
wurden durch den ausgelaufenen Tarifvertrag mit prozentualen
Entgelterhöhungen in Höhe von 3,6 Prozent und einer kräftigen
Einmalzahlung bereits an der wirtschaftlichen Entwicklung des Jahres
2007 fair beteiligt", argumentiert Schack. Darüber hinaus haben über
Zweidrittel der Unternehmen in Hessen ihre Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter durch Erfolgsbeteiligungen am Aufschwung teilhaben
lassen. "In der Chemie ist der Aufschwung bei den Mitarbeitern
angekommen", betont Schack.

Nach Ansicht der Arbeitgeber muss ein Tarifabschluss unbedingt
auch für Unternehmen tragbar sein, denen es nicht so gut geht. "Wir
dürfen die schwächeren im Geleitzug des Flächentarifs nicht abhängen,
um dieses wichtige gesellschaftspolitische Instrument nicht zu
gefährden", warnt der Hauptgeschäftsführer mit Blick auf einzelne
Sparten. Hierzu gehören die Grundstoff- und Bauchchemie, die
Chemiefasern sowie kleine und mittelständische Pharmaunternehmen, die
mit ihren Produkten hauptsächlich vom Inlandsmarkt abhängig sind.

Die moderate Tarifpolitik der letzten Jahre hat das gewünschte
Ergebnis bewirkt: Aufholen bei der Wettbewerbsfähigkeit und einen
Beschäftigungsaufbau von 2,2 Prozent im Jahr 2007. "Wir appellieren
daher an die Verhandlungsführer der Arbeitnehmerseite, diesen
erfolgreichen Weg mit uns gemeinsam weiter zu gehen und das Erreichte
nicht zu verspielen", so Schack mit Blick auf den Verhandlungsstart.

Den Gesprächen in Hessen folgen jeweils Verhandlungen in den
weiteren Tarifbezirken: Rheinland-Pfalz (27. Februar), Nordrhein (28.
Februar), Bayern (3. März), Baden-Württemberg (4. März), Berlin West
(7. März), Saarland (10. März), Westfalen (11. März), Niedersachsen
(13. März) und Schleswig-Holstein (14. März). Am 1. April wird die
Tarifrunde 2008 dann in Hannover auf Bundesebene fortgesetzt. Dann
geht es um die Entgelterhöhung für rund 550.000 Beschäftigte in ganz
Deutschland.

Originaltext: Arbeitgeberverband HessenChemie
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/53824
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_53824.rss2

Pressekontakt:
Arbeitgeberverband Chemie und
verwandte Industrien für das Land Hessen e.V.
Jürgen Funk, Pressesprecher
Abraham-Lincoln-Straße 24, 65189 Wiesbaden
Tel: 0611 / 7106-49
Mobil: 01622 / 710649
Fax: 0611 / 7106-66
E-Mail: funk@hessenchemie.de
Internet: www.hessenchemie.de
 
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