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impulse'-Interview mit Bundeskanzlerin Angela Merkel: "Geist der sozialen Marktwirtschaft ändert sich" - Sorge um die Akzeptanz der Wirtschaftsordnung
Geschrieben am 23.01.2008 - [Nächster Artikel] |
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Köln (ots) - Mitarbeiterbeteiligung als zukunftsweisendes Instrument zum Gegensteuern / Kritik an Unternehmensteuer und geplanter Erbschaftsteuer zurückgewiesen
Köln, 23. Januar 2008 - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Sorge geäußert, dass Globalisierung und das Auftreten von Finanzinvestoren die Akzeptanz der sozialen Marktwirtschaft in Deutschland erschüttern. "Die immer stärkere internationale Verflechtung verändert durchaus etwas", sagte sie in einem Interview mit dem Wirtschaftsmagazin 'impulse' (Ausgabe 2/2008, EVT 24. Januar). Sie nehme einen veränderten Blick vieler Menschen auf die Wirtschaft wahr. "Diese sind verunsichert, denn die Aussage 'Wenn es meinem Betrieb gut geht, geht's mir auch gut' stimmt so nicht mehr für alle", sagte Merkel. Zum Gegensteuern sprach sie sich für einen zügigen Ausbau der Mitarbeiterbeteiligung aus. Dies sei ein "zukunftsweisendes Instrument", das auch einen Firmenverkauf an unerwünschte Investoren erschweren oder verhindern könne. Merkel: "Wenn wir die Mitarbeiterbeteiligung schon vor Jahren ausgebaut hätten, gäbe es heute bei Firmenübernahmen in dem einen oder anderen Fall ganz andere Konstellationen."
Mit Blick auf die Debatte um rein renditeorientierte Unternehmensentscheidungen wie jetzt im Fall Nokia lobte die Kanzlerin gegenüber 'impulse' die Standhaftigkeit vieler inhabergeführter mittelständischen Firmen. "Ich sehe häufig einen hohen persönlichen Einsatz der Inhaber für die Mitarbeiter, den Standort und ihre Region." Diese Unternehmer seien ein "Garant unserer Wirtschaftsordnung", und davon "können wir schon einige gebrauchen", sagte Merkel weiter. Die Kanzlerin verteidigte die bereits in Kraft getretene Unternehmensteuerreform sowie die geplante neue Erbschaftsteuer als gelungene Förderung gerade des Mittelstandes. "Ich bin der festen Überzeugung, dass beide Reformen am Ende auch aus Sicht der Wirtschaft erfolgreich sein werden."
Zum koalitionsinternen Streit um Mindestlöhne äußerte Merkel die Vermutung, dass bis zum Frühjahr weit weniger Branchen als von der SPD vermutet die notwendige Aufnahme in das sogenannte Arbeitnehmer-Entsendegesetz beantragen. "Ich rate dazu: Warten wir doch mal ab, wer am Ende Interesse bekundet." Einem gesetzlichen Mindestlohn für alle Wirtschaftszweige erteilte Merkel erneut eine klare Absage. "Ich glaube nicht, dass der Staat besser Lohnhöhen finden kann als die Tarifparteien. Dafür sind die Gegebenheiten in den Branchen einfach zu unterschiedlich."
Originaltext: impulse, G+J WirtschaftsPresse Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/8327 Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_8327.rss2
Pressekontakt: Gerd Kühlhorn, Chefredaktion 'impulse', Tel. 0221/4908-626, E-Mail: kuehlhorn.gerd@impulse.de oder Dirk Horstkötter, Redaktion 'impulse', Büro Berlin, Tel. 030/202 24-293, E-Mail: horstkoetter.dirk@impulse.de
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