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WHO-Grundsatzbericht über weltweite Tabakepidemie als Anstoss für Staaten zur dringenden Umsetzung bewährter Lösungen

Geschrieben am 08.02.2008 - [Nächster Artikel]

Washington (ots/PRNewswire) -

- Presseerklärung des Vorsitzenden der "Kampagne für tabakfreie
Kinder" ("Campaign for Tobacco-Free Kids") Matthew L. Myers

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) veröffentlichte heute einen
Grundsatzbericht, der das verheerende Ausmass der globalen
Tabakepidemie - heute die führende Ursache vermeidbarer Todesfälle
weltweit - sowie die Tatsache vor Augen führt, dass diese Epidemie
zur Gänze verhindert werden könnte, wenn Staaten bewährte Lösungen
nur rasch umsetzen würden. Dieser Bericht gibt das erste umfassende
Bild dessen wieder, was Staaten weltweit unternehmen, um dieser
öffentlichen Gesundheitskrise entgegenzuwirken, und führt uns krass
vor Augen, dass der Grossteil der Länder nicht annähernd genug dafür
tut. Während einige Länder mustergültiges Verhalten an den Tag legen,
werden insgesamt nur ca. 5% der Weltbevölkerung von einer der von der
WHO empfohlenen Massnahmen erreicht.

Die Welt befindet sich wahrlich am Scheideweg in diesem Kampf.
Während Philip Morris International und andere internationale
Tabakkonzerne neue Produkte mit aggressiven Werbestrategien auf den
Markt bringen und immer mehr auf Entwicklungsländer abzielen, ist es
dringend notwendig, dass Staaten jetzt zur Tat schreiten, um die
bewährten Lösungen dieses Berichts umzusetzen. Auf diese Weise können
sie hunderte Millionen Leben retten. Andernfalls wird die Welt einen
schrecklichen Preis für ihr Nichtstun bezahlen.

Der WHO-Bericht 2008 zur globalen Tabakepidemie zeigt auf, dass
Tabak bereits 5,4 Mio. Todesopfer jährlich fordert; die Epidemie
nimmt ein immer grösseres Ausmass an, vor allem in den
Entwicklungsländern, wo mehr als 80% der rauchbedingten Todesfälle in
den nächsten Jahrzehnten zu zählen sein werden. Werden keine
dringenden Massnahmen ergriffen, so wird Rauchen in diesem
Jahrhundert die Rekordzahl von einer Mrd. Todesopfern weltweit
fordern. Tabakkonsum hat derart verheerende Auswirkungen auf den
menschlichen Körper, dass er als Risikofaktor für 6 der 8 führenden
Todesursachen weltweit verantwortlich zeichnet.

Die gute Nachricht ist, dass diese Epidemie alles andere als
unabwendbar ist, und wir wissen auch, wie sie gestoppt werden kann.
Die WHO legte auf wissenschaftlicher und erfahrungsgemässer Basis
sechs kosteneffiziente Lösungen fest, die den Tabakkonsum
erwiesenermassen reduzieren und die jedes Land umsetzen sollte. Für
diese Lösungen - von der WHO als MPOWER-Paket bezeichnet, haben
Staaten Folgendes zu tun:


-- Überwachung des Tabakkonsums und Beurteilung der Auswirkung der
Bemühungen für Prävention und Einhalt von Tabakkonsum;
-- Schutz aller Personen vor Passivrauchen durch Gesetze für rauchfreie
Arbeitsplätze und öffentliche Plätze;
-- Bereitstellung von Hilfe für jeden Raucher, um aufzuhören;
-- Warnung und wirksame Aufklärung aller Personen über die Gefahren des
Tabakkonsums mit überzeugenden, bildhaften Gesundheitswarnungen und
schlagkräftigen, nachhaltigen Medienkampagnen zur Erziehung der
Öffentlichkeit;
-- Einführung umfassender Verbote für Tabakwerbung, Promotion und
Sponsoring von Tabak sowie für die Verwendung irreführender
Bezeichnungen wie "leicht" und "geringer Teergehalt"
-- Preiserhöhung für Tabakprodukte durch Erhöhung der Tabaksteuern.


Mehr als 150 Staaten haben sich zur Umsetzung dieser Massnahmen
durch Unterzeichnung des WHO-Abkommens zur Tabakkontrolle, der
Rahmenkonvention zur Tabakkontrolle (FCTC), verpflichtet. Die
wissenschaftliche Evidenz lässt keinen Zweifel daran, dass diese
Lösungen funktionieren. Und - was ebenso wichtig ist - sie sind
leistbar und erreichbar. Die meisten Lösungen lassen sich mit
geringem oder null Kostenaufwand für die Regierungen umsetzen. Wo
Kosten involviert sind, können höhere Tabaksteuern die erforderlichen
Mittel lukrieren - nicht nur für Tabakkontrolle, sondern auch andere
öffentliche Gesundheits- und soziale Programme. Diese Massnahmen
helfen Regierungen in der Tat dabei, riesige Summen durch reduzierte
Gesundheitsausgaben im Zusammenhang mit Rauchen einzusparen.

Die globale Tabakepidemie wirkt sich nicht nur auf die Gesundheit
von Millionen Personen aus - sie stellt auch eine wirtschaftliche
Bedrohung dar, welche die Staaten hunderte Mrd. Dollar jährlich an
Gesundheitsausgaben und anderen finanziellen Verlusten kostet.
Tabakkonsum schädigt die Armen in einem unverhältnismässigen Ausmass,
da er dringend benötigtes Geld zur Deckung von Grundbedürfnissen wie
Nahrung, Unterkunft und Bildung verschlingt und Verdiener frühzeitig
aus dem Leben reisst.

Viel muss noch getan werden - indessen erfährt die globale
Tabakkontrolle wachsende und stetig impulsivere Unterstützung. In
Südafrika wurde die Tabaksteuer in den 1990-ern um 250% erhöht; der
Tabakkonsum fiel um 5-7% pro 10% Erhöhung, der bedeutendste Rückgang
wurde unter Jugendlichen und Armen verzeichnet.

Eine wachsende Anzahl an Ländern führte dieses Jahr wirksame
Rauchverbotsgesetze ein, u.a. Frankreich, die Türkei und Thailand.
Einer Reihe von Ländern, u.a. Brasilien, Thailand, Belgien,
Australien und Kanada, gelang es, das öffentliche Bewusstsein für die
Gefahren des Rauchens anhand bildhafter Warnungen auf
Zigarettenpackungen zu sensibilisieren, um Rauchern die Gefahren,
denen sie aufgrund ihres Lasters ausgesetzt sind, drastischer vor
Augen zu führen. Brasilien verzeichnete dabei einen beachtlichen
Erfolg - nach der Einführung neuer Warnungen in Bildform gaben 67%
der Raucher an, von diesen neuen Warnungen zum Aufhören bewegt worden
zu sein - dies vor allem unter weniger gebildeten Personen und jenen
mit niedrigerem Einkommen.

Zudem werden Vertreter von mehr als 150 Ländern nächste Woche im
Rahmen eines Treffens Verhandlungen über ein historisches
internationales Abkommen zur Bekämpfung von illegalem Handel von
Tabakwaren als Ergänzung der FCTC beginnen.

Der Zeitpunkt des Handelns ist gekommen. Die Kampagne für
tabakfreie Kinder drängt alle Staaten dazu, diese bewährten Lösungen
umzusetzen, um so Millionen von Leben zu retten.

Der WHO-Bericht 2008 zur globalen Tabakepidemie ist unter
www.who.int/tobacco/en/ abrufbar.

Mit Sitz in Washington D.C. ist die "Kampagne für tabakfreie
Kinder" (Campaign for Tobacco-Free Kids) weltweit führend beim Kampf,
den Tabakkonsum und seine verheerenden Folgen in den USA und auf der
ganzen Welt einzuschränken. Als Teil der Bloomberg-Initiative zur
Reduktion des Tabakkonsums bietet die Kampagne Regierungen und
nichtstaatlichen Organisationen Beihilfe und Unterstützung zur
Förderung und Umsetzung öffentlicher Richtlinien zur Einschränkung
des Tabakkonsums. Siehe www.tobaccofreecenter.org.

Website: http://www.tobaccofreecenter.org
http://www.who.int/tobacco/en

Originaltext: Campaign for Tobacco-Free Kids
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/69382
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_69382.rss2

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Mark Hurley (Washington, DC), Campaign for Tobacco-Free Kids,
+1-202-460-2679, mhurley@tobaccofreekids.org
 
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