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KORREKTUR: VDAI-Wirtschaftspressekonferenz / 14. Januar 2008, Düsseldorf, Industrie-Club e.V. / Paul Gauselmann: Unterhaltungsautomatenwirtschaft 2007 - Zufriedenheit trotz Gegenwind

Geschrieben am 14.01.2008 - [Nächster Artikel]

Düsseldorf/Berlin (ots) -

(Bitte beachten Sie die Korrektur im vorletzten Abschnitt:
Ausbildung in der Automatenwirtschaft. Die Anzahl der Berufsbilder
hat sich geändert.)

- Querverweis: Bild wird über obs versandt und ist unter
http://www.presseportal.de/galerie.htx?type=obs abrufbar -

- Neue Spielverordnung bringt Branche nach vorn
- Aktiver Spielerschutz vorbildlich in Praxis umgesetzt
- Endlich: Eigene Ausbildungsberufe für die Automatenwirtschaft

"In der Summe war 2007 für die Unterhaltungsautomatenwirtschaft in
Deutschland ein durchaus erfreuliches Jahr und die Perspektiven für
das Jahr 2008 sind positiv", so der Vorsitzende des Verbandes der
Deutschen Automatenindustrie, Paul Gauselmann, "und dies trotz
Gegenwind anderer Anbieter auf dem Glücks- und Gewinnspielmarkt."

Neue Spielverordnung bringt Branche einen Schritt nach vorne

Die am 1. Januar 2006 in Kraft getretene neue Spielverordnung hat
einen Wandel in der Angebotsstruktur der Unterhaltungsautomaten mit
und ohne Geld-Gewinn-Möglichkeit in Spielstätten und in der
Gastronomie ausgelöst, der auch im Jahr 2007 noch nicht seinen
Abschluss gefunden hat. Die Aufstellunternehmen hatten im
zurückliegenden Jahr weiterhin kräftig in Unterhaltungsspielgeräte
mit Geld-Gewinn nach neuer Spielverordnung investiert. Insgesamt
wurden im zurückliegenden Jahr gut 100.000 Unterhaltungsspielgeräte
mit Geld-Gewinn abgesetzt, was einer Steigerung von zirka 19 Prozent
entspricht.

"Nach allen Zahlen, die mir vorliegen", so Paul Gauselmann, "hat
die neue Spielverordnung unsere Branche einen großen Schritt nach
vorn gebracht und das trotz der Beschneidung in letzter Minute im
Bundesrat gegenüber der ursprünglich angedachten Verordnungsfassung
des Bundeswirtschaftsministeriums. Als Vorsitzender des
Industrieverbandes und als Unternehmer habe ich allen Grund, positiv
in die Zukunft zu schauen. Die Regelungen der neuen Spielverordnung
garantieren den politisch gewollten Spielerschutz durch eine klare
und enge Begrenzung der Geldeinsätze und -gewinne einerseits. Geben
aber andererseits den Spieleentwicklern und Herstellern eine größere
Freiheit, interessantere Unterhaltungsspiele - wie fast überall in
Europa üblich - auch endlich in Deutschland anzubieten. Der
gestiegene Unterhaltungscharakter des gewerblichen
Unterhaltungsspiels mit Geld-Gewinn ist der ausschlaggebende Grund
für die positive Entwicklung der zurückliegenden Monate."

Die bessere Spielqualität hat aber dazu geführt, dass, auch nach
Feststellung von Kritikern, nicht mehr wie nach der alten
Spielverordnung beim 12-Sekunden-Spiel durchschnittlich 2,57 Geräte
bespielt wurden, sondern nur noch 1,38 und dies, obwohl noch viele
Geräte der alten Generation am Markt sind (ifo-Institut,
Wirtschaftsstudie, Januar 2008, Seite 37). Mit anderen Worten, die
neuen Geräte sind so spannend, dass Sie den Spielgast an dieses Gerät
binden und ihn nicht dazu verleiten, an mehreren Geräten gleichzeitig
zu spielen.

Darüber hinaus lag die durchschnittliche Stundeneinnahme nach der
alten Spielverordnung zwischen 20,00 und 25,00 EURO je Gerät. Bei den
Geräten der neuen Generation liegen sie nur noch bei 15,00 bis 20,00
EURO. Somit wird für wesentlich weniger Geld deutlich länger
gespielt. Ein Effekt der neuen Spielverordnung, der vom Gesetzgeber
gewollt und nun letztendlich von den Herstellern umgesetzt worden
ist.

Rund 18 Prozent mehr Musik-, Sport- und Unterhaltungsautomaten
mit und ohne Geld-Gewinn-Möglichkeit abgesetzt

Das Hauptstandbein der Branche, die Unterhaltungsspielgeräte mit
Geld-Gewinn, sind nicht länger mehr die traditionellen
"Daddelautomaten", die üblicherweise an der Wand hängen oder stehen.
Video-basierte Geräte bieten 20 und mehr dreidimensionale Spiele mit
sehr intensiven Handlungserlebnissen und sprechen daher ein breiteres
Publikum an. Sie treffen gleichzeitig auf großes Interesse und
erreichen dadurch eine hohe Auslastung vor allem in der Spielstätte.
Die Anziehungskraft von Spielstätten ist nicht zuletzt deshalb
gestiegen und hat dazu geführt, dass diese, früher fast reine
Männerdomäne, inzwischen auch von einer nennenswerten Zahl von Frauen
aufgesucht werden. Im Mittel waren dies im Jahr 2007 schon weit über
10 Prozent in modernen Spielstätten.

Für die wichtigste Produktgruppe, Unterhaltungsspielgeräte mit
Geld-Gewinn, meldete die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB)
113.154 Neuzulassungen. Da nicht alle erteilten Neuzulassungen auch
Verwendung finden, lag das tatsächliche Marktvolumen mit über 100.000
verkauften, vermieteten und verleasten Geräten etwas geringer. Die
Nachfragesteigerung erreichte etwa 19 Prozent.

Diese Investitionen haben zu einem Anstieg der in Spielstätten
installierten Unterhaltungsspielgeräte mit Geld-Gewinn auf
durchschnittlich 10,6 Geräte je Spielstättenkonzession geführt. Diese
Zahl liegt aber immer noch deutlich unter der nach der neuen
Spielverordnung maximal zulässigen Zahl von 12 Geräten bei mindestens
144 Quadratmetern Fläche.

Rund 360.000 Unterhaltungsautomaten in Deutschland aufgestellt -
Ende der Talsohle erreicht

Insgesamt ergibt sich zum 31. Dezember 2007 in Deutschland ein
Bestand von rund 360.000 Unterhaltungsautomaten mit und ohne
Geld-Gewinn, Sportspielgeräten und der im letzten Jahr mit in die
Betrachtung hineingenommenen Internet-Terminals mit Münzeinwurf.

"Ich hoffe", so Paul Gauselmann, "dass diese Zahl das Ende der
Talsohle markiert. Denn seit Jahren leiden wir unter einem
drastischen Rückgang aufgestellter Unterhaltungsautomaten und
Sportspielgeräten, der gerade im Jahr 2006 durch das Verbot der
sogenannten Fun-Games - mit in Kraft treten der neuen Spielverordnung
zum 1. Januar 2006 - eine dramatische Zuspitzung erfahren hatte."
Immerhin waren Ende des Jahres 2005 rund 80.000 Fun-Games auf dem
deutschen Markt.

Der Verband rechnet für 2008 mit einer weiteren leichten Zunahme
der aufgestellten Geräte, da der Abbau von Fun-Games weitestgehend
abgeschlossen ist (Fun-Games finden sich wohl noch immer in Teestuben
und kleineren Spielstätten, wo die Ordnungsbehörden scheinbar nicht
flächendeckend entsprechend dagegen vorgehen.)und da für die von den
Spielgästen gut angenommenen Unterhaltungsspielgeräte mit
Geld-Gewinn neuer Generation noch Aufstellplätze zur Verfügung
stehen. Auch für die Produktgruppen Touch-Screen-Geräte, Flipper,
Internet-Terminals und Sportspielgeräte, Airhockey etc., wird eine
durchaus positive Entwicklung erwartet.

Umsätze steigen auf 4,18 Milliarden EURO

Im zurückliegenden Jahr haben die durch die neue Spielverordnung
verbesserten Rahmenbedingungen ihre Wirkung spürbar entfaltet. Auf
der Aufstellerebene kam es zu einem Anstieg der Umsätze von gut 8
Prozent auf 3,3 Milliarden EURO. Somit konnte hier nach der negativen
Entwicklung in 2006 das Umsatzniveau der Jahre 2004 und 2005 wieder
erreicht werden. Bei der Geräte herstellenden Industrie wur-de ein
Umsatz von 420 Millionen EURO erzielt, beim Großhandel 450 Millionen
EU-RO.

Die Umsätze über alle Branchenstufen hinweg summierten sich auf
4,18 Milliarden EURO. Dies entspricht einer Steigerung von rund 9
Prozent.

Anteil am Glücks- und Gewinnspielmarkt sinkt - Casinos auf
Expansionskurs

Das gewerbliche Geld-Gewinn-Spiel hat in den zurückliegenden
Jahren kontinuierlich Anteile am Glücks- und Gewinnspielmarkt
verloren. Die staatlichen Spielbanken sowie der Lotto- und Toto-Block
verbuchen inzwischen hier einen Marktanteil von rund 75 Prozent (1995
betrug der Marktanteil 70 Prozent).

Der Expansion des staatlichen und staatlich konzessionierten
Glücksspiels konnte das streng regulierte gewerbliche Gewinn-Spiel
unter den Bedingungen der alten Spielverordnung nicht folgen.

"Es wird ja gerade in den letzten Monaten gezielt der Vorwurf
gegen uns gestreut", so Paul Gauselmann, "wir wären den staatlichen
oder staatlich konzessionierten Spielbanken mit unserem Geräteangebot
zu nahe gekommen. In aller Deutlichkeit: Das ist völliger Quatsch und
verdreht die Tatsachen! Wir waren bis Anfang der 80er Jahre die
alleinigen Anbieter von Automatenspielen. Dieses Unterhaltungsspiel
für "kleines Geld" war unsere Domäne. Seitdem fischen die
Spielbanken mit ihren Automatensälen in unserem Markt nach Kunden.
Mit 10-Cent-Automaten, ohne Begrenzung nach oben, locken sie Teile
unserer Kundschaft an ihre Automaten und das ohne jede regulierende
Rahmensetzung. Einsätze und Gewinne sind nicht begrenzt.
Gerätezulassungen erfolgen nicht. Angesichts der Möglichkeit großer
Vermögensverschiebungen geht an diesen Automaten der Spielerschutz
ins Leere. Ferner stehen durchschnittlich 100 Automaten in einem
Automatensaal, im Gegensatz zu maximal 12 Unterhaltungsspielgeräten
mit Geld-Gewinn in gewerblichen Spielstätten."

Spielerschutz beim gewerblichen Gewinn-Spiel vorbildlich geregelt

Anders als bei den Spielbankenautomaten müssen
Unterhaltungsspielgeräte mit Geld-Gewinn sehr restriktiven,
gesetzlichen Auflagen genügen. Die maximalen Gewinnmöglichkeiten und
Verlustrisiken sind eng begrenzt. Es gibt einen vorgeschriebenen
Höchsteinsatz von 20 Cent je 5 Sekunden und maximal 2,00 EURO Gewinn
je 5 Sekunden. Ferner ist die Höchstzahl der
Unterhaltungsspielgeräte mit Geld-Gewinn streng auf maximal 12 je
Spielhallenkonzession beschränkt. Damit wird dem
Spielerschutzgedanken in vorbildlicher Weise entsprochen. Darüber
hinaus gibt es seit 1989 eine Info-Telefonnummer für Spieler mit
problematischem Spielverhalten. Unter der Info-Telefon-Nr.
01801-372700 kann das Angebot der telefonischen Spielerberatung in
Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
(BZgA), einer Dienststelle des Bundesgesundheitsministeriums, in
Anspruch genommen werden. In die Scheibe eingedruckte Warnhinweise an
jedem Unterhaltungsspielgerät mit Geld-Gewinn untermauern den Aspekt
des vorbeugenden Spielerschutzes.

Politischer Gegenwind bringt geänderte Zulassungsregeln

Für Paul Gauselmann ist es bedauerlich, dass seitens einiger
Spielbanken und Innenminister der Länder unter dem Vorwand des
Spielerschutzes, tatsächlich aber aus Konkurrenzgesichtspunkten, vor
allem eine vermeintliche "Casino-Ähnlichkeit" der gewerblichen
Geld-Gewinn-Spiel-Geräte bemängelt wurde. Dahinter stand die Drohung,
die Spielverordnung durch eine Initiative im Bundesrat zu
verschärfen. Mit neuen Zulassungsregeln, die die
Punktegewinnobergrenze reduzieren, aber die grundsätzliche Richtung
der Spielverordnung nicht beschneiden, trägt das
Bundeswirtschaftsministerium zu einer Versachlichung der Diskussionen
bei.

"Wir werden mit den neuen Regeln leben können . Auch die
Restriktion, dass Gewinne in Punkten oder Sonderspielen nicht einen
etwaigen Gegenwert von 1.000,00 EURO übersteigen dürfen, werden wir
verkraften, denn letztendlich geht es dem Spielgast um den
Unterhaltungswert und nicht unbedingt um den Gewinn. Nur echte
Zockertypen werden enttäuscht sein", so Paul Gauselmann.

Ausbildung in der Automatenwirtschaft

"Endlich können wir jungen Menschen ein qualifiziertes und
branchenspezifisches Ausbildungsangebot ohne Umwege machen", so Paul
Gauselmann. "Denn nun endlich ist es soweit und nach einem
jahrzehntelangen politischen Ringen können ab 1. August 2008 neue
Ausbildungsberufe angeboten werden:

- Fachkraft für Automatenservice (ein zweijähriger
Ausbildungsberuf)

- Automatenfachmann/-frau, mit den Schwerpunkten im kaufmännischen
Bereich (Automatenkauffrau/-mann) oder im technischen Bereich
(Automatenmechatroniker/-in). Die Ausbildung zur Fachkraft für
Automatenservice kann angerechnet werden.

Bereits 1971, so Paul Gauselmann, habe er als Verbandsvorsitzender
des Aufstellerverbandes in Nordrhein-Westfalen die Vision formuliert
"unser Fritz lernt Münzautomatenmechaniker". Der Weg zu den neuen
Ausbildungsberufen sollte allerdings lang und steinig sein. Mit
Unterstützung des Instituts der Deutschen Wirtschaft, der
Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände, sowie des
Kuratoriums der Deutschen Wirtschaft für Berufsbildung ist es den
Verbänden der Deutschen Automatenwirtschaft gelungen, auch mit Hilfe
der zuständigen Bundesministerien, die Gewerkschaften davon zu
überzeugen, dass ein dringender Bedarf an Automaten spezifischen
Ausbildungsberufen besteht.

"Die Branche braucht junge, qualifizierte Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter, die sich auch mit ihrer Arbeit identifizieren. Die
jungen Menschen sichern ihre eigenen Arbeitsplätze, sie sind unsere
Zukunft!", so Paul Gauselmann.

IMA 2008 - Schauplatz echter Innovationen

Die diesjährige IMA 2008 wird auf rund 18.700 Bruttoquadratmetern
Ausstellungsfläche zum Schauplatz echter Innovationen. 160 Aussteller
aus 41 Ländern werden Geräte und Servicedienstleistungen rund um die
elektronische Unterhaltung mit und ohne Geld-Gewinn präsentieren.
9.000 Fachbesucher werden erwartet. Auf der Messe werden u.a. auch
auf rund 2.000 Quadratmetern Fläche fast 600 historische Automaten
präsentiert. Darunter finden sich echte Raritäten. Die Automaten
erlauben eine Reise durch über 120 Jahre Automatengeschichte und sind
ein Botschafter der deutschen Unterhaltungsautomatenwirtschaft. Die
Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft
und Technologie, Frau Dagmar G. Wöhrl MdB, wird die IMA am 15. Januar
2008 eröffnen.

Originaltext: VDAI - Automatenindustrie e.V.
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/29943
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_29943.rss2

Pressekontakt:
VERBAND DER DEUTSCHEN AUTOMATENINDUSTRIE E.V.
Dircksenstraße 49
10178 Berlin
Tel.: (0 30) 28 40 70
Fax: (0 30) 28 40 72 72
 
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