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Deutsche Familienunternehmen setzen auf Technologieführerschaft

Geschrieben am 10.01.2008 - [Nächster Artikel]

Frankfurt am Main (ots) -

Knapp 70 Prozent der deutschen Familienunternehmen erwarten
Auftragsplus / Technologieführerschaft ist wichtigster
Wettbewerbsvorteil / Jedes vierte Familienunternehmen steht vor
Eigentümerwechsel

Die große Mehrheit der deutschen Familienunternehmen geht
optimistisch in das neue Jahr. Wie aus der Studie
"Familienunternehmen 2008" der Wirtschaftsprüfungs- und
Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) hervor geht,
erwarten sieben von zehn befragten Familienunternehmen eine steigende
Nachfrage für die kommenden Monate. "Die Studienergebnisse
bestätigen, dass das Familienunternehmen ein Erfolgsmodell bleibt.
Die befragten Familienunternehmen setzen momentan konsequent auf
einen Wachstumskurs und konzentrieren sich dabei auf ihre
Technologieführerschaft als bedeutendsten Wettbewerbsvorteil.
Gleichzeitig verlieren sie aber die anstehenden Herausforderungen,
wie gestiegene Rohstoffpreise oder die Unternehmensnachfolge, nicht
aus den Augen", kommentiert Prof. Dr. Norbert Winkeljohann, Mitglied
des PwC-Vorstands und Leiter des Bereichs Mittelstand. Für die Studie
befragte PwC weltweit 1.454 Familienunternehmen, davon 103 aus
Deutschland.

Signale stehen auf Wachstum

Knapp vier von fünf deutschen Familienunternehmen (78 Prozent)
verfolgen nach eigenen Angaben eine Expansionsstrategie, während 18
Prozent eine Konsolidierung anstreben. Gleichzeitig haben knapp 50
Prozent der Familienunternehmen ihre Investitionen im Jahr vor der
Befragung gesteigert, und rund 80 Prozent berichteten über eine
höhere Nachfrage.

Der weitaus wichtigste Erfolgsfaktor im Wettbewerb ist nach
Ansicht der befragten Unternehmen die technische Leistungsfähigkeit
(42 Prozent der Nennungen). Damit heben sich deutsche
Familienunternehmen deutlich von den im Ausland ansässigen
Unternehmen ab. Weltweit setzen nur 9 Prozent der Unternehmen auf
Wettbewerbsvorteile durch innovative Technik. Die
überdurchschnittlich starke Technologieorientierung deutscher
Familienunternehmen zeigt sich auch bei den Investitionsvorhaben. So
wollen 56 Prozent der inländischen Unternehmen zur Stärkung der
Wettbewerbsfähigkeit in Forschung und Entwicklung investieren, aber
nur 42 Prozent der Familienunternehmen im Ausland.

Umgekehrt verhält es sich bei der Bewertung des Markenimage. So
hält keines der deutschen Familienunternehmen seine Marke für einen
Wettbewerbsvorteil, während 11 Prozent der ausländischen Unternehmen
auch auf den guten Namen ihrer Produkte vertrauen. "Allerdings
erkennen immer mehr Familienunternehmen in Deutschland, dass sie den
Wert einer starken Marke unterschätzen. So will gut die Hälfte der
inländischen Familienunternehmen mehr in das Marketing investieren",
kommentiert Winkeljohann.

Anstieg der Rohstoffpreise belastet

Die Studie zeigt zudem, dass deutsche Familienunternehmen die
Herausforderungen der Zukunft deutlich anders beurteilen als
Unternehmen im Ausland. Während der Anstieg der Rohstoffpreise
hierzulande 61 Prozent der Familienunternehmen beschäftigt, halten
diesen Aspekt im europäischen Ausland nur 26 Prozent und weltweit
sogar nur 23 Prozent der Familienunternehmen für besonders
problematisch.

Über den stark diskutierten Fachkräftemangel machen sich nur 26
Prozent der deutschen Unternehmen Sorgen, jedoch 37 Prozent der
Familienunternehmen in Europa und 42 Prozent der Befragten weltweit.
Möglicherweise ist dieser Unterschied aber auch dadurch zu erklären,
dass sich die Familienunternehmen im Inland bereits auf die
demographische Herausforderung eingestellt haben. So wollen knapp 70
Prozent der deutschen Familienunternehmen in Aus- und Weiterbildung
investieren. Damit hat das Personalwesen Vorrang vor allen anderen
Investitionsbereichen.

Vererben statt Verkaufen

In jedem vierten deutschen Familienunternehmen steht in den
kommenden fünf Jahren ein Eigentümerwechsel an. Dabei streben über 70
Prozent eine familieninterne Nachfolge an, gut die Hälfte kann sich
aber auch eine externe Lösung vorstellen. So ist der Verkauf an das
Management (23 Prozent) oder ein anderes Unternehmen (20 Prozent) für
rund jeden fünften Befragten eine Option, die Veräußerung an
Private-Equity-Investoren ziehen demgegenüber nur 13 Prozent der
Familienunternehmer in Betracht.

Im Ausland erwarten nur 51 Prozent der Befragten eine Fortführung
des Unternehmens in Familienbesitz. Der Verkauf an
Private-Equity-Fonds ist sowohl in Europa als auch weltweit für gut
jedes fünfte Familienunternehmen denkbar, während Wettbewerber und
Management als potenzielle Käufer im Ausland eine geringere Bedeutung
haben als in Deutschland.

Fast alle Befragten in Deutschland (93 Prozent) berücksichtigen
die Erbschaftsteuer bei ihren Planungen zur Unternehmensnachfolge.
"Bedenklich ist jedoch, dass die Familienunternehmen in erster Linie
die Besteuerung des Inlandsvermögens im Blick haben, während Steuern
bei der Übertragung von Auslandsvermögen ausgeblendet bleiben", warnt
Winkeljohann. So haben gut vier von zehn Unternehmern das inländische
Vermögen bewerten lassen, jedoch nur 18 Prozent auch das Vermögen im
Ausland. Zudem kennen immerhin 81 Prozent der Befragten die
Steuerbelastung bei einem Verkauf des Unternehmens im Inland, während
sich nur 53 Prozent mit den steuerlichen Konsequenzen eines Verkaufs
an ausländische Interessenten befasst haben.

Forderungen an die Politik

Um die Technologieführerschaft auch weiterhin aufrecht zu
erhalten, sollte der Staat nach Ansicht der Familienunternehmen für
eine engere Vernetzung von Industrie und Wissenschaft sorgen
(79 Prozent) sowie die Unternehmen bei der Ausbildung und
Personalentwicklung stärker unterstützen (44 Prozent).

Auch wenn die befragten Familienunternehmen Finanzierungsprobleme
nicht mehr zu den größten Herausforderungen zählen, würden doch
immerhin knapp 60 Prozent eine Regierungsinitiative für einen
erleichterten Zugang zu den Kapitalmärkten begrüßen. Gut die Hälfte
der Befragten hält zudem Erleichterungen bei der Bereitstellung von
Risikokapital für wichtig.

Die Studie "Familienunternehmen 2008" finden Sie als kostenlosen
Download unter: www.pwc.de/de/familienunternehmen

Redaktionshinweis:

Die PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ist
in Deutschland mit 8.390 Mitarbeitern und einem Umsatzvolumen von
rund 1,35 Milliarden Euro eine der führenden Wirtschaftsprüfungs- und
Beratungsgesellschaften. An 28 Standorten arbeiten Experten für
nationale und internationale Mandanten jeder Größe. PwC bietet
Dienstleistungen an in den Bereichen Wirtschaftsprüfung und
prüfungsnahe Dienstleistungen (Assurance), Steuerberatung (Tax) sowie
in den Bereichen Transaktions-, Prozess- und Krisenberatung
(Advisory).

Originaltext: PwC PriceWaterhouseCoopers
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/8664
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_8664.rss2

Pressekontakt:
Claudia Mende
PricewaterhouseCoopers AG WPG
Corporate Communications / Presse
Tel.: (069) 95 85 - 31 79
E-mail: claudia.mende@de.pwc.com
 
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