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Accenture-Studie: Mehr als jeder zweite Netzbetreiber wird vom Markt verschwinden / Branche erwartet Konsolidierungswelle, Börsengänge und Beteiligung von Finanzinvestoren

Geschrieben am 23.01.2008 - [Nächster Artikel]

Kronberg im Taunus (ots) - Für die deutschen Energieversorger
brechen turbulente Zeiten an. In den kommenden sieben Jahren wird
rund ein Viertel der Versorger vom Markt verschwinden. Bei den Strom-
und Gasnetzbetreibern wird sogar jeder zweite die härter werdenden
Rahmenbedingungen nicht überleben. Das hat eine Studie des
Managementberatungs-, Technologie- und Outsourcing-Dienstleisters
Accenture zur künftigen Entwicklung der deutschen Energiewirtschaft
bis zum Jahr 2015 ergeben. Für die Prognose wurden Entscheider von
Energieversorgungsunternehmen, Strom- und Gasnetzbetreibern sowie
Experten aus Wissenschaft und Forschung befragt.

Die Anfang 2009 in Kraft tretende Anreizregulierung, mit dem Ziel
geringere Preise für die Nutzung von Strom- und Gasnetzen
durchzusetzen, wird die Branche tiefgreifend verändern. Den rund
1.100 Netzbetreibern werden dann Obergrenzen für ihre Erlöse durch
die Bundesnetzagentur vorgegeben. Das Maßnahmenpaket soll zu mehr
Wettbewerb und zu sinkenden Energiepreisen für die Verbraucher
führen. Laut einhelliger Meinung der Befragten wird sich das
Marktumfeld für Netzbetreiber durch die Anreizregulierung massiv
verschlechtern: Als Konsequenz der neuen Vorgaben zur
Effizienzsteigerung sieht die Studie schwache Netzbetreiber in ihrer
Existenz bedroht, da sie die geringeren Netznutzungsentgelte nicht
durch entsprechende Kosteneinsparungen kompensieren können. Überdies
kommt die Umfrage zu dem Ergebnis, dass selbst effiziente
Netzbetreiber künftig keine deutlich überdurchschnittlichen Margen
erwirtschaften können. Dennoch: Mehr als ein Drittel (36 Prozent) der
Befragten erkennen im Anreizmechanismus auch wirtschaftliche Chancen:
"Damit die Konsolidierungswelle nicht zur Gefahr, sondern zur Chance
wird, müssen sich die Unternehmen einer grundsätzlichen
Strategiediskussion stellen", sagt Stephan Werthschulte,
Geschäftsführer im Bereich Energieversorgungswirtschaft bei
Accenture.

Die Studie zeigt weiterhin: Um die geforderten
Effizienzsteigerungen zu realisieren und weiterhin erfolgreich am
Markt bestehen zu können, werden bei vielen Strom- und
Gasnetzbetreibern horizontale Zusammenschlüsse in Form von
Kooperationen oder Zukäufen notwendig. "Deutschland leistet sich
teure Strukturen in der Energieversorgungswirtschaft", sagt Stephan
Werthschulte. "Mehr als 900 Energieversorger und 1.100 Strom- und
Gasnetzbetreiber sind zuviel. Die Branche muss sich auf eine
Konsolidierungswelle vorbereiten."

In den kommenden zwei Jahren stehen laut der Erhebung zahlreiche
Zusammenschlüsse bei den Netzbetreibern an. Die Mehrheit der
befragten Experten (55 Prozent) ist überzeugt: Bis 2015 wird die
Anzahl der Energieversorger in Deutschland um mindestens ein Viertel
und die Anzahl der Netzbetreiber sogar um rund die Hälfte
zurückgehen. Bei 1.100 Netzbetreibern geht die Studie im Schnitt von
zwei Fusionen pro Woche aus. Neben Zusammenschlüssen und
Kooperationen werden sich die Netzbetreiber stärker differenzieren
und sich auf spezialisierte Geschäftsmodelle konzentrieren. Vertrieb,
Netz und Erzeugung werden sich künftig viel eigenständiger
entwickeln, und es kristallieren sich spezialisierte Geschäftsmodelle
heraus.

Die veränderten Rahmenbedingungen werden auch Einfluss auf die
Eigentümerstrukturen haben und neue Investoren anlocken. Die
Besitzverhältnisse im Vertrieb und Netz werden sich künftig stärker
unterscheiden. Zum einen erwarten die Befragten, dass eine
eigentumsrechtliche Entflechtung für Übertragungsnetzbetreiber
vorgeschrieben und auch für Verteilnetzbetreiber diskutiert wird. Zum
anderen werden unterschiedliche Risiko- und Renditeerwartungen in den
Bereichen Erzeugung, Verteilung und Vertrieb verschiedene
Investorentypen ansprechen. Kommunale Anteilseigner werden sich
weiter aus der Energiewirtschaft zurückziehen. Schon in den kommenden
zwei Jahren werden auf Infrastruktur spezialisierte Finanzinvestoren
wie Macquarie oder Babcock Brown sich in die Branche einkaufen. Laut
Studie werden im Jahr 2015 etwa 15 bis 30 Netzbetreiber einen
Finanzinvestor als Anteilseigner haben. Einige Netzbetreiber werden
sogar den Gang an die Börse wagen.

Über die Studie

Für die Studie "Zukunftserwartungen über die Entwicklung der
deutschen Energiewirtschaft" hat von Accenture 48 Entscheider in
Netzgesellschaften und Leiter von Strategieabteilungen bei großen und
mittleren Energieversorgern sowie Experten aus Wissenschaft und
Forschung befragt. Die Studie beruht auf der Delphi-Methode. Dabei
handelt es sich um ein systematisches, mehrstufigen
Befragungsverfahren, das dazu dient, zukünftige Ereignisse, Trends
und Entwicklungen möglichst exakt einschätzen zu können.

Über Accenture

Accenture ist ein weltweit agierender Managementberatungs-,
Technologie- und Outsourcing-Dienstleister. Mit dem Ziel,
Innovationen umzusetzen, hilft das Unternehmen seinen Kunden durch
die gemeinsame Arbeit, leistungsfähiger zu werden. Umfangreiches
Branchenwissen, Geschäftsprozess-Know-how, internationale Teams und
hohe Umsetzungskompetenz versetzen Accenture in die Lage, die
richtigen Mitarbeiter, Fähigkeiten und Technologien bereit zu
stellen, um so die Leistung seiner Kunden zu verbessern. Mit rund
175.000 Mitarbeitern in 49 Ländern erwirtschaftete das Unternehmen im
vergangenen Fiskaljahr (zum 31. August 2007) einen Nettoumsatz von
19,7 Milliarden US-Dollar. Die Internet-Adresse lautet
www.accenture.de.

Originaltext: Accenture GmbH
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/39565
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_39565.rss2

Pressekontakt:
Accenture
Campus Kronberg 1
61476 Kronberg im Taunus
www.accenture.de

Mirko Alexander Lück
Tel.: (06173) 94 65 844
Fax: (06173) 94 45 844
E-Mail: mirko.lueck@accenture.com
 
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