(Registrieren)

Umweltzonen belasten Tourismuswirtschaft / Busbranche prognostiziert Rückgang der Besucher und fordert weiterhin eine Herausnahme aus der Kennzeichnungsverordnung

Geschrieben am 01-02-2008

Berlin (ots) - Mit der ausgelaufenen Schonfrist zur Kennzeichnung
emissionsarmer Fahrzeuge prognostiziert der Bundesverband Deutscher
Omnibusunternehmer (bdo) eine Abnahme touristischer Besucher in
deutschen Metropolen. Neben neuen bürokratischen Hemmnissen kommt es
ebenso zur Benachteiligung des umweltfreundlichsten Verkehrsmittels
im Wettbewerb. Damit verfehlt die Kennzeichnungsverordnung (KennzVO)
auch ihr politisches Ziel. Umweltfreundlichkeit wird nicht honoriert,
sondern torpediert. Die Busbranche fordert daher weiterhin den Bus
von der Pflicht zur Kennzeichnung zu befreien.

Die seit Januar in einigen Städten bereits umgesetzten Umweltzonen
verursachen immensen volkswirtschaftlichen Schaden. Die Ursache dafür
liegt in der Umsetzung einer aus dem Jahr 1999 stammenden
klimapolitischen EU-Richtlinie. "Die Umwelt- und Gesundheitsrisiken
von Feinstaub sind nicht zu unterschätzen. Aber mit dem beschlossenen
Maßnahmenkatalog verschlimmern Bund, Länder und Kommunen das
Problem", ist sich Präsident Wolfgang Steinbrück sicher. Die
amtlichen Statistiken geben ihm Recht. Nach Angaben des
Umweltbundesamts sind weniger als drei Prozent aller
verkehrsbedingten Emissionen auf den Reise- oder Linienbus zurück zu
führen. Dies gilt auch für ältere Reisebusse, die im Vergleich zu
konkurrierenden Verkehrsmitteln niedrigere CO2-Emissionen sowie einen
geringeren Energieverbrauch und nur sehr wenig Partikel-Emissionen
aufweisen.

Die nunmehr bestehenden Einfahrverbote für ältere Reisebusse in
die Umweltzonen haben deshalb verheerende Folgen. Das Nachrüsten mit
Partikelfiltern ist technisch fast aussichtslos, nur für wenige
Fahrzeugtypen geeignet und kostet durchschnittlich weit mehr als
10.000 EUR pro Fahrzeug. "Auch wenn eine technische Nachrüstung
machbar sein sollte, ist diese weder wirtschaftlich noch ökologisch
sinnvoll", so Steinbrück. "Die Investitionskosten sind dem
Verbraucher nicht vermittelbar, weder im Reisepreis, noch als
zusätzliche Umweltzulage. Viele Busunternehmen werden Städte mit
Umweltzonen deshalb zukünftig meiden." Immerhin sind nahezu 70
Prozent des gesamten nationalen Fahrzeugbestandes davon betroffen.
Für eine Stadt wie Berlin hat das fatale Auswirkungen. Fast 16
Millionen Touristen übernachten jährlich in der Bundeshauptstadt.
Allein davon kommen in die Stadt weit mehr als 3 Millionen mit dem
Reisebus - das sind täglich mehr als 300 Reisebusse. Die negativen
Auswirkungen für das Hotel- und Gaststättengewerbe sowie den
Einzelhandel sind noch nicht absehbar, sind aber nach einer ersten
Prognose des bdo nicht unerheblich.

Auch die nächste Stufe der KennzVO zeigt Absurditäten auf. Ab dem
Jahr 2010 sollen Reisebusse, welche die EURO-III-Norm erfüllen, nicht
mehr in deutsche Innenstädte einfahren dürfen. Das sind Reisebusse,
die noch im Jahr 2006 produziert und ausgeliefert wurden und einen
Anschaffungspreis von bis zu 350.000 EUR haben. "Diese Busse wären
nach drei Jahren Schrott. Das ist absurd und unverständlich. Ein
weiterer Kommentar verbietet sich", so Steinbrück.

Damit bleibt festzuhalten, dass die KennzVO einem unnötigen
politischen Regulierungseifer geschuldet und bisher einzigartig in
Europa ist. Weder die menschliche Gesundheit noch die Umwelt
profitieren von der Einführung der Feinstaub-Plaketten beim Reisebus.
Die Besucher von Großstädten steigen nun auf emissionsintensivere
Verkehrsmittel um oder reisen gar nicht erst an. Deutschen
Busunternehmen wird dabei die Geschäftsgrundlage gleich mehrfach
entzogen. Weder wird die Umweltfreundlichkeit des Verkehrsträgers
honoriert, noch die Chancengleichheit zwischen den Verkehrsträgern
hergestellt. Die unzureichende Nachrüstungsmöglichkeit von
Partikelfiltern bei gleichzeitig exorbitanten Anschaffungskosten
zeigt einmal mehr die Unausgegorenheit der KennzVO.

Der Spitzenverband der Branche appelliert daher weiterhin an die
deutsche Politik, Vernunft walten zu lassen. Eine Ausnahmeregelung
des Busses von der Kennzeichnungsverordnung ist verpflichtend. Nur so
können der Tourismus gestärkt und die Umwelt entlastet werden.

Originaltext: bdo Verband Dt. Omnibusunternehmer
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/51906
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_51906.rss2

Kontakt:
Martin Kaßler, Leiter Medien & Kommunikation,
Tel.: 030 / 2408 93 12, Fax: 030 /2408 94 12,
E-Mail: info@bdo-online.de


Kontaktinformationen:

Leider liegen uns zu diesem Artikel keine separaten Kontaktinformationen gespeichert vor.
Am Ende der Pressemitteilung finden Sie meist die Kontaktdaten des Verfassers.

Neu! Bewerten Sie unsere Artikel in der rechten Navigationsleiste und finden
Sie außerdem den meist aufgerufenen Artikel in dieser Rubrik.

Sie suche nach weiteren Pressenachrichten?
Mehr zu diesem Thema finden Sie auf folgender Übersichtsseite. Desweiteren finden Sie dort auch Nachrichten aus anderen Genres.

http://www.bankkaufmann.com/topics.html

Weitere Informationen erhalten Sie per E-Mail unter der Adresse: info@bankkaufmann.com.

@-symbol Internet Media UG (haftungsbeschränkt)
Schulstr. 18
D-91245 Simmelsdorf

E-Mail: media(at)at-symbol.de

117486

weitere Artikel:
  • Mittelstand: Unternehmer mit Weitblick sind die Gewinner von morgen / ARENA für NACHHALTIGKEIT / Zukunfts-Konferenz für Mittelstand und Familienunternehmen vom 14. bis 16.02.2008 im Bio-Seehotel Zeule Zeulenroda (ots) - Allein mit einem "Weiter so" ist es beim Klimaschutz nicht mehr getan - das hat die EU-Kommission bei der Vorstellung der neuen Klimaschutzziele am 23. Januar klar gemacht. Die ambitionierten Vorgaben aus Brüssel sind eine Chance für unsere gemeinsame Welt und die Zukunft nachkommender Generationen - und sie sind eine Chance für Unternehmer mit Weitblick. Denn Pioniere, die Nachhaltigkeit bereits zu ihrem Credo gemacht haben, wissen: Wer heute Ökonomie, Ökologie und Soziales als gleichwertige Kräfte nutzt, wird morgen mehr...

  • Celesio prüft weitere Optionen in Russland Stuttgart (ots) - Celesio, Europas führendes Handels- und Dienstleistungsunternehmen für Arzneimittel, wird im russischen Pharmamarkt aktiv weitere Kooperationsmöglichkeiten prüfen. Neben den Gesprächen mit Protek wird Celesio dazu auch mit weiteren potenziellen Partnern sprechen. Dies ist nach dem Auslaufen der mit der Protek-Gruppe vereinbarten Exklusivität möglich, so ein Celesio-Sprecher. Celesio hält den russischen Pharmamarkt für einen der attraktiven Wachstumsmärkte außerhalb der Europäischen Union. Der russische Markt zählt mehr...

  • Premiere bündelt soziales Engagement unter dem Dach der neuen Premiere Stiftung / Franziska van Almsick und Matthias Sammer als prominente Schirmherren an Bord München (ots) - - Premiere Stiftung unterstützt Projekte für mehr Bewegung und Gesundheit von Kindern und Jugendlichen - Stiftungsvorstand: Michael Börnicke und Carsten Schmidt Unter dem Dach einer eigenen Stiftung wird die Premiere AG künftig ihre sozialen Aktivitäten bündeln und ihr gesellschaftliches Engagement deutlich stärken. Die Premiere Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt, Kinder und Jugendliche für mehr Bewegung und eine gesunde Lebensweise zu begeistern. Dieses Anliegen hat auch prominente Schirmherren überzeugt: DFB-Sportdirektor mehr...

  • Europäische Technologiemanager zu Gast in Österreichs Förderbank Über 100 Teilnehmer bei ASTP-Kurs zu Technologietransfer Wien (ots) - Über 100 Teilnehmer aus ganz Europa waren im Rahmen von Trainingskursen der Europäischen Vereinigung für Wissenschafts- und Technologietransfer-ExpertInnen (ASTP) von Mittwoch bis Freitag zu Gast in der austria wirtschaftsservice. Die Finanzierungs- und Förderbank der Republik veranstaltete gemeinsam mit der ASTP zwei Kurse zu den Themen "Fundamentals of Technology Transfer" (Grundzüge des Technologie Transfers) und "Building and Financing Spinouts" (Entwicklung und Finanzierung mehr...

  • Neuer Greenpeace-Einkaufsratgeber für Holzprodukte / Aufruf zur öffentlichen Recherche nach Holz und Gartenmöbeln aus Urwaldzerstörung Hamburg (ots) - Greenpeace veröffentlicht heute seinen neuen Verbraucherratgeber "Holz und Wald". Der Ratgeber bewertet 36 in Deutschland gehandelte Holzarten nach ihrer Herkunft aus ökologischer Waldnutzung oder Urwaldzerstörung. Zudem ruft Greenpeace heute zu einer öffentlichen Holz-Recherche auf, um Holz aus Urwaldzerstörung in deutschen Bau- und Parkettmärkten oder Einrichtungshäusern aufzuspüren. Interessierte Verbraucher können ihre Funde in einer Online-Datenbank (www.greenpeace.de/holzrecherche) eintragen. Allein im Jahr 2006 mehr...

Mehr zu dem Thema Aktuelle Wirtschaftsnews

Der meistgelesene Artikel zu dem Thema:

DBV löst Berechtigungsscheine von knapp 344 Mio. EUR ein

durchschnittliche Punktzahl: 0
Stimmen: 0

Bitte nehmen Sie sich einen Augenblick Zeit, diesen Artikel zu bewerten:

Exzellent
Sehr gut
gut
normal
schlecht