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2006: 9,5 Millionen Liter wassergefährdende Stoffe bei Unfällen freigesetzt

Geschrieben am 12.02.2008 - [Nächster Artikel]

Wiesbaden (ots) - Im Jahr 2006 ereigneten sich nach Mitteilung des
Statistischen Bundesamtes (Destatis) insgesamt 2 175 Unfälle beim
Umgang mit und bei der Beförderung von wassergefährdenden Stoffen.
Dabei gelangten rund 9,5 Millionen Liter wassergefährdende Substanzen
in die Umwelt - das entspricht etwa 730 befüllten Tanklastern.
Während die Zahl der Unfälle gegenüber dem Vorjahr leicht zurückging
(- 5,1%), stieg 2006 die freigesetzte Stoffmenge um 32,3%. Zu
berücksichtigen ist dabei jedoch die Zufälligkeit des
Unfallgeschehens und die damit freigesetzte Stoffmenge, die in den
einzelnen Berichtsjahren stark schwankt.

Bei den gemeldeten Unfällen konnten 2006 mehr als 3,9 Millionen
Liter wassergefährdende Stoffe durch Maßnahmen wie Abdichten
schadhafter Behälter, Aufbringen von Bindemitteln, Einbringen von
Sperren in Gewässern oder Löschen etwaiger Brände wiedergewonnen
werden. Das ergab eine Wiedergewinnungsquote von 41% (2005: 49%). Bei
den insgesamt 2 175 Unfällen wurden 744 600 Liter verunreinigte
Substanzen der Wassergefährdungsklasse 2 (wassergefährdend) und 777
600 Liter der höchsten Wassergefährdungsklasse 3 (stark
wassergefährdend) freigesetzt. Die Mengen führten hauptsächlich zu
Verunreinigungen des Bodens und teilweise zu Mehrfachbelastungen des
Wasserhaushaltes, aber auch zu Verschmutzungen von Kanalnetzen sowie
von Oberflächengewässern.

Beim Umgang mit wassergefährdenden Stoffen ereigneten sich
insgesamt 790 Unfälle, davon 545 Unfälle in Lageranlagen. Hierbei
gelangten 5,5 Millionen Liter Schadstoffe wie Jauche, Gülle und
Silagesickersaft von den Lageranlagen in die Umwelt. Etwa die Hälfte
der freigesetzten Menge konnte wiedergewonnen werden. Diese Stoffe
sind nicht in Wassergefährdungsklassen eingestuft, bergen jedoch
wegen ihrer großen Mengen ein beträchtliches Gefährdungspotenzial für
Grundwasser oder Gewässer.

Bei der Beförderung von wassergefährdenden Stoffen ereigneten sich
1 385 Unfälle und hier in erster Linie beim Transport mit
Straßenfahrzeugen (94%). Dabei wurden 534 200 Liter wassergefährdende
Substanzen freigesetzt. Überwiegend handelte es sich um
Mineralölprodukte (320 100 Liter). Davon konnte knapp ein Drittel
weder wiedergewonnen noch geordnet entsorgt werden und belastet somit
dauerhaft den Wasserhaushalt. Besonders häufig tritt als
Unfallursache menschliches Fehlverhalten bei der Beförderung von
wassergefährdenden Stoffen auf. So wurden 576 Unfälle, knapp 42%,
durch Verhaltensfehler verursacht

Eine zusätzliche Tabelle enthält die Online-Fassung dieser
Pressemitteilung unter www.destatis.de.

Weitere Auskünfte gibt:
Zweigstelle Bonn,
Hannelore Scherff,
Telefon: (01888) 644-8211,
E-Mail: wasser@destatis.de

Originaltext: Statistisches Bundesamt
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/32102
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_32102.rss2

Rückfragen an obigen Ansprechpartner oder an:
Statistisches Bundesamt
Pressestelle
Telefon: (0611) 75-3444
E-Mail: presse@destatis.de
 
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